MICHELAU

Kinderleichte Gerichte schmecken auch den Großen

Kochen macht Spaß: Praktikantin Elisabeth hilft beim Streichen des Teiges auf die Bachbleche. Foto: Gerda Völk

Im Gegensatz zu früher gibt es heute viele Angebote der Kinderbetreuung während den Ferien für Eltern. Heute ist es mittlerweile so, dass Eltern oft den Überblick über die zahlreichen Möglichkeiten verlieren. Jetzt in der letzten Ferienwoche vor Beginn des neuen Schuljahrs bietet das Mehrgenerationenhaus in Michelau eine besondere Form der Betreuung an. Die Mädchen und Jungen können „Das Perfekte Junior-Dinner“ kochen. Am Montag standen Frikadellen vom Blech mit Potatoes auf dem Speiseplan. Zum Nachtisch gab es einen Apfelkuchen. Am Ende der Woche war es eine Lachsroulade mit Gurkensalat.

Gekocht wird nach der „Kinderleichten Becherküche“ von Birgit Wenz, die mit ihrem Konzept auch die strenge Jury aus der Sendung „Die Höhle der Löwen“ überzeugte. „Ich fand es ideal, weil man als Erstklässler nicht wissen muss, was 125 Gramm ist“, erklärt Frank Gerstner, der Leiter des vom Roten Kreuz geführten Hauses. Unterschiedlich große „Becher“ die zudem noch farblich markiert sind, erleichtern die Aufgabe. Zum Konzept der Becherküche gehört es, dass die Kinder bei der jeweiligen Aufgabe möglichst wenig Hilfestellung benötigen. Zudem gehört eine reich bebilderte Schritt für Schritt Anleitung zum Konzept.

„Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dass ich ein Pflaster hole?“
Frank Gerstner, Leiter des Mehrgenerationenhauses

Hanna und Magdalena haben die Zubereitung der Frikadellen übernommen. Die Jungs wenden sich der Vorbereitung der Potatoes zu, die nach dem Kuchen in den Backofen sollen. Zunächst müssen die Mädchen eine Zwiebel in kleine Würfel schneiden. Es kommt wie es kommen muss, bald fließen die Tränen. Was auf der gegenüberliegenden Seite des Tisches nicht unkommentiert bleibt. „Das nächste Mal schneiden die Jungs die Zwiebeln“, erklärt Hanna selbstbewusst. Nach den Zwiebeln kommt ein Ei in die Schüssel. Ein kurzer Schlag am Schüsselrand und schon gleitet das Ei wie von selbst in die Schüssel, begleitet von einem glucksenden Lachen der Mädels.

Die etwas unkonventionelle Zerkleinerungsmethode der Kartoffel kommentiert Gerstner mit den trockenen Worten: „Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, dass ich ein Pflaster hole?“ Ein Pflaster braucht es den ganzen Vormittag nicht. Es ist eine fröhliche Runde, die gemeinsam eine Mahlzeit zubereitet und dabei auch ihren Spaß hat.

Der Leiter des Mehrgenerationenhauses möchte eine Ferienbetreuung anbieten, die sich an den Bedürfnissen der Familien orientiert. Das Internet sei eine ideale Möglichkeit, um Infos breit zu streuen, ohne dass man schon Monate vorher eventuelle Drucktermine im Auge behalten muss. „Wir schauen wo der Bedarf ist“, sagt Gerstner. Durch Zufall entdeckte er auf dem Veranstaltungskalender des Landkreises Lichtenfels „Obermain Jura“ die Angebote, die sich speziell an Kinder und Jugendliche befindet. Der entsprechende Link von „Obermain Jura Junior“ befindet sich rechts unten auf der Seite an vorletzter Stelle.

Täglich ein anderes Gericht

Eine Woche lang haben die Kinder täglich eine Mahlzeit zubereitet. Gerstner hat dabei nicht nur Lieblingsgerichte im Angebot, sondern auch Speisen, die etwas weniger auf dem Menüplan der Familien stehen dürften. Am Ende steht auch beim perfekten Junior-Dinner, wie beim großen Vorbild auch, die Bewertung. Für die einzelnen Speisen können die Kinder bis zu fünf „Lachgesichter“ vergeben.

Auch Naschen ist erlaubt. Das freut die kleinen Köche. Foto: Gerda Völk

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