LICHTENFELS

Bundesweite Betrugsserie: Polizei nimmt Trio fest

Streifenfahrzeuge der Polizeiinspektion Lichtenfels. Symboloto: Markus Drossel

Im Februar haben Beamte der Kriminalpolizei Coburg in Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Coburg Ermittlungen wegen Betrugsverdachts aufgenommen, nachdem einer Firma aus dem Landkreis Lichtenfels mittels betrügerischer Bestellungen von Tablets durch Unbekannte ein Schaden im fünfstelligen Eurobereich entstanden war. Der Firmeninhaber befürchtete nun aufgrund eines neuen, anstehenden Auftrages, erneut Opfer zu werden. Mittlerweile haben die Ermittler drei tatverdächtige Männer festgenommen. Die Betrugsserie im Landkreis Lichtenfels sei geklärt, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung des Polizeipräsidiums Oberfranken und der Staatsanwaltschaft Coburg.

So gingen die Betrüger aus dem Lichtenfelser Landkreis vor

Im Rahmen ihrer Ermittlungen stellten die Kriminalbeamten fest, dass die Täter mit dem Namen existenter und im Handelsregister eingetragener Firmen neue Webseiten erstellen und darin gefälschte Kontaktdaten und Rufnummern hinterlegen. Nach entsprechenden Bestellungen mit der missbrauchten Firmenidentität wurden die Waren, meist hochwertige Elektronikartikel, an Lagerplätze in Duisburg, Mönchengladbach und Düsseldorf geliefert und dort von Mittätern abgeholt.

Der Betrug fällt dem Opfer erst auf, wenn die echte Firma eine Rechnung für die Waren erhält, die sie gar nicht bestellt hat. Dann ist die hochpreisige Ware jedoch bereits in den Händen der Bande und die Lieferanten bleiben auf ihren Rechnungen sitzen. Mindestens einer der damals noch Unbekannten war als vermeintlicher Geschäftsführer auch telefonisch in Erscheinung getreten.

Polizei stellte Trio eine Falle

In enger Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei in Düsseldorf stellten die Coburger Beamten den Verdächtigen eine Falle mittels eines Testpaketes. Bei dessen Abholung in Düsseldorf nahmen die Einsatzkräfte zwei Männer fest. Im Zuge der ersten Vernehmungen und Durchsuchungen folgte noch die Festnahme eines weiteren Mannes. Die Beschuldigten sind zwischen 22 und 37 Jahre alt.

Zur Bewältigung der umfangreichen Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft Coburg richtete die Kriminalpolizei Coburg die Ermittlungskommission „Lagerbox“ mit sechs Beamten ein, die bundesweit mit anderen Polizeibehörden zusammenarbeiteten. Die Staatsanwaltschaft ermittelte in diesem Kontext auch Straftaten aus dem übrigen Bundesgebiet. Bei den akribischen Ermittlungen wurde das Ausmaß der kriminellen Machenschaften deutlich.

Viele Firmen aus Deutschland wurden Opfer

Zahlreiche Firmen im Bundesgebiet waren der professionell agierenden Bande teilweise mehrfach zum Opfer gefallen. Mit ihren Taten erbeuteten die Verdächtigen Waren im Wert von 259 000 Euro, der Warenwert bei den versuchten Betrügereien liegt bei über 200 000 Euro. (pol)

Schlagworte