REDWITZ

100 Jahre Ägidius-Kirche: Haus für die Seele

Die Redwitzer Pfarrer am Festabend im lockeren Gespräch (v. li.) Till Roth, Daniel Steffen Schwarz, Jörg Petschat und Rainer Grimm. Foto: Thomas Micheel

Ein weiterer Höhepunkt anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Sankt-Ägidius-Kirche war der Festabend im evangelischen Gemeindehaus. Hier standen neben den Grußworten die Diashow „Sankt Ägidius – gestern und heute“ sowie die Enthüllung des Modells der Sankt-Ägidius-Kirche mit Schlosskapelle und Schloss im Mittelpunkt.

Locker gestaltete sich der Auftakt zu dieser festlichen Veranstaltung im Foyer des Gemeindehauses. Die „Brass Band Bamberg“ begrüßte musikalisch und übernahm die weitere Ausgestaltung. Sarah Schlaf führte als Moderatorin durch das abendliche Programm.

Pfarrer Daniel Steffen Schwarz drückte seine Freude darüber aus, dass so viele der Einladung gefolgt waren, dieses Jubiläum gemeinsam zu feiern. Sein besonderer Gruß galt den früheren Redwitzer Pfarrern Rainer Grimm (1984-1993), Jörg Petschat (1994- 2002) und Till Roth (2002-2015).

Einer der 14 Nothelfer als Namenspatron

In ihrem Grußwort nannte Dekanin Ott-Frühwald das Jubiläum einen wunderbaren Anlass zum Feiern. Die Sankt-Ägidius-Kirche sei in einer besonderen Zeit geweiht und dem gottesdienstlichen Gebrauch übergeben worden. Für die Redwitzer war die Einweihung ihrer Kirche ein richtiger Freudentag. Der heilige Ägidius als einer der 14 Nothelfer und Namenspatron der Kirche mahne die Gläubigen, das Leben nicht zu vergessen. Den Redwitzern wünschte die Dekanin, dass sie Gottes Kraft und Liebe in ihrem Gotteshaus finden.

Auch Bürgermeister Christian Mrosek dachte zurück an die bewegte Zeit, in der das Gotteshaus gebaut worden und das Bekenntnis zum Glauben gut war. Die evangelische Gemeinde bezeichnete er als groß in ihren Aktivitäten. Allen bisherigen Pfarrern sei es gelungen, die nötigen Mittel zur Instandhaltung der Kirche aufzubringen. Hier komme zur Sprache, was die Menschen bewege. So sei das Leben eines Christen mit der Kirche verbunden, und die Kirche begleite die Gläubigen durch das ganze Leben. So sei es auch verständlich, warum eine Kirche meist in der Dorfmitte gebaut wurde. Mrosek zeigte sich sicher, dass die Sankt-Ägidius-Kirche eine Zukunft hat und in der Gemeinde fest verankert ist.

Dekan Lars Rebhan hob die Ökumene zwischen den beiden Kirchengemeinden und ihre Verbundenheit hervor. Die Kirche habe sich weiterentwickelt, und vieles habe sich verändert, auch im konfessionellen Miteinander. Er erinnerte an die vielen ökumenischen Aktionen. Der Dekan wünschte alles Gute auf dem gemeinsamen Weg.

Reinhold Sacher präsentierte anschließend die Diashow „Sankt Ägidius – gestern und heute“. Er nahm die Festgäste mit auf einen Streifzug durch die alte und die neue Kirche. Alte und neue Bilder dokumentierten die Entstehungsgeschichte bis zum jetzigen Zeitpunkt.

Kirche, Schlosskirche und Schloss originalgetreu nachgebaut

Etwas Besonderes war die Enthüllung eines Modells, das das Ensemble aus Sankt-Ägidius-Kirche, Schlosskirche und Schloss zeigt. Originalgetreu hat dies Manfred Mahr mit Hilfe seiner Frau Margit im Maßstab 1:50 nachgebaut (dieses wird in einer der nächsten OT-Ausgaben vorgestellt).

Pfarrer Schwarz dankte den Mitgliedern des Festausschusses und all denen, die zum Gelingen dieser Feierlichkeiten beigetragen haben.

Am Sonntag fand das Jubiläumswochenende mit einem Festgottesdienst in der Sankt-Ägidius-Kirche sein Ende. Diesen gestalteten der Posaunenchor sowie Gerd Brief an der Orgel musikalisch aus. Zu den Gottesdienstbesuchern zählten stellvertretender Landrat Helmut Fischer und die früheren Redwitzer Pfarrer Erwin Engelhardt und Rainer Grimm. Pfarrer Daniel Steffen Schwarz zeigte sich sicher, dass die Kirchengemeinde sich in den Worten des Kirchweihwochenspruches wiederfinden werde. Denn alle haben, jeder und jede für sich auf seine Weise, die Stätte des Hauses Gottes lieb. Sie lieben die Kirche, genauer gesagt, das Kirchgebäude. Denn es ist ein Ort, wo die Ehre Gottes wohnt. In dieser Kirche, wie auch in anderen Kirchen, hat Gott versprochen, anwesend zu sein.

In ihrer Festpredigt bezog sich Dekanin Ott-Frühwald auf Psalm 84,2-13. Sie sah die Kirche als Wohnung für Gott und als Mittelpunkt der Gemeinde. Sie sei auch das Haus für die Seele, wo man zur Ruhe komme und die Kirche Geborgenheit biete. Es gebe nicht nur schöne Zeiten im Leben. Man durchschreite auch dunkle Täler. Gerade hier zeige die Kirche den Weg, wie es wieder besser gehen könne. Sie nahm Bezug auf Redwitz und sprach aktuelle Themen an, die die Menschen doch beunruhigen. Durch den Glauben könne man aber wieder Hoffnung schöpfen. Mit dem Schlusslied „Großer Gott“ und dem Segen klang der Festgottesdienst aus.

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