LICHTENFELS

„Oh happy day“ mit einem „Alleluia“ beim Konzert in Schney

Der Chor "Zeitlos" unter Leitung von Ulrike Bauer-Trolp überzeugte das Publikum Foto: Reinhard Blechschmidt

Anstelle des traditionellen Sommerkonzerts des Gesangvereins Schney konnten in diesem Jahr der Vorsitzende Henry Schimanski und Pfarrerin Tanja Vincent die Zuhörer in der evangelischen Kirche Schney zu einem außergewöhnlichen und abwechslungsreichen geistlichen Konzert begrüßen. Manuel Höppner eröffnete an der Orgel mit einer fast tänzerischen Sonatine in C-Dur von Davide da Bergamo, einem italienischen Komponisten des frühen 19. Jahrhunderts.

Ihm folgte der Traditionschor unter der Leitung von Claudia Koch mit drei choralartigen A-Capella-Sätzen. Der Text des innig vorgetragenen Chorsatzes von A.E. Grell beruht auf Lobpreisungen aus dem Psalm 36 und 57. Andrea Gabrieli, ein venezianischer Komponist der Renaissancezeit, schrieb in typischer Manier dieser Zeit das „Alleluia“.

Der Kinderchor „Schneyer Liederkiste“ sang sich unter Leitung von Claudia Koch in die Herzen der Zuhörer. Foto: Reinhard Blechschmidt

Die Stimmung dieses Liedes, als auch das nächste, aus der englischen Chortradition stammende und von Pasquale Thibaut bearbeitete Lied „Wir danken dir für diese schöne Welt“, wurde vom Chor sehr klangrein und harmonisch gesungen.

Eine beeindruckende Bandbreite bewiesen

Der „Zeitlos“-Chor mit seiner Leiterin Ulrike Bauer-Trolp zeigte mit seinen Liedvorträgen die ganze beeindruckende Bandbreite seines Repertoires und seines Könnens. Zwei traditionelle Gospels standen am Beginn des Vortrags.

Glänzte durch Erfahrenheit und Harmonie: das Streichquartett desInstrumentalkollegiums. Foto: Reinhard Blechschmidt

Fröhlich erklang das „Oh Happy Day“ mit Jana Kosok als Solistin. Manuel Höppner am Klavier sorgte zusammen mit Jona Kalkus, Percussion, für den entsprechenden Rhythmus. Den nächsten Song „I?m so glad Jesus lifted me“, einem Arrangement von John Helgen, begann Henry Schimanski solistisch, fast klagend, während der Chor dann in einem schnelleren Rhythmus das Thema aufgriff und fortsetzte. Eine gelungene Darbietung.

Große Gefühle waren angesagt bei dem Lied „Amoi seg‘ ma uns wieder“ von Andreas Gabalier. Es zeigte sich dabei wieder einmal, dass die vermeintlich leichte Unterhaltungsmusik durchaus Tücken hat, die aber der Chor sehr gut meisterte. Die Stimmung des Songs wurde verstärkt durch den Einsatz von Piano und Streichern.

Amy Schwarz und Simon Witzgall sind seit fünf Jahren im Kinderchor. Henry Schimanski und Claudia Koch überreichten dafü... Foto: Reinhard Blechschmidt

Ganz klassisch wurde dieser Vortragsteil beendet. Es erklang das „Ave verum“ von Wolfgang Amadeus Mozart, vom Chor sehr ruhig und getragen gesungen und einfühlsam begleitet von einem Streichquartett des Instrumentalkollegiums Lichtenfels (Heinz Wilk, Alfred Förner, Simon Förner und Johannes Förner). Mit einem „Andante“ von Carl Friedrich Abel führte dieses gut aufeinander eingestimmte Quartett das Programm fort.

Der folgende Auftritt des Kinderchores „Schneyer Liederkiste“ setzte einen gelungenen Akzent im Programm. Fröhlich und unbekümmert sangen die acht Sängerinnen und Sänger ihre Lieder vor dem gefüllten Gotteshaus. Begleitet von ihrer Chorleiterin Claudia Koch trugen sie ihre Songs „Wir sind alle Gotteskinder“ von Susanne Reschop, „Die Uhr schlägt 3“ von Werner Beidinger und „Chöre“ von Mark Forster vor. Sie erhielten für ihren Beitrag lang anhaltenden Beifall. Im Rahmen dieses Konzerts ehrte dann Henry Schimanski Amy Schwarz und Simon Witzgall für ihre fünfjährige Zugehörigkeit zum Kinderchor.

„Ich bete an die Macht der Liebe“

Mit den beiden nächsten Programmpunkten, einem mehrstimmigen Satz von Manfred Bühler „Ich bete an die Macht der Liebe“ und einer vierstimmigen Motette von Bernhard Klein „Der Herr ist mein Hirt“ nach Psalm 23, zeigten die Sänger des Traditionschores, wie man mit den Stilmitteln der Musik die Aussagen von Texten umsetzen kann. Bernd Stallmann hat das Lied „Vom Flügel eines Engels berührt“ für gemischten Chor und Klavier arrangiert. Der Chor interpretierte dieses Lied zusammen mit Manuel Höppner am Piano zum Abschluss sehr gefühlvoll.

Das Highlight des Konzerts hatte man sich zweifellos für den Schluss vorbehalten. Die Darbietung der Gospelmesse „Body and Soul“ von Lorenz Maierhofer bewies die Leistungsstärke dieser Chorgemeinschaft. Unter der Leitung von Ulrike Bauer-Trolp und der Begleitung durch eine außergewöhnlich zusammengesetzte Musikergruppe, sowie einer Sprecherin (Franziska Trolp), zeigten die Sänger und Sängerinnen ihr ganzes Können und ihre Fähigkeit auf unterschiedlichste rhythmische Anforderungen hinsichtlich der verschiedenen Einzelstücke einzugehen.

Ein insgesamt gelungenes Experiment

Hervorzuheben ist natürlich auch die Leistung der Instrumentalisten (Heinz Wilk, Violine, Johannes Förner, Cello, Manuel Höppner, Keyboard, Jona Kalkus, Percussion) sich auf den Chor einzustellen und rhythmisch zu unterstützen. Ein insgesamt gelungenes Experiment! Nach dem fulminanten Schluss des Konzerts spendeten die Zuhörer begeisterten und lang anhaltenden Beifall, eine Anerkennung, die die vielen intensiven und anstrengenden Proben in der vorhergehenden Zeit vergessen ließen.

Das Konzert wird wiederholt am Sonntag, 21. Juli, 17 Uhr, in der Kirche Maria Himmelfahrt in Hochstadt am Main.

 

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