LICHTENFELS

Der Wirtschaft ein Schaufenster geben

Das Regionalmanagement will auf seiner neuen Plattform unter anderem über Kontaktdaten und Öffnungszeiten der heimischen Kindergärten informieren. Foto: Archiv-Josef Breunlein

Für alle, die im Gottesgarten Urlaub machen möchten, bietet der Landkreis über seinen Tourismusverein Obermain-Jura die Internetseite www.obermain-jura.de an. Ein Schaufenster der Urlaubsregion, das kaum Wünsche offen lässt. Egal ob Freizeitaktivitäten, Sehenswürdigkeiten, kulinarische Spezialitäten oder ein Gastgeber- und Unterkunftsverzeichnis – die Homepage informiert über alles, was Touristen und auch Einheimische über den Landkreis wissen müssen.

„Ein solches Internetportal wie für die Tourismusregion wollen wir nun für die Wirtschaftsregion Obermain-Jura entwickeln“, erläutert Andreas Grosch, Pressesprecher und Kreisentwickler des Landratsamtes, gegenüber dieser Redaktion. Auf der neuen Plattform sollen alle Informationen gebündelt werden, die einen Neubürger des Landkreises interessieren könnten. Als Beispiele nennt Grosch die Kontaktdaten von Kindergärten und Schulen, deren digitale Ausstattung, Bushaltestellen, Abfahrtszeiten von Schulbussen, außerdem leer stehende Gebäude in Innenstädten und Dorfzentren oder auch Straßenbaustellen. Vieler diese „Geo-Daten“ sind bereits vorhanden und werden mit dieser neuen Seite verknüpft.

Zusätzlich sollen sich Unternehmen aus dem Landkreis hier besser vernetzen können. „Bietet beispielsweise eine Firma einen Kurs in Wirtschafts-Englisch für seine Mitarbeiter an, und es sind noch einige Plätze frei, können diese über das Portal auch von anderen Unternehmen gebucht werden. Der Arbeitstitel lautet VHSplus“, erläutert der Pressesprecher des Landratsamtes.

Mit einem neuen Internetportal will das Landratsamt ein Schaufenster für die Wirtschaft im Landkreis schaffen. Eine wich... Foto: Repro: Landratsamt

Als weitere Themen im Projekt nennt Grosch ein Willkommens-Paket für Neubürger beziehungsweise Heimkehrer, in dem alles relevante Infomaterial an Interessenten zusammengefasst werden soll. Gefördert werden soll das Vorhaben vom Regionalmanagement des Bayerischen Wirtschaftsministeriums sowie vom gerade erst ins Leben gerufenen Programm „Regionale Identität des Bayerischen Wirtschaftsministeriums“.

Mit nicht wenig Geld: Im Zeitraum von 2019 bis 2021 lässt der Freistaat pro Jahr 150 000 Euro springen, also insgesamt 450 000 Euro. Der Landkreis bringt dazu einen Eigenanteil von dreimal 37 500 Euro auf. Insgesamt stehen für die Umsetzung eines Wirtschaftsschaufensters also 562 000 Euro zur Verfügung.

Der Kreis holt sich übrigens nicht zum ersten Mal Geld aus dem Fördertopf des Regionalmanagements. Andreas Grosch erinnert an die ersten Zuschüsse aus dem Jahr 2009. Vor neun Jahren ging es um die Vernetzung der verschiedenen Aspekte des kulturellen Schatzes des Landkreises, dem Flechten. Eingebunden wurden beispielsweise das Handwerk selbst oder das Deutsche Korbmuseum in Michelau. Ein Ergebnis war unter anderem der Pfad der Flechtkultur und die Stärkung des Tourismus‘ in der Region.

„Bietet beispielsweise eine Firma einen Kurs in Wirtschafts-Englisch für seine Mitarbeiter an, und es sind noch einige Plätze frei, können diese über das Portal auch von anderen Unternehmen

gebucht werden.“

Andreas Grosch, Kreisentwickler Landratsamt

Ein genauso großer Erfolg soll die neue Internetpräsenz für die heimischen Unternehmen werden – und deren potenzielle Mitarbeiter. „Wer von außerhalb kommt, weil er im Landkreis einen neuen Job gefunden hat oder sich bei einer Firma bewerben möchte, der will sich über die Region informieren“, meint Grosch. Auch um einen Bauplatz, eine Wohnung oder ein Haus zu finden. „Wir wollen aber nicht mit den Maklern konkurrieren, es geht hier um mehr. Es geht um Vernetzung und Bündelung“, so Grosch. Um zu erfahren, welcher Kindergarten welche Öffnungszeiten hat. Um die Abfahrtszeiten des Schulbusses zu erfahren. Um herauszufinden, welche Bandbreite die Datenleitung die künftige Schule seines Kindes bieten kann. „Das bieten wir auf der der neuen Internetseite! Und noch vieles mehr“, ist sich der Kreisentwickler sicher.

Im Herbst, wenn alle Förderanträge bewilligt sind, soll die Arbeit an der Plattform beginnen. Dabei werden alle Abteilungen im Landratsamt und die elf Kommunen beteiligt, um den gleichen Erfolg wie bei der Seite www.obermain-jura.de sicherzustellen.

Bis dahin sind auch noch viele Gespräche mit den Unternehmen, den Kammern und einer Vielzahl von Akteuren zu führen. Beim Projekt „Verantwortungskompass“ im östlichen Landkreis wurde so eine Homepage von allen Beteilgten als notwendig und sinnvoll erachtet.

 

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