DJ-Party in der Lichtenfelser Stadtalm endet zu früh

LICHTENFELS

DJ-Party in der Lichtenfelser Stadtalm endet zu früh

U-lapa-lu. Oder: Depp, Depp, Depp, Johnny Depp, Depp, Depp. Textfragmente wie diese krönten Refrains ausgelassener Lieder. Besinnlicher wird's nicht am Vorabend zum ersten Advent. Nicht, wenn ein Discjockey für gute Stimmung sorgt und Besinnlichkeit nicht Zweck des Ganzen ist. DJ The Night machte seine Sache am Samstagabend gut, der Spaß war da. Ort des Ganzen: die Stadtalm vor dem Rathaus.

Szenen aus der Vorweihnachtszeit und dem Beginn der Veranstaltungen am Weihnachtsmarkt: Es ist schön hier. Findet DJ The Night auch. Eigentlich heißt er Denis Boxem, kommt aus Coburg und meint, dass dieser Stadt so eine Stadtalm auch gut zu Gesicht stünde. Er mag das Flair aus hellem Holz, aus dem wärmenden Ofen im Eck vorne rechts und den alpenländischen Anleihen. Dies sei es, was den Ort anziehend macht.

„Die Alm gefällt mir super.“
Denis Boxem aus Coburg alias DJ The Night

„Die Alm gefällt mir super“, sagt der Mann und stört sich nicht weiter dran, dass eine Alm ja eigentlich eine Wiese ist. Woran er sich aber ein bisschen stört, ist der Umstand, dass an einem Samstagabend nicht bis 3 Uhr morgens Betrieb sein kann.

Damit ist er nicht allein. Valerie Greer sieht das ähnlich. Die junge Frau aus Lichtenfels betrat mit der Stadtalm glatt Neuland. Auch sie findet, dass der durch Auflage verfügte Veranstaltungsschluss gegen 23 Uhr ein wenig früh kommt. „Es ist halt auch was für junge Leute. Es sollte bis 2 Uhr gehen.“

Stimmungshöhepunkt gegen 22 Uhr erreicht

Was ihre Worte stützt, ist der Umstand, wonach der Altersschnitt der Besucher so um die 24 Jahre gelegen haben dürfte und der Zuschauerandrang nach 22 Uhr seinen Höhepunkt erreichte. 40, 45 Sitzplätze waren allerdings allzeit besetzt. Zwischendurch wurde sogar getanzt.

Auch das seit dem Jahr 1984 wirklich Unvermeidliche trat um 21.23 Uhr ein: DJ The Night spielte „Last Christmas“ des einstigen Pop-Duos Wham, das den modernen Weihnachtsklassiker überhaupt schuf. Ein Lied, das verbindet und spaltet, an dem sich gerieben wird. Oder wie eine junge Frau es an diesem Abend ausdrückte: „Das Lied macht erst richtig Spaß, wenn jemand im Publikum ist, der das Lied hasst.“

„Nothing else matters“ von Metallica als Rausschmeißer

Was mit Alpenrock und deutschen Texten begann, sollte mit Metallicas „Nothing else matters“ sein Ende finden. Ein „Rausschmeißer“, den sich Stadtalm-Wirt Uwe Held bei DJ The Night wünschte. Zwischen Alpenrock, 1980er-Hits und eben Metallicas Ballade, sollte der sich bewegen.

In seinem Job hat Denis Boxem eine Menge Erfahrungen gesammelt. Unter anderem diese: „Akademiker sind ganz schön schwer zum Tanzen zu kriegen, die führen Fachgespräche.“ Tatsächlich war der Abend aber nicht um 23 Uhr, sondern erst gegen 23.15 Uhr aus. Die jungen Menschen gingen, Wirt Uwe Held begann aufzuräumen. Auch er würde, so sagt er, bis 3 Uhr offen lassen. Wenn es erlaubt wäre.