LICHTENFELS

Ein Kämpfer für mehr Barrierefreiheit

Stellte in seiner 15-jährigen Tätigkeit als ehrenamtlicher Beauftragter des Landkreises Lichtenfels für Menschen mit Beh... Foto: Heidi Bauer

„Dass ich den Menschen helfen konnte, war für mich das Wichtigste. Ich habe es gerne gemacht“, sagt Manfred Robisch und blättert mit nachdenklichem Blick in seinen Unterlagen. Seit 2004 ist der Unterwallenstadter Beauftragter des Landkreises Lichtenfels für Menschen mit Behinderung. Aus gesundheitlichen Gründen gibt der 72-Jährige nun sein Ehrenamt zum 30. April 2019 ab. Leicht fällt ihm das nicht: „Es hat mir gefallen, die Leute bei ihren Anliegen zu unterstützen“, ergänzt er. Nachfolgen wird ihm Rudolf Ruckdeschel, der seine erste Sprechstunde am Mittwoch, 8. Mai, von 9 bis 12 Uhr im Landratsamt Lichtenfels, Raum E 57 (Altbau) hält.

„Der Landkreis Lichtenfels hat Manfred Robisch viel zu verdanken“, betont Landrat Christian Meißner. „Zeit seines Lebens ist er ein engagierter Ehrenamtlicher. Schon immer hat er sich für die Belange anderer eingesetzt.“ Besonders stellt der Landrat heraus: „Als Beauftragter für Menschen mit Behinderung hat Manfred Robisch für den Landkreis und seine Bürgerinnen und Bürger wegweisende Weichen in punkto Barrierefreiheit gestellt und wichtige Projekte entscheidend vorangebracht.

Mit großer Leidenschaft

Sein Amt hat er stets mit großer Leidenschaft wahrgenommen, seine Arbeit kann nicht hoch genug geschätzt werden und dafür danke ich ihm als Landrat im Namen aller Bürgerinnen und Bürger und des Kreistags ganz herzlich!“

7919 Menschen mit schwerer Behinderung (Stand 31. Dezember 2018) leben nach der neuesten Statistik des Zentrums Bayern Familie und Soziales (ZBFS) im Landkreis Lichtenfels. Die Zahl ist innerhalb eines Jahres um 152 gestiegen. Rechnet man die Menschen mit einer Behinderung unter 50 Grad hinzu, so kommt man auf insgesamt 12 565. Laut der Erhebung sind 5215 der Menschen mit schwerer Behinderung über 60 Jahre alt. Tendenz steigend.

„Es werden in Zukunft immer mehr Menschen, die um Hilfe nachsuchen“, prognostiziert Manfred Robisch. „Aufgrund des demographischen Wandels und dem hohen Anteil älterer Menschen bei den Schwerbehinderten wird die Quote weiterhin ansteigen. Dies stellt insbesondere in den Bereichen Wohnen und Pflege für den Landkreis Lichtenfels zukünftig neue Herausforderungen. Daran, dass sich die Gestaltung und Planung einer barrierefreien Umwelt als selbstverständlich in den Köpfen aller festsetzt, muss weiterhin intensiv gearbeitet werden.“

15 Jahre war er als Behindertenbeauftragter mit den verschiedensten Aufgabenstellungen betraut: „Die Stelle war damals neu geschaffen worden, und ich habe sie dann sukzessive aufgebaut“, erzählt der Manfred Robisch, der diese nach 30 Jahren Tätigkeit im Ausländeramt der Landkreisverwaltung mit seinem Eintritt in den Ruhestand übernahm.

Sprechstunde eingeführt

Er führte eine wöchentliche Sprechstunde ein und war im Außendienst. Aber oft kamen die Menschen auch zu ihm nach Hause, wenn sie dringend Rat suchten. Er zeigte Probleme auf, die Menschen mit Behinderungen im Landkreis Lichtenfels haben, er entwarf Broschüren und Wegweiser für Menschen mit Behinderung und in leichter Sprache, die Betroffenen eine große Hilfe sind.

Er half bei der Antragstellung für Schwerbehinderten- oder Parkausweise, auf Förderung von behindertengerechtem Wohnungsumbau oder bei Widersprüchen, gab Stellungnahmen bei der Gestaltung und beim Bau öffentlicher Gebäude sowie bei Straßenbaumaßnahmen, etablierte das Signet „Bayern barrierefrei“ im Landkreis, setzte sich für die Barrierefreiheit in Schulen, Rathäusern, Ämtern, Kirchen und der Bahnhöfe in Bad Staffelstein und Burgkunstadt ein und vieles, vieles mehr.

„Menschen mit Behinderung haben tagtäglich mit Problemen zu kämpfen“, stellt Manfred Robisch fest – ihnen zu helfen, ist ihm ein Herzensanliegen und entsprechend war und ist sein Engagement. „Es ist mir wichtig, die Benachteiligungen von behinderten Menschen zu beseitigen und zu verhindern und ihnen eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft und eine selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen. Deswegen habe ich mich stets auch als Bindeglied zwischen den Menschen mit Behinderung und den kommunalen Entscheidungsträgern oder Behörden gesehen.“

Viel Lob erhalten

„Einer der Höhepunkte in meiner 14-jährigen Tätigkeit war der Besuch der Behindertenbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Irmgard Badura, am 16. November 2014 im Landratsamt“, stellt Manfred Robisch fest und erzählt stolz: „Sie zollte dem Landkreis im Beisein der kommunalen Behindertenbeauftragten in Sachen Barrierefreiheit großes Lob.“ Dem schließt sich Landrat Meißner an: „Manfred Robisch hat die Barrierefreiheit im Landkreis entscheidend vorangebracht!“

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