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Heimische Fotografen überzeugen beim „Blende“-Wettbewerb

Heimische Fotografen überzeugen beim „Blende“-Wettbewerb
Die Sieger und Organisatoren des Blendewettbewerbs unserer Zeitung. Die Qualität der eingereichten Bilder war beeidnruckend. Foto: Markus Häggberg

Das saßen sie. Am Mittwochabend, erwartungsvoll und im großen Saal der Sparkasse in der Kronacher Straße. Ältere, Jüngere und Jugend. Über 40 heimische Hobby-Fotografen und Angehörige waren zur Preisverleihung gekommen Der Zeitungsleser-Fotowettbewerb „Blende“ genießt Renommee und das Obermain-Tagblatt ist für den regionalen Vorentscheid sein Botschafter im Landkreis.

Bedauern lag in den Worten von Klaus Gagel. Der einstige Lehrer, der einen Namen als Fotograf besitzt, stand moderierend im großen Saal und sprach von „einem Trend, der sich leider fortsetzt“. Gemeint war eine gewisse heimische Zurückhaltung bei der Blende-Teilnahme. Aber es gab auch gute Nachrichten, denn die letztlich immerhin 42 Teilnehmer, die sich bis zum Ablauf der Teilnahmefrist meldeten, sorgten für 306 Einsendungen zu vier Kategorien. Und auch wenn das Finden von Sponsoren nicht immer leicht gewesen sein mochte, so waren die, die sich zum Mitmachen gewinnen ließen, eine verlässliche Größe.

Heimische Fotografen überzeugen beim „Blende“-Wettbewerb
Werner Fichtel gelang die Dokumentation eines wirklich speziellen Moments: das Gefrieren einer Seifenblase. Foto: Markus Häggberg

Allen voran die Sparkasse Coburg-Lichtenfels oder die Raiffeisen-Volksbank Lichtenfels-Itzgrund, aber auch Läden, Gasthäuser, Schwimmbäder, Autohäuser, Kommunen etc. Was sie als Preise boten, waren Aufmerksamkeiten in Form von Gutscheinen. Der Gesamtwert der Preise lag bei 2000 Euro.

Vier Kategorien im Angebot

Und die Kriterien des Ganzen? Da wäre beispielsweise die Richtlinie, wonach kein Teilneher Profi sein dürfe oder wonach pro Kategorie maximal vier Fotos eingereicht werden konnten. Oder die Vorgabe von insgesamt vier möglichen Kategorien. Inklusive jener, die „Schöne analoge Welt“ heißt und für die Jugend gedacht war. Bei „In Bewegung“ galt es Dynamik einzufangen. Bei „Special Moments“ war es der besondere Moment und bei „Nightlife“ war es von Relevanz, wie ein Fotograf nächtliche Lichtverhältnisse meisterte. Doch ein Satz, den Gagel der Preisverleihung vorausschickte, deutete auf die Güte der Einsendungen hin: „Da ist kein Bild dabei, das vom Technischen her Mängel hat.“

Heimische Fotografen überzeugen beim „Blende“-Wettbewerb
Julia Gick ist Medaillengewinnerin. Für "Meine Oma" erhielt sie im Jugendwettbewerb die goldene Auszeichnung und ist sic... Foto: Markus Häggberg

Eine Ausgezeichnete des Abends war Birgit Kirster vom Michelauer Fotoclub. Gleich sechsmal durfte sie aufstehen, um einen Preis mit Handschlag in Empfang zu nehmen. Eines von Kirsters Bildern aus der Kategorie „Nightlife“ ist symbolstark. Ein Bettler im Schatten wird durch Lichtverhältnisse von jenen separiert, die im Licht stehen und konsumieren können.

Dank der Oma gibt es einen Preis

„Ich liebe Streetfotografie“, so Kirster. Doch tatsächlich war es ein anderes Bild, um das sie bangte. Für Special Moments schuf sie „Blick in die Zukunft“, eine heitere Gegenüberstellung alter Frauen und Männer, von der sie hoffte, dass es von der Jury bemerkt würde. Die Jury aber, die war fünfköpfig. Zu ihr zählten neben Klaus Gagel unter anderem auch Redakteure des Obermain Tagblatts, Markus Drossel und Frank Gorille, sowie Till Mayer, der jetzt im Saal war, um Urkunden zu überreichen. Oder Medaillen. So wie im Fall von Julia Gick.

Der Teenager stellte sich im Jugendwettbewerb der Kategorie „Schöne analoge Welt“ und steuerte „Meine Oma“ bei. Und wie bei all den mit Preisen bedachten Fotos, wurde auch dieses an die Wand projiziert und von Gagel besprochen. Echte Resonanz, die auf Bildaufbau oder „Modulation und seitlichen Lichteinfall“ einging. Doch Julia Gick wusste das Bild auch anderweitig zu komponieren. Sie spielte gekonnt mit dem, was in ihrer Kategorie auf die gute alte Zeit verweist. Da war ihre Oma, noch dazu in schwarz-weiß und vor einer Schreibmaschine sitzend. Das brachte ihr die im Jugendwettbewerb vergebene Goldmedaille ein.

Heimische Fotografen überzeugen beim „Blende“-Wettbewerb
Da schaut man gerne genauer hin. Die Ausstellung ist noch drei Wochen im Sparkassen-Foyer zu sehen. Foto: Markus Häggberg

Im 45. Jahr steht Europas größter Fotowettbewerb für Amateurfotografen, der seit über 20 Jahren auch vom Obermain Tagblatt mitgetragen wird. An diesem Abend erinnert sich Gagel auch gerne an die mehrstündige Jurysitzung, die schon am 16. Oktober stattfand. Nun werden die Siegerbilder, die ersten zehn aus den Kategorien um Nacht, Momente und Bewegung sowie die ersten fünf aus dem Jugendwettbewerb, zum Endausscheid nach Frankfurt am Main empfohlen. Im Foyer der Sparkasse hängen sie schon mal für die nächsten Wochen als Ausstellung.

Die Sieger, ihre Bilder und Sponsoren gibt es auf Sonderseiten in der Samstags-Ausgabe zu sehen.

Die Gewinner

In Bewegung:

1. Klaus Rössner, Hard Work.

2. Reinhold Hopf,

Bewegung in alle Richtungen.

3. Werner Fichtel, Wespe.

4. Norbert Vetter, Badetag.

5. Martin Kessel, Fang mich auf.

6. Udo Klinger, De Wolf.

7. Birgit Kirster, Louis in Bewegung.

8. Richard Schmitt, Höchergeschader.

9. Birgit Kirster, Dirt-Track Races.

10. Gregor Schreiber, Mpmba-Effekt.

Nightlife:

1. Richard Schmitt, Winternacht.

2. Birgit Kirster, Nachtleben.

3. Sarah Michalski, One Night in Bangkok.

4. Helmut Kober, Live in concert.

5. Birgit Kirster,

Nachtleben beim Truckertreffen.

6. Reinhold Hopf, Die Damen des Abends.

7. Richard Schmitt, Lichterfest.

8. Siegfried Mischke, Schattenspiel.

9. Richard Schmitt, Not perfect.

10. Martin Kessel, Labyrinth.

Special Moments:

1. Werner Fichtel, Seifenblase.

2. Herbert Steiner, Luftkampf.

3. Klaus Rössner, Der Raucher.

4. Birgit Kirster, Out of control.

5. Udo Klinger, O Herr.

6. Karl-Heinz Stöckert, Silence.

7. Birgit Kirster, Blick in die Zukunft.

8. Udo Krauß, Das glaub ich jetzt nicht.

9. Norbert Heiser, Gewitter.

10. Peter Müller, Rise of a purple angel.

Jugend:

1. Julia Gick, Meine Oma.

2. Katharina Süppel, Max und Moritz.

3. Jana Ziegelhöfer, Negativ – das Original.

4. Benjamin Göring, Open Air.

5. Hannah Büttner, Cool in analog.

Heimische Fotografen überzeugen beim „Blende“-Wettbewerb
Die Teilnehmer und ihre Angehörigen erkundeten bei der Eröffnung die Ausstellung. Foto: Markus Häggberg
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Kniefall oder Foto? Oder beides? Diese Szene wäre auch schon ein Motiv wert. Foto: Markus Häggberg

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