COBURG/LICHTENFELS

Wechsel: Ursula Haderlein übernimmt am Landgericht Coburg

Bei der Justiz in Coburg und Bamberg gibt es neue Behördenleiter. Bei der Amtseinführung v. li.: der bayerische Justizminister Georg Eisenreich, der neue Präsident des Landgerichts Bamberg Anton Lohneis, die neue Präsidentin des Landgerichts Coburg Ursula Haderlein sowie Lothar S... Foto: Mathias Mathes

Wechsel Bei den oberfränkischen Justizbehörden: Ursula Haderlein ist neue Präsidentin des Landgerichts Coburg. Ihr Vorgänger Anton Lohneis bekleidet diese Spitzenposition jetzt am Landgericht Bamberg.

Bei der Verabschiedung von Anton Lohneis am Donnerstag brach der bayerische Justizminister Georg Eisenreich eine Lanze für eine unabhängige Justiz. Frieden, Freiheit, Demokratie und Wohlstand seien keine Selbstverständlichkeiten, sondern müssten vielmehr stets verteidigt und neu errungen werden. Dabei käme den Justizbehörden eine tragende Rolle zu. „Die Unabhängigkeit der Justiz darf in einem Rechtsstaat nie in Frage gestellt werden“, betonte Eisenreich.

„Die Unabhängigkeit der Justiz darf in einem Rechtsstaat nie in Frage gestellt werden.“
Georg Eisenreich, bayerischer Justizminister

Zudem lud er spontan Vertreter der Coburger Justizbehörden zum Gespräch schon in der nächsten Woche. Der Hintergrund: Coburg ist Pilotstandort zur Einführung der elektronischen Akte in den bayerischen Justizapparat. Bei der Umsetzung ist nach den Worten der neuen Landgerichtspräsidentin noch Sand im Getriebe. Ein Sachgespräch im Justizministerium soll schnelle Abhilfe in Form praxisgerechter Lösungen schaffen.

An der Digitalisierung führt kein Weg vorbei

Dass an der Digitalisierung auch für Behörden kein Weg vorbei führt, daran ließ der Minister keinen Zweifel. Bei der Justiz ist der Landgerichtsbezirk Coburg mit den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels einer von drei in Bayern, der den Weg für elektronische Akten ebnen soll. Allerdings bedeute die Digitalisierung nicht unbedingt weniger Personalbedarf, so Eisenreich. Die Justiz müsse zunehmend mehr Aufgaben bewältigen, weshalb der Freistaat für dieses Jahr 90 neue Stellen für Richter und Staatsanwälte vorgesehen habe.

Lohneis und Haderlein – laut Justizminister Eisenreich „zwei herausragende Persönlichkeiten der oberfränkischen Justiz“ – kennen sich in Folge einer jahrelangen Zusammenarbeit in Coburg bestens. So war Lohneis nicht nur als Landgerichtspräsident, sondern auch als Staatsanwalt, Leitender Oberstaatsanwalt und Direktor des Amtsgerichts in Coburg tätig.

Ursula Hadlerlein war Leitende Oberstaatsanwältin in Schweinfurt

Ursula Haderlein begann ihre Karriere 1998 bei der Staatsanwaltschaft Coburg und arbeitete auch als Richterin und Oberstaatsanwältin. Zuletzt war sie fünf Jahre als Leitende Oberstaatsanwältin in Schweinfurt im Einsatz. „Ich bin in Coburg warmherzig aufgenommen worden“, betonte sie. Und Anton Lohneis blickte mit Dankbarkeit zurück: „Die Coburger Justiz war für mich beruflich wie persönlich ein Glücksfall.“

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