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Die Woche vor 25 Jahren im Obermain-Tagblatt: Die Michelauer Kirche bekommt endlich einen Namen

Imposant – besonders im Größenvergleich zur Aero-Club-Halle: Die riesenhafte Antonov gastiert wieder beim Flugplatzfest in Lichtenfels und bringt die Fallschirmspringer auf 300 Meter Absprunghöhe. Foto: Repro: rau

 

 

Rekordverdächtige 2500 Zuschauer verfolgen am 7. August 1994 die waghalsigen Luftmanöver der Flugshow am Lichtenfelser Flugplatzfest. Die Kunstflieger scheinen die Gesetze der Physik aushebeln zu wollen, denkt man bei ihren und spektakulären Absturz- und Raketenstartszenarien. Die „gute alte Tante Antonov“ lädt sich den Flugzeugbauch voll mit Fallschirmspringern, die zum Preis von 300 Mark auch Tandempartner zum Absprung aus 3000 Metern Höhe mitnehmen. Und im Rahmenprogramm des Fests ist erstmals der ADAC mit seinem Fahrsimulator zu Gast und dicht umringt.

 

Nach 175 Jahren bekommt die Kirche einen Namen

Dekan Wilfried Bauer (re.) tauft die bislang namenlose Michelauer Kirche am 7. August 1994 nach dem Evangelisten Johanne... Foto: Herold Gagel

Nicht nur Kirchweih, sondern auch 175-jähriges Bestehen feiert die evangelische Kirche in Michelau am 7. August 1994. Höchste Zeit, dass das Gotteshaus einen eigenen Namen bekommt, meinten wohl auch Kirchenvorstand und Landeskirchenrat und beschließen, es nach dem Evangelisten Johannes zu taufen. Den feierlichen Akt vollzieht Dekan Wilfried Bauer in der vollbesetzten „Johanneskirche“. Parallel zum anschließenden Festgeschehen rund um die Kirche künden in ausgestellte Bilder und Dokumente von der Baugeschichte des Gotteshauses: Es wurde 1817 bis 1819 an Stelle der Anna-Kapelle errichtet, am 1. August 1819 geweiht und 1932 um zwei Seitenschiffe erweitert.

18 Jahre schon ist der Landtagsabgeordnete Otto Schuhmann (SPD) Mitglied im Umweltausschuss des Landtags. Landesentwicklung und Raumplanung sind seine Schwerpunktthemen. Im Namen des Umweltministeriums verleiht ihm Staatsminister Thomas Goppel „für besondere Verdienste um Umweltschutz und Landesentwicklung“ die Bayerische Umweltmedaille.

Nachttiefflug-Korridor im Landkreis

Der geplante Nachttiefflug-Korridor für Militärflugzeuge durch Nordbayern macht seit Tagen Schlagzeilen und Sorgen in ganz Oberfranken. Lokal-, Bezirks- und Landespolitiker sowie Umwelt- und Bürgerverbände melden sich zu Wort. Denn der genaue Verlauf des Korridors wird zunächst noch geheim gehalten, bis endlich die erste Detailplanung auf dem Tisch liegt. Scheint es zunächst noch so, als sei der Landkreis Lichtenfels ist nicht betroffen, so knickt die ursprünglich skizzierte Trasse – zu Gunsten des Stadtgebiets Kulmbach – plötzlich dann doch nach Westen am und weitet sich über Woffendorf, Strössendorf, Horb und Marktgraitz auf. Es hagelt Protest auf allen politischen Ebenen, Bürger demonstrieren in Bayreuth vor dem Regierungsgebäude. Im OT machen Leser ihrem Unmut Luft; und Josef Motschmann dichtet: „Nouch ICE und A 73 gring me edzed mid di Diif-Fliiche nuch aana aufn Deggl. Nochds an mords-drümme Lärm machn, obwuels ka Grenz und kann Feind me gibd. Machd ne su weide, iä geisdichn Diif-Fliiche! Bald hobde an ganz neua Feind: euera Landsleud!“

MdL Otto Schuhmann (links) bekommt von Umweltminister Thomas Goppel die Bayerische Umweltmedaille verliehen. Foto: Repro: Ministerium

Ausschließlich auf Bargeld haben es offensichtlich jene Einbrecher abgesehen, die in der Nacht zum 11. August 1994 drei Werkstatt- beziehungsweise Vereinsräume heimsuchen und lediglich in zwei Fällen mit geringfügigen Münzgeldbeträgen fündig werden. Zielobjekte sind eine Möbelfirma, der Aero-Club und die Anglerhütte am Lichtenfelser Wörthsee.

Die Orgel in der Basilika wird saniert

Als letztes großes Vorhaben im Rahmen der Sanierung der Basilika Vierzehnheiligen steht noch die Restaurierung der Orgel aus. Sie wird 3,5 Millionen Mark kosten, so der Ansatz, und kann frühestens in drei Jahren angegangen werden, da die ausgesuchte Firma bis dahin bereits ausgebucht ist. Dass alle Hürden genommen sind, dokumentiert aber bereits der denkmalpflegerische Erlaubnisbescheid, den Landrat Reinhard Leutner am 12. August an Guardian Benedikt Grimm übergeben kann.

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