22 Frauen und Männer feiern Jubelkommunion in Marktgraitz

MARKTGRAITZ

22 Frauen und Männer feiern Jubelkommunion in Marktgraitz

Glockenläuten und viele Menschen auf dem Marktplatz zeigten am Sonntagfrüh, dass etwas Besonderes in der Marktgraitzer Pfarrkirche „Zur heiligsten Dreifaltigkeit“ los sein musste: 22 Frauen und Männer begingen ihre Jubelkommunion. Vor 40, 50, 60, und 80 Jahren hatten sie ihre Erstkommunion in Marktgraitz gefeiert.

Wegen der Infektionsschutzmaßnahmen wurden die persönlichen Abstände besonders wichtig genommen. Aber auch so wurde es ein ganz besonderer Gottesdienst.

Pfarrer Lars Rebhan nannte es in seiner Begrüßung schön, dass die Jubilare gekommen sind, um ihrer Erstkommunion, die sie vor langer Zeit gefeiert haben, zu gedenken. Die Frage aus der Lesung von Jesus an seine Jünger, „Für wen halten die Menschen mich?“, stellte Rebhan leicht um und fragte die Jubilarinnen und Jubilare, für wen sie Gott in ihrem Leben hielten. Es sei wichtig, Vertrauen zu Gott zu haben.

Am Beispiel eines Jungen, der seinem Vater in jeder Lebenssituation vertraute, zeigte der Geistliche auf, dass es leichter fällt, auf Gott zu vertrauen, wenn alles im Leben läuft.

„Mit Gott ist es wie mit Eltern: Er lässt uns nicht fallen, wenn wir ihm vertrauen.“
Lars Rebhan, Pfarrer

Es gelte aber, wie in der Lesung Jesus in die Wüste zu folgen und auch dann Vertrauen zu haben auf das, was kommen mag. „Mit Gott ist es wie mit Eltern: Er lässt uns nicht fallen, wenn wir ihm vertrauen“, betonte Rebhan. In Notlagen, Misserfolg, Trauer und gar Tod sei dies nicht immer leicht. Gerade hier würden Gott und der Glaube gebraucht.

Die Fürbitten trugen die Jubilare selbst vor. Aus ihnen wurde die Hoffnung auf eine immer neue Zugänglichkeit zu Gottes Glauben und dessen Vertrauen in jedem Einzelnen spürbar. Sehr feierlich gestaltete sich der Gottesdienst auch durch das gesungene Hochgebet von Pfarrer Lars Rebhan und das schöne Orgelspiel mit den Variationen über den Choral „Nun danket alle Gott“ von Christain Rinkhardt zur Kommunionausteilung.

Moritz Hopfenmüller feierte 1941 seine Erstkommunion

Nach dem Erinnerungsfoto blickten die Jubilarinnen und Jubilare in der heimischen Gastronomie auf die Zeit der Erstkommunion zurück. An die nicht einfache Kriegszeit um 1941 erinnerte sich dabei der älteste Jubilar Moritz Hopfenmüller, der vor 80 Jahren bei Pfarrer Dr. Johannes Jann zur Erstkommunion ging. „Es war keine einfache Zeit“, sagte er. „Besonders, als die ersten Flüchtlinge kamen.“ Große Feierlichkeit wie heute gab es damals nicht.