LICHTENFELS

Schützenfest Lichtenfels: Die Fliehkraft im Körper spüren

Mit 4 G Beschleunigungskraft in den Himmel: Das Hoch-Rundfahrgeschäft „Techno Power“ steht heuer auf dem Schützenfest. Foto: Eckl Entertainment

Wer heuer das Schützen- und Volksfest in Lichtenfels vom 12. bis 21. Juli nicht besucht, verpasst vieles. Ein „spannendes Programm“ und viel „familiäre Atmosphäre“ zum Beispiel, wie Erster Schützenmeister Erwin Kalb bei der traditionellen Pressekonferenz am Dienstag betonte. Und weiter: Einen neuen Biergarten mit Service an der Stadthalle, wie Festwirt Daniel Ivascenko, Geschäftsführer der parti GmbH Kronach, verriet. Zwei Feuerwerke am Himmel und ein kulinarisches Feuerwerk an den vielen Verpflegungsständen auf dem Volksfestplatz. Ein eigens gebrautes Festbier, von dem die Maß heuer 7,80 Euro und damit nicht mehr kostet als 2018. Ein Musikprogramm mit volkstümlichen Klängen heimischer Gruppen und fetzigem Partysound bis in die Nacht hinein. Und schließlich Fahrgeschäfte, deren Spannbreite von lustig für Kinder über „wild“ für die Jugend bis gemäßigt für fortgeschrittenes Alter reicht.

Erwin Kalb gab beim Treffen mit den Medien eine Vorstellung von dem, was hinter den Kulissen zur Vorbereitung für ein solches Fest bewältigt wird. Für die königlich privilegierte Schützengesellschaft ist das Mega-Ereignis ohnehin der gesellschaftliche Höhepunkt im Jahr. „Das ist ein rein ehrenamtlich organisiertes Fest“, sagte er. Unzählige freiwillige Arbeitsstunden sind damit verbunden. Und eine solide Finanzierung.

Es bleibt bei 7,80 Euro für den Liter Festbier

Die Betriebskosten für das Fest steigen alljährlich. Umso schwerer sei die Entscheidung gewesen, beim Bierpreis unter der 8-Euro-Marke zu bleiben. „Das ist uns unser Publikum wert“, sagte Kalb wörtlich. Das Festbier reift indessen noch, wie Geschäftsführer Andreas Leikeim vom gleichnamigen Brauhaus informierte. In rund zwei Wochen sei Bierprobe.

Die Auswahl der Fahrgeschäfte obliegt traditionsgemäß dem Platzmeister. Und da ist Dieter Brandmeier mit allen Wassern gewaschen. Er weiß, wer oder was angesagt, in Lichtenfels gefragt ist und Publikum anlockt. Unterstützt wird er vom 2. Platzmeister, Florian Dehler.

„Die Besucher sollen nicht nur in den Biergarten, sondern auch über den Festplatz bummeln“, sagte Brandmeier. 47 Schausteller und zehn Fahrgeschäfte sind verpflichtet worden. „Wilde“ Fahrgeschäfte kündigte der Platzmeister an: „Techno Power“, Roll-Over“ mit Überschlag oder „Freak“, wo es mit Wasser-, Nebel- und Pyroshow 42 Meter hoch geht.

Neuer Biergarten nahe der Stadthalle

Die in Lichtenfels besonders beliebte „Bayernwippe“, für die laut Brandmeier sogar schon einmal eine Unterschriftenaktion lief, ist wieder da sowie eine „Spaßfabrik“ mit Spiegelkabinett. Viele Fahrgeschäfte und Vergnügungsmöglichkeiten gibt es wieder für die Familien. In Bällen auf dem Wasser laufen: Das ist heuer auf dem Schützenfest auch wieder möglich. „Ab 1. Juli wird aufgebaut,“ so Brandmeier.

Der Festwirt kündigte an, dass der Biergarten vor der Stadthalle aufgehübscht wird. „Wir werden hier mehr Atmosphäre reinbringen und diesem Bereich nahe der Stadthalle mehr Leben geben,“ versprach Daniel Ivascenko. Service-Kräfte werden Bestellungen an die Tische bringen.

Die Zeiten, in denen in der Stadthalle zehn Tage lang zum Schützenfest Programm geboten war, sind offenbar vorbei. „Wir konzentrieren uns auf die Wochenenden und bieten dann Stimmungsmusik. Das hat sich bewährt,“ sagte der Festwirt weiter.

Nach Protesten: „Ladys Night“ findet heuer wieder statt

Mit einer Ausnahme: Die „Ladys Night“, 2018 aus dem Programm geworfen, wird heuer am Dienstag Abend wieder stattfinden. „Die Proteste der Frauen gegen die Streichung waren nachhaltig“, räumte Ivascenko ein.

Im wunderschönen Schützenfest-Biergarten am Schützenhaus dürfen sich die Besucher wieder einmal nicht nur auf gemütliche Stimmung unter den Kastanienbäumen freuen. An jedem Tag gibt es Live-Musik auf der Bühne. Erstmals treten in diesem Jahr die „Rattelsdorfer Blasmusik“, „Die Wiesenfelder“ und die „Wickendorfer Musikanten“ auf.

Zum großen Schützenauszug am Sonntag, 14. Juli, 10.30 Uhr, haben sich indessen laut Erwin Kalb rund 1000 Teilnehmer, darunter 500 Schützen aus 18 Vereinen angemeldet. Musikkapellen und Böllerschützen sind ebenfalls dabei.

Am Donnerstag ziehen annähernd 2000 Kinder bei dem von der Stadt Lichtenfels organisierten Kinderfestzug durch die Stadt. Die Feuerwerke sind am Freitag, 12. Juli, und am Freitag, 19. Juli.

Erwin Kalb kündigte schließlich an, dass der Scharfschützenverein wegen „des großen Andrangs“ der Schützen im nächsten Jahr seinen Schießstand erweitern wird. Die Gesellschaft sei bayernweit nicht nur für hochklassigen Schießsport bekannt, sondern auch für ihr äußerst rühriges gesellschaftliches Engagement.

Schützenmeister Erwin Kalb: Wir tun viel für Lichtenfels

„Wir tun viel für Lichtenfels“, sagte Erwin Kalb. Beim diesjährigen Schützenfest sind wieder Jugendliche des HPZ zum Rundgang eingeladen und werden kostenlos bewirtet. Das Jugendblasorchester der Leuchsentaler darf am ersten Samstag auftreten. Es gibt ein kostenloses Kasperltheater und den Tag der Familie mit ermäßigten Preisen am Dienstag. Schließlich veranstalten die Scharfschützen wieder ein Wohltätigkeitsschießen mit der heimischen Wirtschaft.

Der Schützenmeister legte zudem das Schnupperschießen für Jugendliche und Erwachsene am Samstag, 20. Juli, von 14.30 bis 17.30 Uhr im Schützenhaus ans Herz.

Sicherheit auf Großveranstaltungen: Dieses Thema wird immer wichtiger. Für das Schützenfest gibt es ein wohl ausgeklügeltes Sicherheitskonzept, an dem Polizei, Stadt, BRK, Schützen und Feuerwehr Jahr für Jahr feilen, wie Jürgen Hagel von der Polizei mitteilte. Regelmäßige Patrouillengänge der Polizei auf dem Festgelände gehörten dazu. Die Security habe sich bewährt. Vorschriften des Jugendschutzgesetzes würden heuere stärker kontrolliert als in den Vorjahren.

Reservierungen: Tische über die Homepage, Biermarken (ab 11. Juli) täglich von 10 bis 18 Uhr im Schützenhaus oder 0170 - 3431447 oder E-Mail: d.ivascenko@parti-gmbh.de.

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