LICHTENFELS

Korbstadtköniginnen mit Handwerkerschürze statt im Dirndl

Korbstadtköniginnen mit Handwerkerschürze statt im Dirndl
Nicht nur die amtierende Korbstadtkönigin Alicica I. (vorne), sondern auch Ehemalige machen beim Jubiläumsprojekt „Lebensbaum“ mit. Foto: Corinna Tübel

Anlässlich des 40. Korbmarkts flechten die ehemaligen und die amtierende Korbstadtkönigin Blätter, die zusammen einen wachsenden Lebensbaum präsentieren. Das öffentliche Projekt soll die Verbundenheit symbolisieren und in den nächsten Jahren fortgeführt werden.

Normalerweise tragen sie Dirndl und Schärpe – heute sind es Handwerker-Schürzen: Drei ehemalige und die amtierende Lichtenfelser Korbstadtkönigin sind in der Werkstatt des Korbmachers Manfred Popp in ihre Arbeit vertieft. Jede flechtet ein eigenes tellergroßes Blatt aus Peddigrohr – ein klassisches Flechtmaterial –, die zusammen einen gemeinsamen „Lebensbaum“ ergeben. An dem Projekt anlässlich des 40. Korbmarkts der Stadt Lichtenfels beteiligen sich insgesamt 17 Königinnen.

„Wir wollten etwas zusammen gestalten. Am Anfang haben wir an eine Art Showprogramm gedacht, aber einige von uns wollten nicht mehr auf der großen Bühne stehen.“
Alicia I.
Korbstadtköniginnen mit Handwerkerschürze statt im Dirndl
Beim Flechten war viel handwerkliches Geschick gefragt.

„Wir wollten etwas zusammen gestalten. Am Anfang haben wir an eine Art Showprogramm gedacht, aber einige von uns wollten nicht mehr auf der großen Bühne stehen“, blickte Alicia Vetter, die amtierende Korbstadtkönigin zurück. „Wir wollten aber etwas Nachhaltiges gestalten, und dann kam uns die Idee zu flechten.“ Der bekannte Lichtenfelser Korbmacher und Künstler Manfred Popp gab Anleitung und zeigte sich begeistert von der hervorragenden Arbeit der Frauen. Sie sind nicht gänzlich frisch in diesem Metier, gehört es sich doch, vor oder zu Beginn ihrer Amtszeit das Flechten bei ebendiesem Lehrmeister zu erlernen. „Man muss ja wissen, wovon man redet“, erklärt Manuela I.

Flechten: Fein, eng, schön und gerade

Den Ursprung bildete ein einfaches Korbrohr, das in Form gebrannt und zusammengebaut wurde. „Von der Spitze bis zum Ende wird dann fein, eng, schön und gerade geflochten“, leitete der Korbmacher Manfred Popp an. Was zunächst einfach klingt, erforderte viel handwerkliches Geschick. Zwischendurch muss das Material noch kurz eingeweicht werden, um geschmeidig zu bleiben, doch alle helfen tatkräftig zusammen.

Insgesamt sind es 17 Teilnehmerinnen, die sich an den kommenden Samstagen in kleinen Gruppen treffen werden, und viele sind froh, dass noch einmal alle zusammenkommen: „Auch wir ehemaligen Königinnen gehören ja noch zum Korbmarkt dazu. Dass man das Amt hatte, kann und will man nicht wegschweigen. Wir haben die Stadt zwei Jahre repräsentiert und vertreten, da muss man sich im Nachhinein auch noch einbringen“, findet Corinna I.

Korbstadtköniginnen mit Handwerkerschürze statt im Dirndl
Auch für die Korbstadtkönigin aus dem Jahr 2012, Helena I., war die Teilnahme am Projekt "Lebensbaum" selbstverständlich... Foto: Corinna Tübel

Auch Helena I. ist froh über den Zusammenhalt der Amtsträgerinnen und hält es für eine „Tradition. Diesmal sollten alle mitmachen. Es ist gut, dass wir dabei die Entwicklungen sehen, so können wir uns ganz anders einbringen.“

„Korbflechten ist nicht mehr nur Einkaufskorb. Die Vielfalt aus Korb ist so unglaublich groß. Das finde ich toll!“

Corinna I.

Tatsächlich hat sich nicht nur das Fest „Korbmarkt“ verändert, sondern auch die Verwendung seines Kernstücks: des Korbs. „Korbflechten ist nicht mehr nur Einkaufskorb“, weiß Corinna I. „Die Vielfalt aus Korb ist so unglaublich groß. Das finde ich toll!“

Korbstadtköniginnen mit Handwerkerschürze statt im Dirndl
So wird er aussehen, wenn das Projekt fertig ist: der Lebensbaum aus Blättern, die die bisherigen Korbstadtköniginnen ge...

Die Begeisterung und der Stolz in der Werkstatt sind echt, als die meisten ihre Arbeit beendet haben. Jedes Blatt des Baumes steht für das Amt einer Königin und ist dabei stark detailgetreu. Was die zarten „Äderchen“ eines Blattes sind, stellen die Stränge des Geflechts dar: stark und dauerhaft. So soll der Lebensbaum sein und mit jeder neuen Amtsperiode durch ein neues Pflanzenteil wachsen.

Zu mehreren Gelegenheiten zu sehen

Der fertige Baum wird im Rahmen einer geplanten Ausstellung (40 Jahre Korbmarkt) sowie am Korbmarkt selbst vom 13. bis 15. September zu sehen sein und anschließend in einer städtischen Einrichtung wie dem Stadtschloss oder dem Rathaus ausgestellt werden.

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