SCHNEY

Vortrag zum Zustand von Regiomed bei der SPD Schney

Vortrag zum Zustand von Regiomed bei der SPD Schney
Martin Lücke, Betriebsratsvorsitzender des Klinikums Coburg und Regiomed-Konzernbetriebsratsvorsitzender, referierte bei der Schneyer SPD. Foto: Reinhard Blechschmidt

Stadträtin Elke Werner konnte zum Monatstreffen des SPD-Ortsvereins Martin Lücke für ein Referat über den Zustand der Regiomed-Kliniken GmbH gewinnen. Lücke ist Betriebsratsvorsitzender im Klinikum Coburg und Konzernbetriebsratsvorsitzender. Bei der Europawahl kandidierte er auf der Liste der SPD.

Er erläuterte zunächst den Aufbau des Konzerns und wählte dafür das Bild einer Großfamilie, bestehend aus einer „Mutter“ mit vier Gesellschaftern, dem Krankenhausverband Coburg und dem Landkreis Lichtenfels auf bayerischer Seite und den Landkreisen Sonneberg und Hildburghausen in Thüringen. Die „Töchter“ sind die Kliniken und die „Enkel“ weitere Gesellschaften, wie zum Beispiel die Medizinischen Versorgungszentren, Senioreneinrichtungen, Rettungsdienste oder Reha-Einrichtungen. Das ergibt einen ziemlich komplexen Konzern mit etwa 5000 Beschäftigten.

Lücke: Der Abwärtstrend ist noch nicht gestoppt

Laut Presseberichten ist Regiomed in eine Schieflage geraten. Offensichtlich führten Versprechungen und Fehlplanungen der alten Geschäftsleitung zu einem finanziellen und personellen Desaster. Der Geschäftsbericht 2018 zeigte ein Defizit von etwa 25 Millionen Euro auf. Die Politiker im Aufsichtsrat als Vertreter der Gesellschafter seien aus verschiedenen Gründen mit der Kontrolle überfordert gewesen.

Seit Jahren habe der Betriebsrat vor diesen Fehlentwicklungen gewarnt. Dies sei jedoch geflissentlich überhört worden. Der Abwärtstrend sei noch nicht gestoppt, meinte der Betriebsratsvorsitzende. Er warnte davor, am Personal zu sparen. In anderen Wirtschaftsbereichen habe sich gezeigt, dass das eher kontraproduktiv sei. Personalmangel führe auch in den Regiomed-Kliniken zu Ausfällen bei der Versorgung der Patienten, was er als Notarzt immer wieder erlebe. Die hoch kompetenten und engagierten Mitarbeiter arbeiteten oft am Limit. Deswegen verliere man auch immer wieder Mitarbeiter.

Für mehr finanzielle Anstrengungen der Gesellschafter

Lücke forderte für den Betriebsrat einen paritätisch besetzten Aufsichtsrat, damit man auf Augenhöhe mit den anderen Funktionsträgern zur positiven Entwicklung des Konzerns beitragen könne. Er sei auch der Meinung, dass in Krisensituationen wie dieser mehr finanzielle Anstrengungen der Gesellschafter nötig wären, was aber in Anbetracht der unterschiedlichen finanziellen Situation in den Landkreisen in Frage steht. Für das gesamte Personal solle der TVöD (Tarifvertrag öffentlicher Dienst) gelten.

Auch das Problem des ständigen Wechsels von Führungskräften sprach Lücke an. Er erinnerte an das ursprüngliche Ziel bei der Schaffung von Regiomed, nämlich Hochleistungsmedizin in den ländlichen Raum zu bringen. Das verlange gute, solide und belastbare Strukturen. Bislang seien sinnvolle Entwicklungen oft nicht möglich gewesen, weil die einzelnen Krankenhäuser und die Landkreise hinter ihnen nicht bereit waren, Kompetenzen abzugeben, damit beispielsweise Schwerpunktversorgung angeboten werden konnte. Aber jeder Gesellschafter habe schließlich auch Mitverantwortung für die anderen Gesellschafter.

Medizinische Versorgung in der Region ist alternativlos

Die medizinische Versorgung in der Region ist für Lücke alternativlos. Es brauche ein kommunal gefördertes Zukunftsprogramm. Gerade darin sehe er eine Aufgabe für die Sozialdemokratie. Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die Zuhörer und der Referent die aktuelle medizinische Versorgung vor Ort und den Mangel an Hausärzten.

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