LICHTENFELS

Regiomed-Klinikverbund: Transparent den Spagat meistern

Pflege
Eine Krankenschwester begleitet einen älteren Mann mit Rollator auf dem Weg zu seinem Zimmer auf einer Neurogeriatrie-St... Foto: Archivdpa/Christian Charisius

„Der Idealzustand einer Medizinstrategie kann nicht am grünen Tisch entschieden werden.“ Mit dieser Begründung waren am vergangenen Wochenende alle Chefärzte, Klinikleitungen und Konzernbetriebsräte der Regiomed-Kliniken GmbH von Hauptgeschäftsführer Alexander Schmidtke zu einer Klausurtagung nach Masserberg eingeladen worden.

„Wir haben Ideen entwickelt, wie die bestmögliche ambulante und stationäre

Versorgung der Menschen

der Region in zehn, 20

oder 30 Jahren aussehen

kann oder muss.“

Alexander Schmidtke, Hauptgeschäftsführer

In der zweitägigen Sitzung sei mit der „Masserberger Erklärung“ der Grundstein für ein übergreifendes medizinisches Konzept der Regiomed-Kliniken GmbH gelegt worden, das die positive Zukunft des Gesundheitsverbunds einleiten solle, heißt es in einer Pressemitteilung des Konzerns.

Gleichzeitig setze Regiomed sich ein neues Selbstverständnis für die zukünftigen Aufgaben und Herausforderungen, heißt es.

Wichtiger Mosaikstein für Masterplan zur wirtschaftlichen Konsolidierung

Damit spiegele das Vorgehen bei Regiomed sowohl intern als auch in der Außendarstellung die Aufbruchsstimmung und die positive Entwicklung wider, die die neue Geschäftsführung in den vergangenen Monaten bereits angestoßen habe, wird in der Mitteilung betont.

Alexander Schmidtke, Hauptgeschäftsführer Regiomed-Kliniken GmbH. Foto: red

Transparent und zusammen mit allen Mitarbeitern wolle der Verbund den Spagat meistern: Patientenzufriedenheit nachhaltig steigern, effizientere Strukturen schaffen und eine hochqualifizierte vernetzte Versorgung im ländlichen Bereich neu denken. Auch unter der Beachtung künftiger Handlungs- und Zukunftsoptionen sei dies für Regiomed ein bedeutender Mosaikstein für den Masterplan zur wirtschaftlichen Konsolidierung.

„Wir haben Ideen entwickelt, wie die bestmögliche ambulante und stationäre Versorgung der Menschen der Region in zehn, 20 oder 30 Jahren aussehen kann oder muss“, berichtet Schmidtke über die Zukunftsstrategie. Die Rolle der Klinik in einer Region stuft der neue Hauptgeschäftsführer des Verbunds als einen Teil des Heimatgefühls und damit als ein hoch emotionales Thema für die Bevölkerung ein. „Hier müssen wir ansetzen und die Menschen bei der Weiterentwicklung ,ihrer' Kliniken mitnehmen – sowohl Bevölkerung als auch Mitarbeiter.“ Der Dialog miteinander und das gemeinsame Arbeiten für das Ziel, einen entscheidenden Beitrag zur optimalen und patientenzentrierten regionalen Gesundheitsversorgung zu leisten, stünden dabei an erster Stelle.

„Wir dürfen nicht Gesundheitsregion 2. Klasse werden. Aus diesem Grund müssen wir .... die Medizinentwicklung in unserem Versorgungsgebiet an den veränderten Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens und der Gesellschaft ausrichten“
Alexander Schmidtke

Als Antwort auf das Ergebnis einer Untersuchung der Bertelsmann Stiftung, wonach angeblich jedes zweite Akutkrankenhaus in Deutschland überflüssig wäre, glaubt der Hauptgeschäftsführer, dass Qualität in der Versorgung auch durch Menschlichkeit, Zuwendung und Zeit sichergestellt werden kann. „Die Analysten und Fachleute der Studie haben ihre Berechnungen in und um Köln herum gemacht. In einer ländlich strukturierten Region wie Ober-franken und Thüringen gelten jedoch andere Regeln als in Ballungsgebieten“, so Schmidtke.

„Wir dürfen nicht Gesundheitsregion 2. Klasse werden. Aus diesem Grund müssen wir die Zeichen der Zeit erkennen und die Medizinentwicklung in unserem Versorgungsgebiet an den veränderten Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens und der Gesellschaft ausrichten“, betont der Hauptgeschäftsführer.

Übereinstimmend beschlossen: in Zentrumsstrukturen organisieren

Bei der Führungsklausur sei daher übereinstimmend beschlossen worden, dass Regiomed zukünftig in Zentrumsstrukturen organisiert werden muss. Am Beispiel des geplanten Zentrums für Altersmedizin bedeute das konkret, dass es innerhalb des Verbunds mehrere Standorte geben werde, an denen hochbetagte und multimorbide Patienten auf höchstem Qualitätsniveau versorgt werden.

Prof. Dr. Johannes Kraft, Chefarzt der Fachklinik für Geriatrie und Rehabilitation in Coburg und ein über die Region hinaus bekannter Altersmediziner, Palliativmediziner und Internist, werde zukünftig als Zentrumsleiter für alle Regiomed-Einrichtungen gemeinsam mit den Chefärzten vor Ort die Strukturen und Prozesse in der Altersmedizin weiterentwickeln und ausbauen, wird mitgeteilt. Hierzu gehörten neben der Akutgeriatrie die geriatrische Rehabilitation, Tagesklinische Angebote, mobile und häusliche Geriatrie wie auch neue Methoden in der Tele-Altersmedizin.

Konzepte für standortübergreifende Zentren noch in der Ausarbeitung

Ähnliche Konzepte seien für zahlreiche weitere Bereiche wie beispielsweise die Radiologie entwickelt worden. Die konzeptionelle Ausgestaltung der jeweiligen standortübergreifenden Zentren werde derzeit noch im Detail erarbeitet und soll im Laufe des dritten Quartals feststehen.

Neue Kooperationsmöglichkeiten ins Auge fassen

Darüber hinaus seien zukunftsfähige Konzepte für die Kliniken in Neustadt und Neuhaus diskutiert und erarbeitet worden, die die Standorte und die Versorgung der Patienten vor Ort nachhaltig fördern sollen. Neben der Sicherstellung stabiler Basisversorgung würden hier Hand in Hand mit den Haus- und Fachärzten integrierte Versorgungsmodelle und neue Kooperationsmöglichkeiten ins Auge gefasst, heißt in der Pressemitteilung.

Bereits jetzt habe Regiomed deutschlandweit Vorbildcharakter

Bereits jetzt seien Vernetzungsaspekte und Zusammenarbeit im ländlichen Raum als Rund-um-Vollversorger bei Regiomed in einem Maße umgesetzt, das deutschlandweit Vorbildcharakter habe, wird herausgehoben. Durch die Neuorganisation des medizinischen Portfolios werde Regiomed erneut Maßstäbe für die Versorgung im ländlichen Raum setzen.

Die Bevölkerung werde so noch stärker von der Leistungsvielfalt der Angebote profitieren können. Ziel sei es, im Hinblick auf das Gesamt-Portfolio des Verbundes noch stärker auf Maximalversorgerniveau zu agieren.

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