LICHTENFELS

Kreuzweg: Helfen statt Wegsehen lautet die Botschaft

Kreuzweg: Helfen statt Wegsehen lautet die Botschaft
Zum Abschluss des Kreuzweges versammelten sich die Teilnehmer an und vor der Kreuzigungsgruppe vor der Pfarrkirche. Foto: Alfred Thieret

Eine große Christenschar beteiligte sich am Freitag am Kreuzweg des Heilpädagogischen Zentrums der Caritas, der rund um die Stadtpfarrkirche führte. Stadtpfarrer Roland Neher sowie Mitarbeiter und Bewohner der einzelnen HPZ-Abteilungen gestalteten die verschiedenen Stationen und erklärten mit Lesungen den Leidensweg Jesu.

Passend zur 1. Station (Jesus wird zum Tode verurteilt) trafen sich zum Beginn des Kreuzweges die Teilnehmer vor dem aus dem 15. Jahrhundert stammenden Sandsteinrelief mit der Ölbergszene an der Südseite des Turmuntergeschosses.

Die Szene zeigt, dass sich Jesus, der noch einige Tage vorher beim Einzug in Jerusalem umjubelt wurde, inmitten seiner schlafenden Jünger in seiner Angst im Hinblick auf seinen bevorstehenden Leidensweg verlassen fühlt, genauso wie es vielen Menschen auch heute ergeht, die in ihrer Not von ihren Mitmenschen allein gelassen werden.

Vergleich zur Gegenwart

Es wurde auch darauf hingewiesen, dass Pilatus dem Ruf der Menschenmenge folgte und Jesus zum Tod verurteilte, obwohl er von seiner Unschuld überzeugt war. Auch hier zog man wieder einen Vergleich zur Gegenwart. Die Menschen sollten nicht gleichgültig wegsehen, wenn jemand ungerecht behandelt wird, sondern vielmehr helfend eingreifen.

In Anlehnung an die Dornenkrone mit der Jesus nach seiner Verurteilung verhöhnt wurde und zum Zeichen für alles Leid, das durch Feigheit nicht verhindert wird, legte eine Mitarbeiterin einen Dornenkranz um ein Kreuz. Indem Jesus das Kreuz auf seine Schultern nahm, begab er sich auf seinen Leidensweg, auf dem er dreimal stürzte, seiner Mutter begegnete, ihm Simon von Cyrene zeitweise das Kreuz trug, ihm Veronika den Schweiß von der Stirn wischte und die weinenden Frauen ihr Mitgefühl kundtaten.

Die Beteiligten am Kreuzweg verwiesen darauf, dass auch wir Menschen – ähnlich wie Jesus – in vermeintlich aussichtslosen Lagen, den Mut und die Kraft finden sollten, sich wieder aufzurichten beziehungsweise im Sinne von Simon oder Veronika zu handeln, um Menschen in ihrer Not beizustehen. Die einzelnen Stationen wurden nicht nur durch Textbeiträge, sondern auch durch symbolische Gegenstände und durch bekannte Lieder verdeutlicht.

Miteinander geht es am besten

So ertönte bei der dritten Station „Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz“ das Lied „Steh auf, wenn du am Boden bist“ der deutschen Band „Die toten Hosen“ und bei der sechsten Station „Veronika reicht Jesus das Schweißtuch“ als Zeichen dafür, dass wir uns gegenseitig helfen sollen das Lied „Applaus, Applaus (für deine Art mich zu begeistern) “ der bayerischen Rockgruppe „Sportfreunde Stiller“. Der Kreuzweg endete vor der Kreuzigungsgruppe vor der Pfarrkirche mit einem gemeinsam gebeteten „Vater unser“ und dem Segen des Pfarrers. Die Teilnehmer sollten aus dem mit dem Kreuzweg versinnbildlichten Leidensweg Jesu erkennen, dass man keine Vorurteile haben, nicht über das Leid und die Not seiner Mitmenschen hinwegsehen, sondern ihnen liebevoll begegnen und sie in schwierigen Situationen unterstützen sollte.