MANNSGEREUTH

Werner Knoth hat vor der Haustür die Augen offen gehalten

Gudrun und Werner Knoth haben ihre Freizeit den Schmetterlingen gewidmet. Das Ergebnis ihrer Jagd mit der Kamera kann man nun in einem Buch bewundern. Foto: KAG

Gudrun und Werner Knoth aus Mannsgereuth haben ihre Leidenschaft für Schmetterlinge entdeckt. Was zunächst als Hobby auf Wanderungen und Radtouren begann, die Schönheiten der Natur zu entdecken, weckte den Jagdinstinkt, auf eine Jagd mit dem Fotoapparat. Hunderte von Aufnahmen entstanden in den vergangenen drei Jahren und fanden ihren Niederschlag in einem Buch: „Schmetterlinge unserer Heimat.“

Reich bebilderte Bücher über Schmetterlinge gibt es viele. Was also zeichnet die Eigenproduktion von Gudrun und Werner Knoth aus, die sowohl für Bilder, Text und Layout verantwortlich zeichnen?

Ein Fingerabdruck der Schmetterlingsfauna unserer Heimat

Es ist ein Fingerabdruck der Schmetterlingsfauna unserer näheren Heimat, denn alle Bilder entstanden im Steinnachtal zwischen Mitwitz und Marktgraitz, im Maintal zwischen Burgkunstadt und Ebensfeld, am Biotop von Redwitz an der Rodach, an der Rodach zwischen Kronach und Marktzeuln sowie am Staffelberg und im Kleinziegenfelder Tal.

Es ist zugleich der Aufruf, vor der eigenen Haustür die Augen offen zu halten. Viele Insekten sind bedroht und stehen auf der „Roten Liste“. „Es ist nicht ausgeschlossen, dass einige der Schmetterlinge in den nächsten Jahren nicht mehr zu sehen sind“ so Werner Knoth in seinem Vorwort. Daher möchten die beiden mit ihrem Buch einen Beitrag leisten, für die Nachkommen, und zeigen, was in unserer Schmetterlingswelt heute noch zu sehen ist.

Der Schachbrettfalter, hier neben einem Widderchen auf einer Blüte ist der Schmetterling des Jahres 2019. Foto: Werner Knoth

Etwa zwei Drittel des Buches ist den Tagfaltern gewidmet, ein weiteres Drittel den Nachtfaltern. Einfache Bestimmungsangaben helfen bei der Unterscheidung. Die Seiten sind in erster Linie ein buntes Bilderbuch mit einer umfangreichen Collage zum Einstieg und zahlreichen Einzelfotos, die sich auf Grund ihrer Qualität für den Hobby-Biologen gut als Bestimmungshilfe eignen.

Alle Aufnahmen entstanden in der freien Natur unter natürlichen Lichtverhältnissen. Die Fotos, zeigen in der Regel den Falter in seiner ganzen Schönheit vor einem ruhigen, aufgelösten Hintergrund. Die einzelnen Arten sind systematisch nach ihrer Zugehörigkeit zu den Schmetterlingsfamilien geordnet.

Jede Art wird textlich kurz vorgestellt

Jede Art wird mit ihrem wissenschaftlichen (lateinischen) Namen in einem kurzen Text vorgestellt. Die Informationen zu den Texten wurden aus Wikipedia und Naturforen entnommen.

Unterschiede zwischen den Geschlechtern oder auch der Saisondimorphismus, wie beim „Landkärtchen“, das in einer braun-orangen Frühjahrsform und in einer dunklen Sommerform auftritt, werden ebenso dokumentiert wie die feinen Unterschiede zwischen Faltern, die sich auf den ersten Blick sehr ähneln, wie dies bei den Perlmutterfaltern der Fall ist.

Auch inzwischen selten gewordene Arten haben Gudrun und Werner Knoth auf ihren umfangreichen Foto-Exkursionen entdeckt und im Bild festgehalten. Dazu gehört etwa der gefährdete Schlüsselblumen-Würfelfalter, der Kleine Esparsetten-Bläuling und natürlich fehlt auch der Apollofalter, der Falter des Jahres 1995, nicht.

Der Laie erfährt viel über die Lebensweise der „Sommervögel“

Auch andere „Schmetterlinge des Jahres“, der Schachbrettfalter (2019), der Große Fuchs (2018), die Goldene Acht (2017) und andere findet man in der Bildersammlung. Der interessierte Laie erfährt viel über das Vorkommen und die Lebensweise der bunten „Sommervögel“, wie die Schmetterlinge auch genannt werden. Man bekommt Lust, sich näher mit dieser interessanten, hoch entwickelten Insekten-Ordnung zu befassen.

Einer unserer schönsten Nachtfalter ist der Russische Bär, der auch unter dem Namen Spanische Flagge bekannt ist. Foto: Gudrun Knoth

Im Gegensatz zu Libellen, die den uralten Insektenadel verkörpern, entstanden Schmetterlinge in der Entwicklung der Insekten erst viel später, in einer Co-Evolution mit den höheren Blütenpflanzen, die von ihnen bestäubt werden.

Auf 64 Seiten mit 200 hoch aufgelösten Farbfotos

Auf 64 Seiten findet der Leser rund 200 hoch aufgelöste Farbfotos, die durchweg die Imago, die geschlechtsreife Schmetterlingsart zeigen. Aufnahmen der Raupen oder Puppen fehlen.

„Es ist nicht ausgeschlossen, dass einige der Schmetterlinge in den nächsten Jahren nicht mehr zu sehen sind.“
Werner Knoth

Sie sind aber für den Laien unter den Naturfreunden auch weniger interessant. Mit dem Druck der Bücher sind Gudrun und Werner Knoth in Vorleistung gegangen, doch man kann sicher sein, dass die Exemplare auf Grund ihrer Qualität ihre Käufer finden werden. Erwerben kann man sein Exemplar mit Sicherheit bei der geplanten Foto-Ausstellung „Insekten unserer Heimat“, „Schmetterlinge unserer Heimat.“ In Zusammenarbeit mit dem Arbeiterwohlfahrt-Ortsverein Redwitz als Veranstalter findet diese in Redwitz im Saal des Sozialzen-trums in der John-Weberpals-Straße statt.

Ausstellung im Sozialzentrum der AWO in Redwitz

Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 26. April, um 17 Uhr. Weitere Öffnungszeiten sind Samstag, 27. April, von 15 bis 17 Uhr; Sonntag, 28. April, von 14.30 bis 16.30 Uhr; Dienstag, 30. April, von 10 bis 12 Uhr; Mittwoch, 1. Mai; von 13.30 bis 15 Uhr.

Erhältlich: Wer nicht so lange warten möchte, kann sich unter Tel. (09264) 968459 auch an Gudrun und Werner Knoth wenden, um eines der Bücher zu erhalten.

 

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