MARKTGRAITZ

Arztpraxis in Marktgraitz lässt auf sich warten

Die Planungen, in der alten Schule eine Arztpraxis unterzubringen, laufen. Sie gestalten sich jedoch schwieriger als ged... Foto: Roland Dietz

Kann sich die Gemeinde die Umgestaltung des „Outlahauses“ in ein Haus der keltischen Handwerkskünste Oberfranken leisten? Wann zieht der erste Arzt in die alte Schule ein? Bekommt Graatz einen Dorfladen? Und wie lässt sich das Problem mit dem Schwerlastverkehr lösen? – Das waren einige der Themen bei der Bürgerversammlung im Gasthaus „Zum goldenen Lamm“. Rund 40 Bürger lauschten den Ausführungen von Bürgermeister Jochen Partheymüller.

Es hängt von den Zuschüssen ab

Der Rathaus-Chef und die Gemeinderäte zeigten sich bei der Veranstaltung nicht unzufrieden. Partheymüller stellte jedoch heraus, dass es beim ein oder anderen geplanten oder gewünschten Projekt von den Zuschüssen abhänge, ob und wie es umgesetzt werden kann.

Zum Thema Arztpraxis in der alten Schule führte er aus, dass die Verwaltung mit einer Arbeitsgruppe der Uni Erlangen und verschiedenen Ärzten in Kontakt stehe. Obwohl die Möglichkeiten schon durchgeplant wurden, sei das Ganze ein schwieriges Unterfangen.

Outlahaus“ wird kostenintensiv 

Als sehr kostenintensiv bezeichnete Bürgermeister die Umgestaltung des „Outlahauses“ in ein Haus der keltischen Handwerkskünste Oberfranken und die Sanierung anliegender Gebäude am Marktplatz. „Es wäre gut, wenn hier etwas geschehen würde“, sagte Partheymüller. Der Marktplatz sei beim Weihnachtsmarkt der Vereine und beim fantastischen gemeindlichen Sommerfest sehr gut in Szene gesetzt worden.

„Wenn der Dorfladen funktionieren soll, müssen die Graatzer dort einkaufen.“
Jochen Partheymüller, Bürgermeister
Bürgermeister Jochen Partheymüller in der Diskussion mit den Bürgern von Marktgraitz . Foto: Roland Dietz

Gesprächsthema war auch ein möglicher Dorfladen für den Ort. Dieser mache nur Sinn, wenn die gesamte Bevölkerung den Dorfladen haben wolle, stellte der Bürgermeister heraus. „Wenn der Dorfladen funktionieren soll, müssen die Graatzer dort einkaufen.“ Aus der Versammlung heraus kam die Anregung, den Laden funktionell aufzubauen, also auch Lottoannahmestelle, Café und Poststelle zu integrieren. Heinrich Geßlein sagte, dass man mit der Caritas zusammenarbeiten solle.

Klar gegen weitere Stromtrassen

Einmal mehr erteilten alle Anwesende weiteren Stromtrassen an Marktgraitz vorbei eine klare Absage. Sehr zur Freude der Graatzer wolle Netzbetreiber Tennet die P44mod nicht mehr, da sie nicht wirtschaftlich ist.

Ein großes Ärgernis ist auch die Verkehrssituation. Es könne nicht sein, dass in Marktzeuln die Ortsdurchfahrt auf zwölf Tonnen beschränkt wird und der Schwerlastverkehr nun durch Marktgraitz donnere, machte Bernd Müller seinen Unmut Luft. Auch am Kirchweihplatz gibt es ein Verkehrsproblem, wie Claudia Denk ausführte: Hier seien trotz Schulbusverkehr Raser unterwegs. Georg Herold vom Landratsamt versprach, die Eingabe zu überprüfen.

Nicht zum ersten Mal wurde das Thema Steinachstraße angesprochen. Die schon oft bemängelte Parkmoral verbessert sich überhaupt nicht. Ferner seien auch freilaufende Hunde und damit verbunden Hundehaufen nicht hinnehmbar.

Schuldenstand sinkt Jahr für Jahr: aus dem Bericht des Bürgermeisters

• In den vergangenen Jahren hat Marktgraitz sehr sparsam gewirtschaftet. Das Jahr 2018 aber war ein zähes, wie Bürgermeister Jochen Partheymüller informierte.

• Die Verschuldung der Marktgemeinde betrug im Jahr 2007 1,91 Millionen Euro. Bis zum Jahr 2019 konnte diese nun auf 838 139 Euro gesenkt werden.

• Rein rechnerisch war jeder Graatzer im Jahr 2007 mit 1431 Euro verschuldet. Derzeit beträgt die Pro-Kopf-Verschuldung 733 Euro.

• Aktuell leben in Marktgraitz 1173 Bürger, die mehrheitlich katholisch sind (770).

• Im vergangenen Jahr wurden im Markt Marktgraitz nur drei Kinder geboren. 32 Personen dagegen sind verstorben.

• Die Bevölkerung in Marktgraitz wird immer älter. Nur 145 Personen sind unter 18 Jahre.

• Der Zugang zur Turnhalle ist seit diesem Jahr barrierefrei. Als nächstes soll das Pfarrzentrum folgen.

• Die Heizung im Kindergarten ist veraltet und muss ersetzt werden. Die Energieagentur Nordbayern hatte den Vorschlag gemacht, den Kindergarten über eine Wärmeleitung an die Hackschnitzel-/Pelletsheizung in der Schule anzuschließen. Nach knapp sieben Jahren hätte sich die geschätzte Investition von 15000 Euro abzüglich 4500 Euro Zuschuss amortisiert, so Bürgermeister Partheymüller. • Dringend überprüft muss laut Rathaus-Chef das Wasserleitungsnetz. Ferner gelte es, in Straßenerneuerungen zu investieren.

 

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