MICHELAU

„Wir sind im Zeitplan“

Im Vorfeld der Sitzung des Abwasserzweckverbands Marktzeuln-Michelau stand eine Baustellenführung auf dem Programm. Im Hintergrund ist das neue Belebungsbecken zu sehen. Foto: Gerda Völk

„Wir haben einen gesunden Haushalt“: Mit dem von Kämmerer Gerd Bergmann vorgestellten Zahlenwerk für den Abwasserzweckverband Marktzeuln-Michelau für das laufende Jahr zeigte sich der Zweckverbandsvorsitzende und Michelauer Bürgermeister Helmut Fischer sehr zufrieden. Mit einem Gesamtvolumen von 5,09 Millionen Euro (Verwaltungshaushalt 1,17 Millionen Euro, Vermögenshaushalt 3,9 Millionen Euro) präsentierte der Kämmerer am Montag einen soliden Haushalt. Im Vorfeld der Sitzung hatte sich das Gremium vor Ort einen Überblick über den Stand der Arbeiten verschafft.

Weiter sprudelnde Einnahmen bei den Kanalbenutzungsgebühren und bei den Gebühren für die Straßenentwässerung machen sich im Verwaltungshaushalt positiv bemerkbar. Mit 1,17 Millionen Euro ist das Haushaltsvolumen gegenüber 2017 um knapp 14 000 höher, weil die Einnahmen der Hausanschlüsse gestiegen sind. Trotz gestiegener Ausgaben können dem Vermögenshaushalt wieder 129 100 Euro zugeführt werden, erläuterte Bergmann.

Größerer Vermögenshaushalt

Zu den wichtigsten Einnahmen im Verwaltungshaushalt zählte der Kämmerer die Benutzungsgebühren mit 964 000 Euro, die Abschreibungen mit 146 600 und die Verzinsung mit 50 300 Euro. Dem gegenüber stehen die Ausgaben für die Unterhaltung des unbeweglichen Vermögens mit 290 000 Euro, die Personalausgaben mit 222 900 Euro, die Verwaltungs- und Betriebsausgaben mit 211 000 Euro und die kalkulatorischen Kosten mit 196 900 Euro.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich das Volumen des Vermögenshaushalts um knapp 1,6 Millionen Euro auf 3,9 Millionen Euro erhöht. „Dies liegt hauptsächlich an der Sanierungsmaßnahme der Kläranlage und des Kanalsystems und der damit verbundenen Entnahme aus der allgemeinen Rücklage“, erläuterte Bergmann. Für die Sanierung der Kläranlage wurden 2,45 Millionen Euro eingestellt. Für die Baugebiete „Am Kreuzhof“ in Neuensee 180 000 Euro und „Lettenreuth-West“ 45 000 Euro. Für die planmäßige Tilgung von Krediten gibt der Zweckverband in diesem Jahr 22 400 Euro aus. Das macht bei einem Schuldenstand von 713 898 Euro eine Pro-Kopf-Verschuldung von 89,19 Euro aus.

Die vom Abwasserzweckverband Marktzeuln-Michelau für dieses Jahr geplanten Maßnahmen betreffen neben dem Umbau und der Sanierung der Kläranlage unter anderem Arbeiten an den Regenüberlaufbecken, an den Pumpwerken und am Kanalnetz im Verbandsgebiet. Das Gremium stimmte der vom Kämmerer erstellten Jahresrechnung 2017 zu.

In der jüngsten nichtöffentlichen Sitzung des Zweckverbands stimmte das Gremium einem Auftragsvolumen in Höhe von 797 421 Euro für die Sanierung der Kläranlage und den Neubau der Mischwasserbehandlungsanlage einschließlich der Vergabe von Nachträgen zu.

Relativ lange Lieferzeiten

Dass es voran geht mit den Arbeiten an der Kläranlage, davon konnten sich die Verbandsräte bei einem Rundgang über die Baustelle überzeugen. „Wir sind im Zeitplan“, lautete die frohe Kunde von Bauamtsleiter Bernd Wiesmeier. Probleme bereiteten eher die relativ langen Lieferzeiten für die Steuerungstechnik. Künftig würden die einzelnen Betriebsbereiche baulich zusammengefasst. Ein neuer Betriebs- und Verwaltungsbau stehe schon, ebenso wie ein neues Belebungsbecken mit einem Fassungsvolumen von rund 3000 Kubikmeter. Aktuell sei nur ein Belebungsbecken vorhanden, das bereits an seiner Kapazitätsgrenze angelangt ist. Nach heutigen Vorgaben sollte der Schlamm einige Tage länger im Reinigungskreislauf bleiben und von Mikroorganismen bearbeitet werden. Im Gegensatz zum alten Rundbau wurde der Neubau als Längsbecken mit einer Länge von rund 40 Metern, einer Breite 13,5 Metern und einer Höhe von sechs Metern konzipiert.

Geht es nach Plan, soll das Belebungsbecken bereits im Herbst in Betrieb genommen werden. Im Anschluss steht die Sanierung des bestehenden Beckens an. Die Gesamtmaßnahme soll Ende nächsten Jahres beendet sein.

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