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Vision 2030 Lichtenfels: Nachwirkungen der Zukunftswerkstatt

Vision 2030 Lichtenfels: Nachwirkungen der Zukunftswerkstatt
Mit der Vision 2030 hat sich die Stadt Lichtenfels viel vorgenommen: Insgesamt 26 Projekte laufen derzeit im Zuge des städtischen Entwicklungskonzepts, in das sich die Bürger bald auch über eine Online-Plattform einbringen können. Foto: Marion Nikol

Gut fünf Monate sind vergangen, seit die Zukunftswerkstatt der Stadt Lichtenfels über 800 Bürgerinnen und Bürger in die Stadthalle gelockt hat. Ob Mobilität, Bildung, Soziales, Umweltschutz, Wirtschaft oder Städtebau – die Veranstaltung bot für Jung und Alt ausreichend Gelegenheit, sich persönlich einzubringen und die sechs Handlungsfelder der Vision 2030 mit Ideen und konkreten Vorschlägen zu bereichern. Nun dürften sich viele die Frage stellen, was seit Mitte Mai alles passiert ist und wie es künftig weitergeht.

Ideen werden aufgearbeitet

Was sich bei der Veranstaltung im Frühjahr vor allem gezeigt hat, waren der Ideenreichtum der Lichtenfelser und die große Bereitschaft, an der Vision 2030 mitzuwirken. Laut Steffen Hofmann, Leiter des Amts für Wirtschaft, Tourismus und Kultur, wurden die von den Besuchern auf Tischdecken notierten Anregungen in den jeweiligen Projektgruppen aufgearbeitet, diskutiert und für die Umsetzung ins Auge gefasst. Besonders freut den City Manager, „dass die hohe Beteiligung und das Feedback der Bürger eine breite Zustimmung zu den vorgestellten Handlungsfeldern, Maßnahmen und Zielen gezeigt hat“.

Insgesamt sind es 26 Projekte, die derzeit im Rahmen des städtischen Entwicklungskonzepts laufen. Hierfür haben sich bereits Anfang des Jahres Projektgruppen gebildet, die aus Mitarbeitern der Stadtverwaltung und des Stadtrates sowie aus Experten für Wirtschaft, Bildung und Soziales bestehen. Diese treffen sich regelmäßig und arbeiten an der konkreten Umsetzung der einzelnen Schritte.

Erste Maßnahmen sind umgesetzt

Erste Maßnahmen befinden sich bereits in der Umsetzung. Dazu gehört im Handlungsfeld „Grüne Stadt“ beispielsweise die Reduzierung der Mäheinsätze, die Installation von Photovoltaik-Anlagen auf städtischen Gebäuden oder die Anschaffung von Dienst-E-Bikes für die Stadtverwaltung. Durch Überarbeitung des Flächennutzungsplans wurde im Handlungsfeld „Städtebau“ zudem ein wichtiger Schritt getan, um die Wohnraumsituation in Lichtenfels künftig verbessern zu können.

Für weitere Projekte, unter anderem im Bereich „Wirtschaftsstandort“, gibt es zudem ganz konkrete Pläne, darunter das Forschungs- und Anwendungszentrum für digitale Zukunftstechnologien (Fadz), welches die Ansiedlung von Neugründungen und die Innovationskraft der Stadt fördern soll. Im Handlungsfeld „Bildung“ wiederum konkretisiert sich das Vorhaben einer gebundenen Ganztagsschule, die bis 2025 in der Korbstadt entstehen soll (diese Redaktion berichtete).

Weitere Mitarbeit soll ermöglicht werden

Zwischenzeitlich wurden nicht nur die Vorschläge aller Teilnehmer zusammengetragen und bewertet, sondern auch all diejenigen kontaktiert, die bei der Veranstaltung ihr Interesse für eine Mitarbeit bekundet haben. Das trifft auf über 70 Bürger zu, die bei der Zukunftswerkstatt mittels sogenannter „Begrüßungskarten“ signalisiert hatten, sich in einzelnen Projekten engagieren zu wollen – sei es mit Fachwissen, weiteren Ideen oder auch einer konkreten Mitwirkung. Laut Sebastian Müller, Pressesprecher der Stadt Lichtenfels, wollen künftig rund 40 Bürger aktiv an Arbeitsgruppen teilnehmen und Maßnahmen mitgestalten. Besonders beliebt seien dabei die Projekte „Mobilitätskonzept“, „Grünflächenkonzept“ und „Marke Gottesgarten“.

Ab wann die Bürger nun die Möglichkeit erhalten, in Arbeitskreisen mitzuarbeiten, ist noch offen, soll aber bei der nächsten Bürgerversammlung am 4. November konkretisiert werden. Wie die Zukunftswerkstatt zudem gezeigt hat, haben sich viele Bürger eine Online-Plattform gewünscht, um sich auch auf digitalem Wege beteiligen zu können. Hier gibt es gute Neuigkeiten: Noch in diesem Jahr soll eine entsprechende Plattform online gehen, die eine Interaktion ermöglicht und aufzeigt, welche Projekte bereits realisiert und welche Meilensteine erreicht wurden.

Wunsch nach mehr Information

Wer sich unter denjenigen umhört, die im Mai bei der Zukunftswerkstatt dabei waren, erfährt zudem, dass Bedarf nach regelmäßigen Informationen vorhanden ist. Das trifft beispielsweise auf Thomas Kaiser, Leiter der Privaten Wirtschaftsschule Lichtenfels, zu: „Ich verfolge natürlich die Presseberichte. Darüber hinaus wäre es toll, zu bestimmten Handlungsfeldern gezielte Infos zu erhalten. Mich würde dabei vor allem das Handlungsfeld ,Stadt der herausragenden kommunalen Bildung‘ interessieren.“

Ähnlich sieht es auch die Lichtenfelser Juristin Susann Freiburg. Sie hält große Stücke auf die Vision 2030, bedauert aber die fehlende Kommunikation mit denjenigen, die sich bei der Veranstaltung bereit erklärt haben, in Arbeitsgruppen mitzuarbeiten: „Ich wurde zwar sechs Wochen später per E-Mail aufgefordert, mein Interesse an einer Mitwirkung zu bestätigen, habe aber seitdem leider nichts mehr von der Stadt gehört. Das finde ich schade, da bei vielen Interessenten womöglich die positive Wirkung der Zukunftswerkstatt mit der Zeit verpufft.“

Auch Silke Laube hat im Mai an der Zukunftswerkstatt teilgenommen. Die zweifache Mutter hält die Vision 2030 für eine großartige Gelegenheit, sich in die Entwicklung der Stadt einzubringen: „Das Projekt ist wirklich eine super Sache. Bei der Entscheidung zur Mitarbeit in einer der Projektgruppen wäre es für mich allerdings hilfreich gewesen, zu wissen, mit welchem Zeitaufwand man ungefähr rechnen muss.“ Dies dürfte vielen berufstätigen Eltern so gegangen sein, die sich diese Art von Information gewünscht hätten. Schließlich ist in der heutigen schnelllebigen Gesellschaft Zeit ein wertvolles Gut.

Zielvorgaben werden regelmäßig überprüft

Natürlich lässt sich nicht immer konkret abschätzen, was an Aufwand und Ressourcen nötig ist, um bestimmte Maßnahmen tatsächlich umsetzen zu können. Schließlich unterscheiden sich die 26 Projekte in ihrer Intensität. Fest steht jedoch, dass die Beteiligten einen entsprechenden Freiraum haben, wann und wo Arbeitstreffen stattfinden. Was jedoch regelmäßig stattfindet, sind Rückmeldungen an den sogenannten Projektlenkungsausschuss. Dieser besteht aus den drei Bürgermeistern und jeweils einem Mitglied der Stadtratsfraktion und behält sozusagen den Überblick über den Fortschritt und die Entwicklung der einzelnen Handlungsfelder. Mit der Live-Schaltung der Online-Plattform dürfte dann in diesem Jahr noch ein wichtiger Schritt getan werden, um interessierte Bürger regelmäßig auf dem Laufenden zu halten und in digitaler Form an der Vision 2030 zu beteiligen.

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