LICHTENFELS

Margareta: Die Heilige mit dem Wurm

Die Heilige mit dem Wurm
Seit 1772 grüßt Nothelferin Sankt Margareta vom Gnadenaltar.

Die zwei sehr bekannten Heiligen St. Margareta und St. Christophorus und den weniger bekannten Pantaleon aus der Reihe der Nothelfer stellen wir in diesem Monat vor.

Die Heilige Margareta von Antiochia ist bekannt aus dem Spruch „Barbara mit dem Turm, Margareta mit dem Wurm, Katharina mit dem Radl, das sind die drei Hl. Madln.“ Diese sind die drei einzigen Frauen unter den Nothelfern in Vierzehnheiligen. Am 20. Juli wird der Margareta gedacht.

Margareta war Märtyrerin in Antiochia in Südkleinasien. Als fünfzehnjähriges Mädchen wurde sie um 305 enthauptet. Unter anderem ist sie Patronin der Bauern, unfruchtbarer Frauen, der Ehefrauen und Gebärenden. Nach altdeutschem Recht wurde früher an ihrem Festtag der bäuerliche Pachtzins gezahlt. Der Margaretentag war ein wichtiger Lostag: War das Wetter vorher gut, begann an diesem Tag die Ernte. Ein Lostagspruch an ihrem Ehrentag sagt: „Margaretenregen wird erst nach Monatsfrist sich legen.“ Es gibt außer ihr noch 17 weitere Heilige oder Selige mit diesem Namen. Dass der Name sehr beliebt war, zeigen die verschiedenen Ableitungen: Marga, Margit, Margot, Margret, Gita und Gretel. Bei den Griechen Marina, da sie auch in der Ostkirche verehrt wird.

St. Christophorus ist der Christus-Träger

St. Christophorus – der Name bedeutet Christusträger – trägt am Gnadenaltar in Vierzehnheiligen Christus auf seinen Schultern. Um 250 wurde auch er als Märtyrer enthauptet. Erste Bilder des Mannes, der Christus trägt, entstanden in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts im Alpenland. Er ist Patron aller Reisenenden und Kraftfahrer, der Flößer und der Schiffer. Die Christophorus-Plakette an einem Auto oder Fahrrad soll auch heute noch für eine unfallfreie Fahrt sorgen. Am 24. Juli ist sein Namenstag.

Christophorus ist ebenso im öffentlichen Leben bekannt. So heißt die bayerische Rettungsmedaille Christophorus-Medaille. Mit ihr werden vom Ministerpräsidenten Personen ausgezeichnet, die unter besonders schwierigen Umständen Menschen in Lebensgefahr gerettet haben. Vor wenigen Monaten wurde damit eine junge Frau aus Lichtenfels geehrt.

Pantaleon ist ein nicht so bekannter Nothelfer. Als geschätzter Leibarzt des Kaisers Maximian half er vielen Armen mit seinem Vermögen. Doch seine Überzeugung zum christlichen Glauben bezahlte er im Jahr 305 mit dem Martertod. Die Ostkirche verehrt Pantaleon als Großmärtyrer. Als Arzt ist er selbstverständlich Patron der Ärzte, der Hebammen und der Kranken.

Großes Angebot an den Andenkenständen

Viele rufen den Hl. Pantaleon bei Krankheit an. Wer immer wieder mal mit Kopfweh zu kämpfen hat, sollte sich mit einem Bittgebet an den Hl. Pantaleon wenden. In Österreich heißen sogar zwei Orte St. Pantaleon. In Oberrotweil gibt es zu seinen Ehren eine Pferdeprozession. Am 27. Juli gedenken wir seiner.

An den vielen Andenkenständen neben der Basilika findet man die Christophorus-Plakette, eins von vielen nicht immer ganz frommen Verkaufsangeboten. Dem Autor dieser Zeilen ist aus der Kindheit besonders das Käddsfraala in Erinnerung geblieben. Eine vielfältige Auswahl von kleinen und großen Kerzen gibt es für die Besucher. Die allergrößten Kerzen gehen allerdings, nach Auskunft eines Verkäufers, im Jahr nur 4 bis 5 Mal über den Ladentisch.

Als kleiner Junge hatte der Autor dieser Serie mehr Interesse an Utensilien in Miniaturform, zum Beispiel an Kelchen und einer Monstranz. Damit wurden zu Hause mit den beiden Brüdern „Gottesdienste“ abgehalten.

Heimliche Trauung in Vierzehnheiligen

In seinem Gedichtabschnitt “sexheiling“ beschreibt Josef Motschmann ganz besondre Heiratswillige. Vor Jahrzehnten war es noch nicht gerne gesehen, wenn die schwangere Braut in ihrer Heimatgemeinde heiraten wollte. Die kirchliche Trauung wurde in sehr kleinem Kreis in Vierzehnheiligen abgehalten. Heute bevorzugen Brautpaare die Basilika wegen der traumhaften Kulisse. Während der wenig fotogenen Renovierungsarbeiten wurden schon Hochzeitstermine abgesagt.

Wallfahrer, Urlauber und Gläubige unserer Region besuchen die Basilika in gleicher Weise. Im Sommerhalbjahr, also noch bis einschließlich 30. September ist die Basilika von 6:30 Uhr bis 20 Uhr geöffnet.

Man kann die Orgelkonzerte zum Freitagsläuten besuchen. Die Orgelkonzerte finden im Zeitraum von Mai bis September jeden Freitag von 15 bis 15.45 Uhr statt.

Vierzehnheiligen-Gedicht

viäheiling

gell käddsfraala

dei gschäfd

is aa scho

besse ganga

noja –

heidsedouch

mouch doch kanne

me wos glaam

fünfheiling

dii

sen aa

blueß hundn

daßa soung könna

si

won

hundn

sexheiling

soo-

dou wölld iä

rächd und gschwind

in Väddseheiling heiren

dou brauch ich

noched go niä

dse froung

ob wos

undewäigs is

Josef Motschmann

Die Heilige mit dem Wurm
Der wenig bekannte Pantaleon. Foto: Andreas Motschmann
Die Heilige mit dem Wurm
Sankt Christophorus trägt das Jesuskind auf seiner Schulter.

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