MICHELAU

Gratuliert und gespendet bei der Benefizparty für Milah

Gratuliert und gespendet bei der Benefizparty für Milah
Aus Kronach waren Silke Fischer-Peterson (Mi.) und ihr Ehemann Burkhardt (re.) vom gemeinnützigen Verein „Milahs Nest“ nach Michelau zu Bertram Wichs (li.) Geburtstagsparty gekommen. Foto: Klaus Gagel

Unzählige Hände durfte Bertram Wich am Samstagabend in der Angerturnhalle schütteln. Nicht weniger genoss er die Umarmungen seiner weiblichen Fans. Zahlreiche Gäste waren gekommen, um dem DJ zum 50. Geburtstag zu gratulieren. Doch der eigentliche Gewinner des Abends war der gemeinnützige Verein „Milahs Nest“ aus Kronach. Dieser kümmert sich um Eltern, deren Kinder einen seltenen, aber schwerwiegenden Gendefekt haben.

Eines dieser Kinder ist die achtjährige Milah Weber aus dem Kronacher Stadtteil Gehülz. Das Mädchen leidet unter der sehr seltenen Krankheit „Alternierende Hemiplegie des Kindesalters“ (AHC) und braucht jede Unterstützung.

Freude oder Trauer lösen bei ihr Krämpfe, Lähmungen, epileptische Anfälle und starke Migräne aus. Sonne und helles Licht sind Gift für sie, deshalb lebt sie in abgedunkelten Räumen. Man kann Milah nie allein lassen. 15 Pflegeschwestern wechseln sich im Schichtdienst ab.

In ständiger Sorge um Milah

Milah hat zwei gesunde Geschwister, die aber ebenso in ständiger Sorge um sie leben. Nur wenn es ihr gut geht, geht es auch den anderen gut. Die Sorge, jeden Moment Milah verlieren zu können, bestimmt seit Jahren das Leben der Eltern.

Das Einkommen der Familie allein reicht für die vielen nötigen Investitionen nicht aus. Deshalb haben Familienangehörige und Freunde den gemeinnützigen Verein „Milahs Nest“ gegründet. Dieser kümmert sich inzwischen nicht nur um Milah, sondern auch um andere Familien, die sich in einer ähnlichen Situation befinden.

Gratuliert und gespendet bei der Benefizparty für Milah
Partystimmung herrschte bei der „Run-Fifty-Spendenparty“ in der Angerturnhalle. Foto: Klaus Gagel

Der Erfahrungsaustausch mit Anderen ist extrem wichtig, denn oft rätseln auch Ärzte und Kliniken lange darüber, was diesen Kindern fehlt. Ein solcher Gendefekt ist extrem selten – man schätzt 30 bis 40 Fälle bundesweit –, und die einzelnen Symptome können durchaus unterschiedlich sein.

Spenden statt Geschenke

Als Bertram Wich vom Schicksal der Achtjährigen hörte, stand für ihn fest: „Ich will zu meinem 50. Geburtstag keine Geschenke, sondern für ,Milahs Nest‘ sammeln.“ Bei Regen und Gegenwind startete er im Vorfeld der „Run-Fifty-Spendenparty“ einen Spendenlauf von Michelau nach Bamberg. Wer ihn unterstützen wollte, konnte und kann immer noch für jeden der 50 Kilometer einen selbst gewählten Betrag spenden.

Respekt und Anerkennung zollt ihm die Vereinsgründerin von „Milahs Nest“, Silke Fischer-Petersohn. Sie war am Samstag mit ihrem Ehemann Burkhardt Fischer-Peterson in die Angerturnhalle gekommen. Es hat schon einige Unterstützungsaktionen für Milah und weitere betroffene Familien gegeben, aber noch keine so große wie die Spendenparty in Michelau. „Das Vernetzen der Familien geschieht recht wirkungsvoll übers Internet“, sagt Burkhardt Fischer-Peterson. Dabei gehe es vor allem um praktische Lebenshilfe. „Wenn es hier in der Region Familien gibt, die sich in einer vergleichbar schwierigen Situation wie Milahs Familie befinden, dann sollten diese sich unbedingt über die Kontaktadresse im Internet mit ,Milahs Nest‘ in Verbindung setzen“, betont Silke Fischer-Petersohn.

Derweil ist in der Angerturnhalle viel geboten. Zahlreiche Junge und Junggebliebene sind gekommen. Die befreundeten DJs Ralf und Lupo präsentieren dabei das Beste der vergangenen 50 Jahre. Nach anfänglicher Zurückhaltung füllt sich die Tanzfläche. Die etwas härtere Gangart gibt es nach Mitternacht mit DJ Wichwahns Rockparty.

Zusätzlich wartet eine Verlosung von Karten für „Rock im Wald“, das „Main-Punk-Festival“ und für „Die Festung rockt“. Die große gläserne „Spendenbox“ am Eingang ist nach gut zwei Stunden bereits zur Hälfte mit Geldscheinen gefüllt. Auch der Überschuss aus den Getränkeeinkünften geht als Spende an den Verein „Milahs Nest“.

Rundum glücklich

Zum Höhepunkt des Abends ergreift ein rundum glücklicher Bertram Wich das Wort und bedankt sich bei allen, die die Aktion unterstützen: „Ihr habt allen Grund, euch selbst zu applaudieren.“

Im Einzelnen waren dies dass Obermain-Tagblatt, die „Fever Bambis“ des TVM sowie Daniel Recknagel, Jannik Panzer und Thomas Thyroff, die ihn ein Stück auf seinem Spendenlauf begleitet haben. Betreut während des Laufs wurde er von seinem Chef Rudolf Panzer, moralisch unterstützt von Karin Zimmer. Außerdem gab es Unterstützung von der Gemeinde Michelau, dem Turnverein Michelau, der Brauerei Leikeim, der Turbine Michelau, den Firmen Wiesmann und Panzer, dem „Main-Punk-Festival“ „Rock im Wald“ und „Die Festung rockt“. Wich dankt allen, die an der Bar und an der Theke Dienst machen, der Pizzeria „Misurina“, dem Gasthof „Finkenhof“ und den DJs Ralf und Lupo. Die Michelauer Handballer bitten übrigens bei ihren nächsten beiden Heimspielen auch um Spenden für „Milahs Nest“.

Spenden können auch direkt an „Milahs Nest e.V.“ überwiesen werden: IBAN DE93 7715 0000 0101 6852 95, BIC BYLADEM1KUB, bei der Sparkasse Kulmbach Kronach, Stichwort „Run Fifty“.

 

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