SCHWÜRBITZ

Demonstration in Schwürbitz: Protest gegen Neonazi-Konzert

Flagge zeigen: Gegen ein Rechtsrock-Konzert bei einem NPD-Stammtisch in Schwürbitz demonstrierten Mitglieder des Aktionsbündnisses „Lichtenfels ist bunt“ und engagierte Jugendliche. Foto: red

Mit einer Spontandemonstration protestierten das Aktionsbündnis „Lichtenfels ist bunt“ und eine Gruppe von engagierten Jugendlichen aus dem Landkreis am Montagabend gegen eine Versammlung von Rechtsextremen in Schwürbitz. „Nazis raus“, riefen die Demonstranten, als sie mit einem Banner von der Kirche zum Gasthof „Zum Hirschen“ zogen. Dort hatte der NPD-Kreisverband Kronach/Lichtenfels zum „Stammtisch“ eingeladen.

Wegen Volksverhetzung verurteilt

Als Musiker sollte dabei der wegen rechtsradikaler Propaganda zu einer Haftstrafe verurteilte Musiker Michael Regener auftreten, der unter dem Pseudonym Lunikoff agiert. Er hatte bei der neonazistischen Band „Landser“ gespielt, die vom Bundesgerichtshof 2001 wegen des Vertriebs von CDs mit volksverhetzendem Inhalt als kriminelle Vereinigung eingestuft worden war.

Angeführt wurden die 25 bis 30 Demonstranten von Pfarrerin Anne Salzbrenner, DGB-Kreisvorsitzendem Heinz Gärtner und Kreisrat Valentin Motschmann (Grüne). Mit ihrer Kundgebung zeigten sie von 19.30 bis 21.30 Uhr Flagge gegen die Veranstaltung. Offen bleibt, wie viele Teilnehmer die Versammlung der Rechten hatte. Gezählt wurden rund 40 Autos mit auswärtigen Kennzeichen nicht nur aus den umliegenden Landkreisen, sondern bis zum Landkreis Rhön-Grabfeld, wie Heinz Gärtner berichtete. Die Polizei, die mit mehreren Streifenwagen vor Ort war, bestätigte, dass die Demonstration friedlich verlaufen sei, machte jedoch keine Angaben zu Zahlen der Beteiligten. Da es sich um eine geschlossene Gesellschaft gehandelt habe, sei eine Kontrolle nicht erforderlich gewesen.

„Es war eine gute Aktion, vor allem auch, weil sich dabei junge Leute aus dem Landkreis für Demokratie und gegen rechtes Gedankengut engagiert haben“, meint Pfarrerin Anne Salzbrenner. Sie betrachte mit Sorge derartige Veranstaltungen, weil dadurch menschenverachtendes Gedankengut verbreitet werde. Unverständlich ist ihr, warum Gastwirte ihre Lokale für Rechtsextremisten zur Verfügung stellen. „Ich möchte dem Wirt nichts unterstellen, aber wenn er meint, er müsste mit solchen Leuten Geld verdienen, dann muss er auf mich als Gast verzichten“, betont die Pfarrerin. Besonders gefreut hat sie sich über den Zuspruch einiger Schwürbitzer.

„Wer solche Treffen ermöglicht, schadet Schwürbitz und dem ganzen Landkreis, das hat unsere schöne Heimat nicht verdient“, betont Valentin Motschmann. Daher sei es wichtig, dagegen zu protestieren und zu zeigen, dass die Rechten im Landkreis nicht willkommen seien. Angesichts der Größe des Treffens und des Einzugsgebiets habe es sich keineswegs um eine geschlossene Gesellschaft, sondern um eine politische Veranstaltung gehandelt.

„Wer solche Treffen ermöglicht, schadet Schwürbitz und dem ganzen Landkreis. Das hat unsere schöne Heimat nicht verdient.“
Valentin Motschmann, Kreisrat (Grüne)

Wie wichtig die Wachsamkeit gegenüber rechten Gruppierungen sei, zeige die Häufung der Treffen, ergänzt Heinz Gärtner. So habe sich der NPD-Kreisverband bereits zu Silvester und am 6. Januar in dem Schwürbitzer Gasthof getroffen. Lob galt der Polizei, die die Demonstration kurzfristig genehmigte. Denn das Aktionsbündnis hatte erst spät von einem Treffen der Rechten an der Tankstelle in Zettlitz erfahren, von wo sie nach Schwürbitz gelotst wurden.

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