LICHTENFELS

Ein Kartoffelkorb wird zum Star beim Lichtenfelser Korbmarkt

Ein über die Generationen geflochtener Kartoffelkorb hat es auf die polnische Liste des nationalen Kulturerbes geschafft. Beim Korbmarkt stand er im Mittelpunkt des Interesses. Foto: Gerda Völk

Flechten ist ein Urhandwerk der Menschheit. Es wird in allen Ländern der Erde praktiziert. Davon kündet auch die Ausstellung des Vereins Serfenta um Paulina Adamska unter dem Motto „Wir flechten“ zum Korbmarkt. Bei der Ausstellungseröffnung am Freitagabend im Lichtenfelser Stadtschloss. erhält der Besucher einen Einblick in die polnischen Flechttraditionen, die verwendeten Materialien und Werkzeuge.

Die Ausstellung zeigte auch einen Querschnitt über verwendete Materialien, Werkzeuge und Hilfsmittel. Foto: Gerda Völk

Bei einem kleinen Rundgang durch die Ausstellung erklärt Paulina Adamska, unterstützt von Manfred Rauh, Geschäftsführer des Zentrums europäischer Flechtkultur Lichtenfels (ZEF), die Besonderheiten der Exponate.

Natürliche Materialien von Weide bis Stroh statt Kunststoff

Flechter verwenden alle Materialien, die die Natur so hergibt wie Binse, Rohrkolben, Hafer- und Roggenstroh, Wurzeln, Stammholz und natürlich die Weide. Ein Korb hat es sogar auf die Liste des nationalen polnischen Kulturerbes geschafft, da er seit vielen Generationen verwendet wird. Früher diente er hauptsächlich zur Kartoffelernte. Heute wird er noch von einigen Familien im Ort Lucimia hergestellt. Ein Mitglied des Vereins Serfenta zeigt, wie die der Kartoffelkorb mit einem Griff hergestellt wird, der sich schon deutlich von den in Deutschland gebräuchlichen unterscheidet.

Dem Betrachter fallen auch einige Körbe auf, die mit der sogenannten Knotenspiraltechnik hergestellt wurden. Früher wurden diese Körbe vorwiegend aus Stroh hergestellt und zum Lagern von Getreide und Obst verwendet. Heute dienen sie zu Aufbewahrung von allerlei Dingen des täglichen Bedarfs, wie Spielzeug, Schmuck oder sonstiges.

Ein eleganter Bierkorb mit Lederriemen als Tragegriff

Der Verein Serfenta möchte die Korbflechterei am Leben erhalten. Die neue Generation von Flechtern will die Tradition bewahren, aber sich auch verstärkt neuen Designrichtungen zuwenden.

Auch für die Neuausrichtung zeigt die Ausstellung im Stadtschloss einige Beispiele, wie einen geradezu nobel zu nennenden Bierkorb für sechs Flaschen mit Lederriemen als Tragegriff.

Diese Körbe aus Stroh wurden mit der sogenannten Knotenspiraltechnik geflochten. Foto: Gerda Völk

Zu den neu gestalteten Produkten zählen auch Taschen, Matten, Körbe und Babyrasseln.

Gezeigt werden auch Filme zu den Materialien und zu Serfenta. Leider war die Ausstellung nur während des Korbmarktes zu sehen.

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