NEUENSEE

Ein glanzvolles Comeback

Das Duo „Gitti und Frank“ animierte etliche Besucher sogar zu einem Tänzchen vor der Bühne. FOTOS Klaus Gagel Foto: Klaus Gagel

Ein Dorf feiert. Nach einem Jahr Pause erlebte das Dorffest in Neuensee ein glanzvolles Comeback. Allerdings hatten die Aktiven der verschiedenen Ortsvereine wenig Gelegenheit, die Annehmlichkeiten des Festes zu genießen. Unabhängig von den Aufbauarbeiten, die schon etliche Tage vorher begannen, waren sie am Samstag und Sonntag rund um die Uhr im Einsatz. Die Gäste aus nah und fern dankten es mit einem überwältigenden Besuch.

Die Kehrseite des Besucherandrangs waren die langen Schlangen, die sich zu Zeiten der Mittags- und Abendzeit insbesondere am Samstagabend an den Verpflegungsständen bildeten. Lange Wartezeiten mussten in Kauf genommen werden, bis man endlich am Ziel der kulinarischen Wünsche angelangt war. Dabei arbeiteten die Teams auf Hochtouren.

„Es war wie ein Tsunami“ beschrieb Werner Schilling den Ansturm. Er kennt die Dorffeste von Beginn an. „Einen solch massiven Andrang hatte es zuvor noch nicht gegeben. „Selbst für ein Paar Bratwürste musste man eine halbe Stunde anstehen“. Hautnah erlebte Werner Schilling die Besucherflut bei der Eröffnung des „Schnäppchen-Basars“ des Obst- und Gartenbauvereins. Auch viele Händler befanden sich unter den Suchenden.

Bestens organisiert war die Ausgabe beim Gastronomiebetrieb „Goldenes Eichhorn“ aus Weidhausen. Hier kennt man die Nachfrage aus den Vorjahren. Hand in Hand wurden die schmackhaften Portionen zubereitet. Egal, ob Rindfleisch mit Kren, Schäufele Pfefferbraten oder Gänsebrust, man sah allenthalben zufriedene Gesichter.

Etwas unterschätzt hatte den Ansturm möglicherweise „Hotte“ (Horst Krawutschke) und sein Mammut Catering-Team. Der „Smoker-König“ war nicht mit seinem größten Smoker Europas, dem Giant Mammut Smoker I, angereist, sondern hatte sich mit dem etwas kleineren Smoker II auf die achtstündige Reise nach Neuensee gemacht. Schon am Samstag musste Fleisch nachgeordert werden. Das pulled pork, die Rips, zarten Steaks und Beef Brisket hatten es den Gästen angetan, die bis zu einer Stunde Wartezeit in Kauf nahmen, um einige der guten Stücke zu ergattern.

Natürlich war der Mammut-Grill der Star des diesjährigen Dorffestes. Gewaltig wie eine Dampflok aus längst vergangenen Zeiten stand er da. Die Schornsteine rauchten. Auf über zehn Quadratmetern Rostfläche brutzelte das Grillgut. Das Team hatte alle Hände voll zu tun und erhielt Unterstützung von einem der Hauptorganisatoren des Dorffests. Mit einer Professionalität, die man ihm kaum zugetraut hätte, mutierte der Schreinermeister Andreas Scheumann zum „Spitzenkoch“.

Es ist eben das Fest der kulinarischen Köstlichkeiten, und deren Vielfalt macht den Reiz des Neuenseer Dorffests aus. Es gab nicht nur Gebratenes und Gegrilltes. Für Fischliebhaber gab es Fisch- und Lachsbrötchen oder die beliebten Calamari. Die Lisel wurde ihrem legendären Ruf mit ihren leckeren Langos vollauf gerecht und mit Südtiroler Speck und Almkäse punktete der Weinstadel.

Bei einer derartigen Auswahl ließ sich auch die politische Prominenz nicht lange bitten. Landrat Christian Meißner hatte gern die Schirmherrschaft übernommen und trieb mit zwei gezielten Schlägen den Zapfhahn ins offizielle Fass. Dank der Aktion des Landratsamtes gab es alkoholfreie Getränke für die jüngeren Besucher und die Autofahrer. Ein umfangreiches Angebot an Kuchen und Torten gab?s bei der Dorfgemeinschaft.

Ein Tänzchen vor der Bühne

Passend zum kulinarischen Angebot hatten Veranstalter auch das Musikprogramm ausgewählt. Bestens unterhalten wurde man am Samstag von der „Gipfel Gaudi“, am Sonntag zum Mittagstisch von der wunderbar aufspielenden Schwürbitzer Blaskapelle und am Abend animierten „Gitti und Frank“ etliche Besucher sogar zu einem Tänzchen vor der Bühne.

„Natürlich haben wir diesen Erfolg auch dem passenden Wetter zu verdanken“, resümierte Werner Schilling am Sonntagabend. „Deshalb wird es wohl am morgigen Abend auch einen Dankgottesdienst geben.“ Danken darf man auch für den harmonischen Ablauf des Festes. Die massiven Straßensperren am Rande des Festgeländes hatten so gesehen rein dekorativen Charakter.

Richtig zünftig ging?s zu bei der Gipfel-Gaudi. Foto: Klaus Gagel
Wenn Verstärkung gebraucht wird mutiert der Schreinermeister zum „Spitzenkoch“. Foto: Klaus Gagel

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