MISTELFELD

Der letzte Mistelfelder Spankorbmacher feiert seinen 80.

Der letzte Mistelfelder Spankorbmacher feiert seinen 80.
Groß war die Schar der Gratulanten zum 80. Geburtstag von Werner Herold (3.v.re.). Die Vertreter der Mistelfelder Ortsvereine gratulierten dem letzten Spankorbmacher (v.li.): Frank Gunzelmann (CSU Ortsverband), Tobias Gareis (Freiwillige Feuerwehr), Markus Schnapp (Pfarrgemeinde)... Foto: Martin Dirauf

Werner Herold - „Der letzte Spankorbmacher aus Mistelfeld“ - wie er sich liebevoll selbst nennt, feierte seinen 80. Geburtstag. Sein ganzes Leben hat er dem Korbflechten verschrieben. Fast täglich sitzt der rüstige Rentner in seiner Werkstatt und flechtet Spankörbe. Gerne zeigt er auch heute noch bei vielen Handwerkermärkten in ganz Oberfranken sein Können.

Herold wurde 1939 als Einzelkind von Maria und Fritz Herold in Mistelfeld geboren. Nach der Schule erlernte er mit 14 Jahren den Beruf des Spankorbmachers. Sein Großvater war auch Spankorbmacher. Er arbeitete 19 Jahre lang beim letzten Spankorbmacher im Ort, der Firma Heinrich Fischer. Bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand war er bei mehreren Korbhändlern in Lichtenfels tätig. Von seinem Handwerk kann er bis heute nicht lassen.

Sein Beruf ist sein Hobby geblieben

Seit langem ist er der Letzte seiner Zunft. Man hört von ihm aber kein Klagen darüber: „Das ist eben der Wandel der Zeit!“, sagt er. So lange es geht, will Werner Herold den Leuten aber noch zeigen, wie sie ausgesehen hat, die tägliche, mühevolle Arbeit der Mistelfelder Spankorbmacher. Man findet ihn zuhause oft mit seiner blauen Latzhose in seiner Werkstatt oder der ausgebauten Scheune. Die Wände und Decken sind mit Span-Geflecht verkleidet, darauf sind alte Familienbilder angebracht. Eigentlich viel zu schön, wo es doch kaum jemand sieht. Gegenüber seinem Sitzplatz stapeln sich fertige Spankörbe, große und kleine, naturbelassene oder welche mit Farbeffekten. Vorwiegend als Geschenkkörbchen fänden sie noch Abnehmer, erzählt er. Betrachtet man Zeitaufwand und Verkaufspreise, ist es keine finanziell lohnenswerte Arbeit. Aber Werner Herold macht sie bis heute gerne, das spürt man. Sein Beruf ist sein Hobby geblieben.

1967 heirate Herold Hannelore Lypold, ebenfalls eine gebürtige Mistelfelderin. Leider musste er Sie bereits 2014 zu Grabe tragen. Sein landwirtschaftliches Anwesen hat er vor Jahren seiner Tochter Sybille übergeben. Zusammen mit ihrem Mann Manfred und Sohn Julian betreiben sie eine Landmetzgerei mit Partyservice.

Anlässlich seines Geburtstages feierte er einen Dankgottesdienst für seine Schulkollegen. Zu den vielen Gratulanten gehören neben Pfarrer Henryk Chelkowski und der Pfarrei Mistelfeld insbesondere der Obst- und Gartenbauverein und die Freiwillige Feuerwehr. Auch die Vertreter der restlichen Mistelfelder Ortsvereine ließen es sich nicht nehmen, ihm noch viel Gesundheit zu wünschen.

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