UNTERLANGENSTADT

Feuerwehrjubiläum: 30 Vereine und drei Kapellen marschieren los

Die stolze Jubelwehr aus Unterlangenstadt. Foto: Thomas Micheel

Ein Zug mit 30 Vereinen und drei Musikkapellen schlängelte sich vergangenen Sonntag anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr Unterlangenstadt durch den Ort. Die große Teilnahmebereitschaft der Feuerwehren – auch über die Landkreisgrenzen hinaus – stellte deutlich heraus, dass die Ortswehr sich einen Namen gemacht hat. Sie bildet auch einen festen Bestandteil im Ortsgeschehen und in der Großgemeinde. Daher beteiligten sich etliche Ortsvereine am Umzug und bezeugten ihre Verbundenheit.

Die Ortssirene kündigte den Abmarsch des Festumzuges laut vernehmbar an. Dem Zug voran schritten die stolzen Mitglieder der Jubelwehr. Der folgten Mitglieder des Gemeinderates, Bürgermeister und Schirmherr Christian Mrosek, Landrat Christian Meißner und Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner sowie Kreisbrandrat Timm Vogler und die Mitglieder der Kreisbrandinspektion Lichtenfels.

Ein echter Hingucker

Wieder einen Hingucker wert waren die Ehrendamen anlässlich des 100-jährigen Jubiläums 1993 und der Fahnenweihe 1981. Sie nahmen neben freudigem Jubel etliche Blumengrüße entgegen. Der Patenverein, die FFW Trainau, führte die lange Reihe der Freiwilligen Feuerwehren an. Diese waren die Feuerwehren aus Redwitz mit der Kinderfeuerwehr, Mannsgereuth, Marktgraitz, Marktzeuln, Beikeim, Burgstall, Hochstadt, Horb am Main, Küps, Lettrenreuth, Michelau, Neuensee, Oberlangenstadt, Obristfeld, Schwürbitz und Wolfsloch. Aus der Ortschaft und der Großgemeinde kamen der Angelsportverein, der FC Bayern-Fanclub Rodachgrund, die Damenmannschaft des FCR, der Gesangverein „Liederhort“, der Obst- und Gartenbauverein Unterlangenstadt mit den Rodach Kids, die Schützengesellschaft und die Wasserwacht. Musikalisch begleiteten den Festumzug der Musikverein Marktzeuln, die Blaskapelle Marktgraitz und der Spielmannszug Schmölz.

Im Festzelt begrüßte Vorsitzender Jan Millitzer die teilnehmenden Vereine und die Gäste. Er blickte zurück auf das Jahr 1893, dem Gründungsjahr der FFW Unterlangenstadt. In diesen zurückliegenden 125 Jahren stellte Millitzer eine Zeit der großen gesellschaftlichen und politischen Umbrüche fest.

Doch habe es immer Bürger gegeben, die bereit waren für Leben, Gesundheit und Besitz ihres Nachbarn im Notfall Hilfe zu leisten. Zugleich stehen diese 125 Jahre für viele tausend freiwillige Stunden Einsatzarbeit, die von den Kameraden und Kameradinnen ehrenamtlich geleistet wurden. Die Technik und die Ausrüstung haben in diesen vielen Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. Ebenso seien die der Feuerwehr übertragenen Aufgaben der Hilfeleistung umfassender geworden.

Sein Dank galt all denen, die die FFW Unterlangenstadt zu dem gemacht haben, was sie heute sei. Eine gut gerüstete Wehr, die in der Lage ist, die an sie gestellten Aufgaben mit einer hohen Einsatzbereitschaft zu erfüllen. Da werde das Wort „Kameradschaft“ nicht nur gesprochen, sondern auch gelebt. Sein Dank galt all denen, die ihren Teil zum Gelingen des Jubiläumsfestes beigetragen haben.

Lob für die Jubelwehr

Schirmherr und Bürgermeister Christian Mrosek stellte mit der Anwesenheit der zahlreichen Gäste und Vertreter eine Verbundenheit zwischen dem Landkreis, der Kommune und der Feuerwehr Unterlangenstadt fest. Am Beispiel der Unterlangenstadter Ortswehr werde deutlich, wie viele wichtige Anstöße von den Feuerwehrvereinen vor allem im ländlichen Raum ausgehen könne. Ein vielseitiges Veranstaltungsangebot und gegenseitige Hilfe fördere den Zusammenhalt in der Gemeinde. Gern habe er die Schirmherrschaft angenommen. Stolz könne die Freiwillige Feuerwehr auf 125 Jahre Feuerwehrgeschichte zurückblicken. Vieles habe sich geändert, die Ideale und Werte, die die Feuerwehren auszeichnen, seien mit dem selbstlosen Einsatz, der praktischen Nächstenliebe und der kameradschaftlichen Hilfsbereitschaft gleich geblieben.

Landrat Christian Meißner hob hervor, dass die Jubelwehr stolz auf dieses Fest sein könne. Man wisse, dass man sich auf sie verlassen könne. Seinen Dank sprach er für die erbrachten Einsätze aus.

Kreisbrandrat Timm Vogler sah die 125 Jahre erfolgreiche Feuerwehrarbeit im Zeichen der Sicherheit und des bürgerschaftlichen Miteinanders. Das Gemeinwesen lebe von der Einsatzbereitschaft seiner Bürger für das Gemeinwohl. Die vielen freiwilligen Helfer leisten nicht nur in Brandfällen, sondern auch in vielen anderen Notlagen rund um die Uhr tatkräftige und schnelle Hilfe. Immer wieder werde ein hohes Maß an Einsatz, Mut und Fachwissen bewiesen, selbst unter Gefährdung von Leib und Leben.

Die Feuerwehren seien definitiv als lebensrettende Hilfsorganisationen und als gesellschaftliches und kulturelles Element aus dem ländlichen Gemeinschaftsleben nicht wegzudenken. Er sprach allen Verantwortlichen seinen Dank aus für die enge Zusammenarbeit mit den Feuerwehrleuten und für das gemeinsame Miteinander im Sinne der Sicherheit für die Bevölkerung. Als Zeichen der Anerkennung überreichte der Kreisbrandrat an Vorsitzenden Jan Millitzer die Urkunde des Kreisfeuerwehrverbandes als Ehrengabe zum Gründungsfest. Nun erhoben sich alle zur Bayern-Hymne und zum Deutschlandlied.

Niklas Welscher, Vorsitzender des Patenvereins FFW Trainau, übermittelte seine Glückwünsche. Er unterstrich, dass ein Verein, der Bestand haben möchte, Menschen brauche, die ihre Freizeit opfern und für die Gemeinschaft einsetzen. „Die Gründungsmitglieder können stolz sein“, war sich der Vorsitzende bewusst, und hob hervor: „Jetzt wächst zusammen, was bereits zusammengehört.“

Zünftige Musik

Nun war es der Musikverein Marktzeuln, der unter der Leitung von Stephan Hacker den weiteren Festverlauf musikalisch gestaltete. Ein schönes Bild boten die vielen Feuerwehren und Vereine, zusammen mit den Ortsbewohnern und vielen Gästen, die in harmonischer Runde im und vor dem Festzelt beisammen saßen und allein mit ihrer Anwesenheit die Verbundenheit zur Jubelwehr zum Ausdruck brachten.

Den Auftakt am Sonntag hatte die Abholung des Patenvereins „FFW Trainau“ mit anschließendem Frühschoppen gemacht.

Die Ehrendamen anlässlich des 100-jährigen Bestehens 1993 und der Fahnenweihe 1981. Foto: Thomas Micheel
Da braucht es einem um die Feuerwehr nicht bang zu sein: Die Kinderfeuerwehr „Redwitzer Löscherla“, der auch Unterlangenstadter Kinder angehören. Foto: Thomas Micheel