LICHTENFELS

Sturm bringt Tierheim Lichtenfels in Bredouille

Sturm bringt Tierheim Lichtenfels in Bredouille
Völlig zerstört: eine Hundehütte im Tierheim. Foto: Theresa Ehrl

Das Sturmtief Eberhard hat seinen Tribut gefordert: eine Hundehütte. Was banal klingt ist Teil eines viel größeren Problems: Die Bäume, die den Hunden im Freigehege Schatten und Schutz spenden sollten, sind teilweise von Borkenkäfern befallen oder durch die Auswirkungen des Klimawandels anfällig für Krankheiten geworden.

„Mir wird jedes Mal Angst und Bange, wenn ein Sturm aufzieht.“
Alexandra Hümmer, Vorsitzende des Tierschutzvereins

Ein Windstoß kann da zur Gefahr werden. Nicht nur für Hundehütten, sondern auch für die rund zehn Tiere darin, denn dem Heim fehlen die Kapazitäten, die Hunde drinnen unterzubringen. Es gibt zwar Zwinger, die sind aber schon alle belegt, und so betet man im Tierschutzverein weiter für die Vierbeiner. Noch wurde kein Tier verletzt, aber ein umgestürzter Baumstamm hat während Alexandra Hümmers Mitgliedschaft im Verein schon einmal für Furore gesorgt. „Mir wird jedes Mal Angst und Bange, wenn ein Sturm aufzieht“, verrät die Vorsitzende.

Doch Fällen kostet Geld. Auf 6000 Euro schätzt man die Kosten für das Entfernen aller gefährdenden Bäume. Untragbar für den Verein, der sich hauptsächlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert. Von den Gemeinden kommt dem Tierschutzverein eine Fundtierpauschale zu. Die beträgt pro Einwohner der Gemeinden im Landkreis 50 Cent. „Das sind etwa 35.000 bis 36.000 Euro pro Jahr. Hilft, deckt aber nicht einmal die Tierarztkosten zu einem großen Teil“, rechnet die Vorsitzende vor.

Dazu kommen laufende Kosten, wie Futter oder Personal. Eine weitere notwendige Investition ist die Quarantänestation, die jedes Tierheim stemmen muss. „Wenn beispielsweise eine neue Katze aufgenommen wird, muss die erstmal fünf Wochen in Quarantäne, bevor sie die zweite Impfung bekommt“, erklärt die Tierliebhaberin verzweifelt, denn die Tiere müssen diese Zeit meist unter nicht artgerechten Bedingungen absitzen. Die Station ist veraltet, ohne Warmwasseranschluss und sehr beengt. „Die Katzen müssen manchmal über mehrere Wochen in kleinen Boxen untergebracht werden, die einen erheblichen Einfluss auf die Genesung haben.“

Hilfe ist immer willkommen

Sturm bringt Tierheim Lichtenfels in Bredouille
Mehrere Bäume auf des Gelände des Tierheims sind umsturzgefährdet. Dieser Baum hat den Stürmen der vergangenen Wochen nicht standgehalten. Foto: Tierschutzverein Lichtenfels

Hümmer bemüht sich gerade um einen Zuschuss des Staatsministeriums für Umwelt- und Verbraucherschutz. „Da bekommt man aber nur eine Förderung, wenn auch die Kommune etwas beisteuert“, erklärt die Vorsitzende. Da gebe es gerade Verhandlungen.

Unabhängig von deren Ausgang sind Spenden notwendig. „Wir sind wirklich um jeden Cent froh“, beteuern die Mitglieder des Tierschutzvereins, und auch aktive Hilfe ist immer willkommen. Wer möchte, kann gerne mit anpacken und zum Beispiel dabei helfen, neue Bäume zu pflanzen. Geht man stattdessen lieber feiern, kann man damit auch etwas Gutes tun. Das „Paunchy Cats“ sammelt noch bis zum 17 März für das Tierheim und spendet pro verkauftes Bier 0,50 Cent an das Tierheim.

Das Tierheim freut sich auch über direkte Spenden. Alle Informationen dazu gibt es hier.