LICHTENFELS

Europaparlament: Nur zwei Abgeordnete aus Oberfranken

Europaparlament: Nur zwei Abgeordnete aus Oberfranken
Während die CSU bei der Europawahl auch im Landkreis Lichtenfels zugelegt hat, stürzte die SPD auf zehn Prozent ab. Foto: Gerhard Herrmann

Kurzzeitig hatte am Sonntagabend die Aussicht bestanden, dass drei oberfränkische Abgeordnete ins Europaparlament einziehen könnten. Nach dem vorläufigen Wahlergebnis hat es allerdings nur für die CSU-Spitzenkandidatin Monika Hohlmeier (Listenplatz 4) aus Bad Staffelstein und AfD-Kandidatin Sylvia Limmer (Bayreuth, Listenplatz 9) gereicht. Knapp verfehlte Malte Gallée von den Grünen (Bayreuth, Listenplatz 22) das Mandat, da seine Partei zwar der zur zweitstärksten politischen Kraft aufrückte, aber nur 21 Sitze im Europaparlament erhält.

„Unser Ergebnis ist der Wahnsinn, da ist kein Platz für Enttäuschung“, sagte der 25-jährige Student. Außerdem könnte er doch noch ein Ticket für Brüssel erhalten, weil er die Liste der Nachrücker anführt. Besonders gefreut hat ihn die hohe Wahlbeteiligung – vor allem auch bei jungen Leuten. Sie zeige, wie wichtig die EU den Bürgern sei. Die besten Ergebnisse haben die Grünen in Oberfranken in den Städten Bamberg mit 28,4 Prozent (plus 7,4 Prozent) und Bayreuth mit 23,6 Prozent (plus 9,2) erzielt. Das führt Gallée neben Umweltthemen vor allem auf die Präsenz der Grünen Jugend zurück, die neben anderen Mitgliedern in den vergangenen Wochen täglich bei den Bürgern für die Partei geworben habe.

„Unser Ergebnis ist der Wahnsinn, da ist kein Platz für Enttäuschung.“
Malte Gallée, Europa-Kandidat der Grünen

Im Landkreis Lichtenfels haben die Grünen mit 12,5 Prozent (3859 Stimmen) ihr Ergebnis von 2014 mehr als verdoppelt (1322 Stimmen, 6,1 Prozent). Die besten Ergebnisse erzielte die Partei in Lichtenfels (14,8 Prozent), Marktzeuln (13,5 Prozent), Bad Staffelstein (13,1 Prozent) und Burgkunstadt (12,8 Prozent), das schwächste in Hochstadt (8,3 Prozent).

Unangefochtene CSU-Hochburg ist Weismain mit 60,3 Prozent , gefolgt von Bad Staffelstein (51,7 Prozent) und Marktgraitz (50,2 Prozent). Mit 14 664 Stimmen hat die heimische Spitzenkandidatin Monika Hohlmeier zwar mehr Wähler überzeugt als 2014 (11 513), doch wegen der höheren Wahlbeteiligung ist das Ergebnis mit 47,5 Prozent niedriger (53,1 Prozent).

SPD verliert auch in ehemaligen Hochburgen deutlich

Verlierer der Europawahl mit gerade noch zehn Prozent (17,7 Prozent) ist die SPD, die auch in ehemaligen Hochburgen wie Redwitz nur 15,8 Prozent (27,0) erzielte. Einbrüche auch in Michelau mit 14,2 Prozent (22,8), Marktzeuln mit 12,4 Prozent (19,9) oder Lichtenfels mit 11,1 Prozent (21,4). In Weismain waren es sogar nur sechs Prozent (12,2).

Zur viertstärksten Partei ist die AfD gewachsen mit 9,9 Prozent (sieben). Ihre besten Ergebnisse erzielten die Rechtspopulisten in Hochstadt mit 11,3 Prozent (7,2), in Ebensfeld mit 11,2 Prozent (7,7), in Lichtenfels und Michelau (jeweils 10,9 Prozent, 2014: 7,2 bzw. 7,5). Das niedrigste Ergebnis erzielten sie in Burgkunstadt mit 7,9 Prozent (5,7).

Zuwächse verzeichneten auch die Freien Wähler mit 5,9 Prozent (4,9), die vor allem in Hochstadt mit 9,9 Prozent (6,4) und Ebensfeld mit 9,7 Prozent (7,7) punkteten. Leicht verbessert haben sich die FDP mit 2,4 Prozent (1,8), die am besten in Altenkunstadt mit 3,3 Prozent (1,8) abschnitt, und die ÖDP mit 2,2 Prozent (1,8), die besonders gut in Burgkunstadt mit 4,6 Prozent (5,4) und Altenkunstadt mit 2,7 Prozent (1,7) abschnitt.

Höchste Wahlbeteiligung in Ebensfeld

Die mit 57,7 Prozent (2014: 39,9) deutlich gestiegene Wahlbeteiligung wirkte sich auch auf die prozentualen Ergebnisse der Parteien aus. Am höchsten war die Wahlbeteiligung in Ebensfeld mit 64,2 Prozent, gefolgt von Hochstadt (64), Bad Staffelstein (61,8), Marktzeuln (58,5) und Weismain (58,3).

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