LICHTENFELS/KLOSTER BANZ

Ein Schatz, ein Geheimnis, ein Konzert

Publikum und Presse feiern das Morgenstern Trio. Die Musiker spielen weltweit in renommierten Häusern. Foto: Morgenstern Trio

Aus Großbritannien hört man derzeit eher Disharmonien. Es geht auch anders. Doch dafür gilt es einen fast verschollenen musikalischen Schatz zu heben. „Musik von den Britischen Inseln“ lautet der Titel eines hochkarätigen Konzerts am Sonntag, 16. Juni, auf den Maintal-Terrassen von Kloster Banz mit Tenor Malte Müller, Sopranistin Silke Winkler und dem international renommierten Morgenstern Trio mit Catherine Klipfel (Klavier), Stefan Hempel (Violine) und Emanuel Wehse (Violoncello).

Es ist eine ungewöhnliche Reise nach Großbritannien und Irland. Noch dazu eine, die Gutes ermöglichen soll. Der Reinerlös des Konzerts geht an die OT-Leseraktion „Helfen macht Spaß“. Zur Hälfte für Bedürftige im Landkreis Lichtenfels sowie weiter für völlig verarmte Rentner in Lviv, im Rahmen der HMS-Sonderaktion „Ukraine“. Doch auch die Ukraine-Aktion hat lokalen Bezug, so besteht eine langjährige Partnerschaft der Lichtenfelser Rotkreuzschwestern mit ihren Kolleginnen in der Ukraine. Veranstalter des Konzerts ist der BRK-Kreisverband mit Unterstützung der Rotarier. Als Organisator zieht ein erfahrener Eventmacher ehrenamtlich die Strippen: Roberto Bauer. Er führt auch durch den Abend. Bei schlechtem Wetter findet das Konzert im Saal von Kloster Banz statt.

Das Konzert dürfte eines der kulturellen Highlights der Region in diesem Jahr sein. Neben dem anspruchsvollen Programm beeindruckt aber auch die wunderbare Kulisse von Kloster Banz die Besucher. Dort, genauer auf den Maintal-Terrassen vor den historischen Mauern, findet das Konzert statt.

Ein atemberaubender Blick

Der Blick ins schöne Maintal ist atemberaubend. Besonders, wenn bekannte Volkslied-Melodien aus Schottland, Wales und Irland dabei zu hören sind, die von den großen Komponisten der Wiener Klassik, Ludwig van Beethoven und Joseph Haydn, für eine Singstimme beziehungsweise für zwei Sänger in Duettform und Klaviertrio kongenial bearbeitet wurden.

So wird an diesem Abend der Ausblick auf den Gottesgarten auch an die Stimmung der schottischen Highlands oder der irischen Insel mit ihrem sanften Hügeln, aber auch steilen Klippen erinnern.

Das Gesamtwerk ist, das dürfte nicht übertrieben sein, ein fast vergessener musikalischer Schatz. Der schottische Musikliebhaber und Verleger George Thomson hatte es sich zur Aufgabe gemacht, britische Volkslieder repräsentativ edieren zu lassen. Dazu fragte er erfolgreich bei den größten Komponisten seiner Zeit an. Ludwig van Beethoven bearbeitete über 100 Volkslieder und Joseph Haydn über 187 Melodien. Damit nicht genug, die Texte dazu ließ Thomson sogar neu dichten. Wobei er sich der Mitarbeit der großen schottischen Dichter wie Robert Burns oder Sir Walter Scott versichern konnte. Thomson opferte schließlich sein Vermögen, um einen musikalischen Schatz zu schaffen. Ein Schatz, der heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist.

Eine Besonderheit des Konzertes auf Kloster Banz stellen die Volksliedbearbeitungen von Joseph Haydn dar. Diese werden in einer revidierten Fassung von Bernhard Engelke erklingen, der für seine Ausgabe von 1927 auf deutsche Nachdichtungen beziehungsweise Neudichtungen unter anderem des Heidedichters Hermann Löns zurückgriff.

Ein musikalischer Schatz, der erst wieder entdeckt werden musste: Dem aus Roth stammenden Sänger Malte Müller waren die Lieder in dieser Fassung durch eine Aufnahme des schon lange verstorbenen deutschen Tenors Fritz Wunderlich bekannt. Da die Noten nicht mehr verlegt wurden, sicherte sich Malte Müller vor Jahren – damals noch per Mikrofilm – eine Kopie dieser Ausgabe aus New York. Nun werden einige Lieder davon auf Kloster Banz wieder erklingen. Es versprechen großartige Momente zu werden. Die Bandbreite seines Könnens wird das Morgenstern Trio dem Publikum mit dem „Phantasie Trio“ des englischen Komponisten Frank Bridge, 1879 bis 1941, zeigen. Dieses expressive Werk hat das Klaviertrio auch für seine jüngste CD eingespielt.

Eine Ode an die Einzigartigkeit

Abschluss des Abends werden Bearbeitungen englischer, schottischer und irischer Tunes sein, wie der Song von der Dubliner „Molly Mallone“ oder der „Skye Boat Song“, der von der schottischen Hebriden-Insel Skye erzählt oder die Geschichte um „Loch Lomond“ oder aber auch um das englische „Home, sweet home“, die an die Britischen Inseln in ihrer Einzigartigkeit erinnern. Das Konzert wird ermöglicht durch das Sponsoring der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, der Werkzeugbau Siegfried Hofmann GmbH und des Rotarier-Clubs Obermain. Unterstützer sind die Koinor-Horst-Müller-Stiftung, Piano Müller (Neuensorg) und Akkustik Musik Studio Meyer (Lichtenfels). Letztgenannte Unternehmen stellen kostenlos einen Flügel zu Verfügung beziehungsweise sorgen für den professionellen Ton.

Kartenvorverkauf: Roberto Bauer, Lichtenfels; Tourist-Information Lichtenfels. Der Kartenpreis beträgt 25 Euro. Konzertbeginn: 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr.

Die Künstler

Malte Müller hat als Sänger schon bei mehreren Benefiz-Konzerten für Helfen macht Spaß für Aufsehen gesorgt. Foto: Val Thoermer

Zu den Künstlern: Malte Müller, geboren in Lichtenfels (Bayern), erhielt seine grundlegende musikalische Prägung im Knabenchor „Regensburger Domspatzen“. Nach erfolgreichem Studium der Rechtswissenschaft studierte er an der Musikhochschule Mannheim bei Rudolf Piernay und Alejandro Ramírez Gesang. Wesentlich beeinflusste ihn der puerto-ricanische Tenor Edgardo Zayas.

Als Solist ist er mit den verschiedensten internationalen Orchestern und Ensembles aufgetreten. Malte Müller sang auf zahlreichen europäischen Bühnen. Besonders gerne widmet sich Malte Müller auch dem Kunstlied. Im Oktober 2018 erschien beim Label Spektral sein Debütalbum „Von sanftem Traum umflossen – Lieder nach Friedrich Rückert“.

Sopranistin Silke Winkler überzeugte ihr Publikum schon bei zahlreichen HMS-Konzerten. Foto: Val Thoermer

Silke Winkler, Sopran, studierte nach dem Abitur Schulmusik für das gymnasiale Lehramt mit Hauptfach Klavier und Leistungsfach Gesang an der Musikhochschule Mannheim sowie Latein an der Universität Heidelberg. Nach dem ersten Staatsexamen setzte sie ihr Studium im Fach Gesang bei Prof. Alejandro Ramírez in Mannheim fort und erhielt das Diplom als Gesangspädagogin. Ihre weitere sängerische Ausbildung erhielt sie bei dem aus Puerto Rico stammenden Belcanto-Spezialisten Edgardo Zayas in Wuppertal. Sie ist als Schulmusikerin, Chorleiterin und Konzertsängerin tätig. Neben sakralen Werken und Kunstliedern bilden Belcanto- und Koloraturarien einen besonderen Schwerpunkt ihres sängerischen Repertoires.

Publikum und Presse feiern das Morgenstern Trio für höchsten kammermusikalischen und technischen Anspruch: Dekoriert mit den höchsten Preisen und Auszeichnungen (Wien, Melbourne, ARD) ist das Morgenstern Trio auf den wichtigsten Podien der Welt zu Hause. Dazu zählen: Carnegie Hall New York, Kennedy Center Washington DC, Musikverein und Konzerthaus Wien, Philharmonien Essen, Köln und Berlin, Concertgebouw Amsterdam.

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