LICHTENFELS

Von Trauer, Hoffnung und Vertrauen beim Sommerkonzert

Das Vokalensemble Nuova Canzone gestaltete mit seiner Leiterin Jitka Maisel am Klavier wesentlich das Sommerkonzert. Foto: Alfred Thieret

Das Sommerkonzert in der Stadtpfarrkirche „Mariä Himmelfahrt“ mit dem Vokalensemble Nuova Canzone, der Blockflötistin Anne-Rose Werners und der Kirchenmusikerin Jitka Maisel (Orgel und Gesamtleitung) fand mit seinem kontrastreichen Programm von barocker bis zeitgenössischer Musik großen Anklang beim Publikum.

Jitka Maisel leitete das Konzert sehr eindrucksvoll an der Orgel auf der Empore mit dem Stück „Processional“ des zeitgenössischen englischen Komponisten, Organisten und Chorleiters Alan Wilson (geboren 1947) ein, der hauptsächlich mit Werken zum Neuen Geistlichen Lied bekannt wurde.

Zurück in den Kirchenraum begleitete sie die Flötistin Anne-Rose Werners am Klavier. Die Partita F-Dur mit den Sätzen Affetuoso und Presto von Georg Philipp Telemann (1681-1767) gab Werners die Gelegenheit die Klangvielfalt ihrer Sopranblockflöte hervorragend zu demonstrieren. Telemann hatte eine besondere Beziehung zur Blockflöte, die er selbst meisterhaft beherrschte, weshalb auch seine Blockflötenwerke von einer hohen Kunstfertigkeit geprägt sind.

Aufforderung neue Wege zu wagen

Das erste Lied des Vokalensembles stammte aus der Feder des 1952 geborenen evangelischen Pfarrers Wolfgang Vorländer, der als Autor mehrere Bücher, gesuchter Vortragsredner und Komponist zahlreicher moderner geistlicher Lieder den Menschen Orientierungshilfen gibt, wie ihr Leben an Tiefe und Qualität gewinnen kann. Das Lied „Glauben heißt wissen: es tagt“ fordert die Menschen auf ausgetretene Wege zu verlassen und mit Mut und Gottvertrauen neue Schritte zu wagen und an Gottes Welt mitzubauen. Um das gleiche Thema geht es in dem Lied „Der Hoffnung Gesicht“ des 1964 geborenen katholischen Theologen Thomas Laubach, der die Texte zu vielen Neuen Geistlichen Liedern schrieb. Die Menschen werden aufgefordert eine neue Welt zu schaffen, keine Welt die den Himmel verspricht, sondern eine Welt, in der es sich leben lässt.

Dann trug das Vokalensemble gleich mehrere englischsprachige Weisen vor. Das Lied „Go forth into the world of peace“ des bekannten zeitgenössischen Komponisten und Chorleiters John Rutter (geboren 1945) zeichnete sich durch eine einprägsame Melodie und einen ausdrucksstarken Text aus, wobei im Vertrauen auf die Hilfe des dreieinigen Gottes eine friedvolle Welt angestrebt wird. Mit „God be in my head“ präsentierten die Sänger und Sängerinnen eine innige Hymne auf Gott nach einem wunderschönen Gedicht aus dem Jahre 1514, wobei zum Ausdruck kam, dass Gott nicht nur in unseren Gedanken, sondern stets in unserem Herzen sein sollte. Das sehr mitreißend und temperamentvoll gesungene Lied „Lord of the dance“ entstammte einer bekannten irischen Tanzshow.

Zwischendurch interpretierte Anne-Rose Werners mit großer Präzision und Klangreinheit mit ihrer Altblockflöte Werke von Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791).

Ein ergreifendes Lied über schmerzhaften Verlust

Die Flötistin Anne-Rose Werners beeindruckte unter der Klavierbegleitung von Jitka Maisel durch ihr einfühlsames Spiel. Foto: Alfred Thieret

Das ergreifende Lied „Tears in heaven“ von Eric Clapton, das das Vokalensemble als nächstes sang, drückte die verzweifelte Stimmung aus, in der sich ein Mensch befindet, wenn er einen geliebten Menschen verliert. Eric Clapton verdeutlichte in diesem Lied die Trauer, die ihn nach dem tragischen Tod seines vierjährigen Sohnes 1991 befiel, indem er die Frage stellte: „Wirst du noch meinen Namen kennen, wenn ich dich im Himmel sehe?“

Als Schlusslied wählte der Chor den schwungvoll vorgetragenen Spiritual „Poor man Lazarus“, dem das Gleichnis von dem reichen Mann und dem armen Lazarus aus dem Lukas-Evangelium zugrunde liegt.

Der sehr gut von Jitka Maisel eingestimmte Chor Nuova Canzone, die bewährte Flötistin Anne-Rose Werners und Jitka Maisel an der Orgel und am Klavier bescherten den begeisterten Besuchern ein wunderschönes Sommerkonzert, für das sie mit reichlich Beifall belohnt wurden. Nach dem zutreffenden Lied „Dir zu singen, dir zu spielen, bringt das Herz ins rechte Lot“ als Zugabe, verabschiedete Pfarrer Roland Neher, selbst Chormitglied, die Zuhörer mit dem Segen Gottes.

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