LICHTENFELS

Falco und die wummernden Bässe der Lichtenfelser Musiknacht

Falco und die wummernden Bässe der Lichtenfelser Musiknacht
Spielfreude und Empfindsamkeit zeichneten die „Bricks“ aus. Foto: Markus Häggberg

So ganz lau war die Nacht nicht, zum Flanieren hätte es aber allemal gereicht. Bei der als „Tanz in den Mai!“ angekündigten schon traditionellen Lichtenfelser Musiknacht waren am Montagabend viele Menschen unterwegs. Aber oft blieben sie auch stationär dort, wo sie die Musik ansteuerten. An acht Standorten boten Gastronomen Live-Musik oder zumindest DJ's auf. Über ein Dutzend Künstler beziehungsweise Formationen machten mit.

Falco lebt. Das ließ sich beispielsweise am späten Abend in der Mühlbachklause behaupten. Dort, schon etwas außerhalb der Innenstadt liegend, sorgte der DJ mit der eigentümlichen Schreibweise Deejay Ratzi für eine Mischung aus eben Falco und Macarena und vielem anderen. Klar jedenfalls, dass getanzt wurde. Wirtin Ramona Holzmann sprang der Veranstaltung erstmalig bei und kurzfristig noch dazu. Aber sie war voll des Lobes für die Organisation, die durch die Stadt erfolgte. „Hätte ich noch was benötigt und gebraucht, wäre das alles kein Problem gewesen.“

Blues, Rock ,Soul und Funk

Falco und die wummernden Bässe der Lichtenfelser Musiknacht
Irgendwie versprühen sie immer gute Laune: die Orangeshakers. Das können sie auch darum, weil sie ihr Handwerk beherrsch...

Live ging es hingegen im Cafe Moritz zu. Schon von weitem konnte man hören, dass dort Stimmung und Andrang herrscht. Bisweilen war es nicht einfach, über die Treppe in den ersten Stock zu gelangen, wo die „Orangeshaker“ ab 20 Uhr ihre bei vielen Zuhörern sehr geschätzte Mixtur aus Blues, Rock, Soul und Funk spielten. Zu Improvisationen kam es auch, zu gekonnt schrägen Coverversionen erst recht. Die Atmosphäre, dass hier etwas wirklich Sympathisches stattfindet, war spürbar.

Rockig ging es in der Spielkiste zu. Dort sorgte die einheimische Band „T.C. Bricks“ für reichlich Crossover. Police-Nummern wie „Message in a bottle“ hört man auf die Weise dieser Band nicht oft. Ihre Art, „AC/DC“, „Die Toten Hosen“ und „Police“ unter einen Hut zu bekommen, kam gut an und hielt viele Gäste davon ab, die Lokalität zu wechseln.

Was an der Musiknacht, die im Volksmund auch nicht selten Kneipennacht genannt wird, noch herauszuheben wäre, ist die Vielfalt. DJ-Auftritte im Herolds, im Paunchy oder der Mühlbachklause einerseits, Rock beziehungsweise Soul und Funk in der Spielkiste oder dem Moritz andererseits. Doch Jazz-Freunde kamen im Dümpfelschöpfer auf ihre Kosten. Das Duo „dav'n'mor“ hielt Jazzstandarts für Gitarre und Klarinette parat, wohltemperiert und quirlig-spielfreudig. Auch eine Art der Kammermusik.

Liedermacher-Sound

Falco und die wummernden Bässe der Lichtenfelser Musiknacht
Nur eine der Entdeckungen des Abends: die Erlanger Mike Sappington und Boris Loncar. Spielfreude und Virtuosität zeichne...

Eine Entdeckung des Abends dürften auch zwei Erlanger gewesen sein, von denen einer aus USA und der andere aus Bosnien stammt. Zusammen sind sie „Dystilled Spirit“, der destillierte Geist also. Als solcher sangen Mike Sappington (Gitarre) und Boris Loncar (Violine) im Pinkus eigenwillige Versionen von Dylan-Songs oder Traditionals. Platz zum Tanzen fanden Zuschauer auch in ihrer Nähe. Sappington und Loncar sind Profimusiker, Loncar sogar bisweilen in Orchestern tätig. Gefunden hat sich das Duo, das in Lichtenfels erst seinen zweiten Gig absolvierte, in Erlangen.

In insgesamt acht „Kneipen“ der Stadt war einiges geboten, mitunter bis in die frühen Morgenstunden. Zu einer weiteren Auflage im nächsten Jahr wird es wohl gewiss kommen.

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