LICHTENFELS

Lichtenfelser BSW-Freizeitgruppen denken über Fusion nach

Lichtenfelser BSW-Freizeitgruppen denken über Fusion nach
Ohne die bauarttypischen Koffervorbauten wartet die vor 75 Jahren in einer österreichischen Lokschmiede auf die Schienen gestellte E 44 119 auf Innen- und Außenrestaurierung. Foto: Klaus Oelzner

Gemeinsam zeichneten die in der früheren Eisenbahnerstadt Lichtenfels etablierten BSW-Freizeitgruppen „E44 119“ und „Historisches Bahnbetriebwerk“ für die richtige Weichenstellung verantwortlich, als es galt, jüngst das erste gemeinsame Fest zu organisieren. „Dabei stand nicht nur die Zusammenarbeit im Zeichen des gleichen Hobbys unter einem Dach im Mittelpunkt“, unterstrich der von Anfang an aktiv mitwirkende Gründungs- und Ehrenvorsitzende Horst Ambos (Weidhau-sen) namens des verhinderten Vorsitzenden Klaus-Dieter Ferlau (Michelau) in seinen Grußworten.

Für Mitglieder, Förderer und Gäste der „E44er“-Gemeinschaft waren mit der Zusammenkunft im früheren Depot-Lokschuppen Erinnerung an die Gruppengründung vor 35 Jahren am gleichen Ort – dem früheren Bahnbetriebswerk Lichtenfels - verbunden. Selbstverständlich kamen dabei Rückblicke auf gemeinsame Erlebnisse am und auf dem heimischen Schienenstrang nicht zu kurz...

Eine veränderte Aufgabenstellung

Für den Gastgeber „Historisches Bahnbetriebswerk Lichtenfels“ verwies Gruppenleiter Oliver Agel (Lichtenfels) auf die sich im Lauf der Jahre veränderte Aufgabenstellung unter dem Dach der Deutsche Bahn Stiftungsfamilie und Federführung des in Nürnberg etablierten DB Museums als Hausherr. „Geblieben ist der ehrenamtlich engagierte Einsatz unserer Mitglieder zum Erhalt sowie Pflege historischer museal erhaltener Fahrzeuge und Ausstattungen“ betonte der Gruppenleiter.

In mehrere Einzelteile zerlegt, erfährt die im Rundschuppen abgestellte E-Lok der Baureihe 44 gegenwärtig eine gründliche Restaurierung. Sie soll (aus finanziellen Gründen) zwar nicht betriebsfähig, aber immerhin innerlich und äußerlich „ausstellungswürdig“ hergerichtet werden. Bis sie schließlich im neuen, typisch E-Lok-grünen Farbkleid als Zeuge einer bei der Bahn längst überholten Epoche Deutschen Schienenverkehrs ihrer weiteren Zukunft harren muß.

Über Jahre, ja Jahrzehnte hinweg, - bis Mai 1984 - war die bis zuletzt von Lichtenfels aus eingesetzte Maschine aus einer östereichischen Lokschmiede planmäßigen Personen- und Güterzügen vorgespannt. Wen wundert es, wenn sie beim Lokpersonal den Ehrentitel „Mädchen für Alles“ erworben hatte?

Vor der Fahrt aufs überdachte Abstellgleis an der Lichtenfelser Wöhrdstraße absolvierte sie nicht nur für Bahnfans am 18. Februar 2001 letzte Planeinsätze im Personennahverkehr. Sie pendelte mehrfach zwischen der Oberfränkischen Korbstadt Lichtenfels und der Thüringischen Spielzeugstadt Sonneberg. Ihre Historie ist in einer informativen Broschüre festgehalten, um deren Neuauflage sich die Gruppe inzwischen bemüht.

Fachkundige Führung durch den Rundschuppen

Als Hausherr führte Oliver Agel die Festgäste aller Altersstufen fachkundig durch den Rundschuppen, um Besonderheiten und Leistungsmerkmale abgestellter musealer Elektro- und Die-selloks, aber auch historischer Wagen und für den früheren Bahnbetrieb unerlässlicher Ausrüstungsgegenstände zu erläutern. Allerdings: Einen rollenden Zeugen der über Jahrzehnte hinweg bestimmenden Dampfloktraktion sucht man in Schuppen und Freigelände vergebens...

Nicht erst während der Jubiläumsfeier wurden Gedanken gepflegt, im Zeichen des fortschreitenden demografischen Wandels die Interessen beider Gruppe zu vereinen. Über die Realisierung müssen anstehende Fachgespräche entscheiden. Aufmerksamkeit und Beifall gleichzeitig erntete die Premiere des von Gruppenmitglied Christian Gloel (Reckendorf) zusammengestellten Jubiläumsvideos „35 Jahre BSW Gruppe E 44 119“. Bei dem der Kameramann als auf der Baureihe E 44 ausgebildeter Lokführer unter anderem Einsätze der Maschine - deren Betriebsnummer der Arbeitsgruppe für die Namensgebung Pate stand - vor wechselnden heimischen Landschaften ebenso wie außerplanmäßige Ausflugsfahrten und Sonderzugeinsätze in den Mittelpunkt rückte.

Freiwillige Helfer beider Gruppen hatten für das leibliche Wohl bestens gesorgt.

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