COBURG

Landratswahl in Coburg: Sebastian Straubel schreibt Geschichte

Erleichtert, zufrieden und erfreut über den deutlichen Wahlsieg für die CSU zeigten sich der neue Landrat Sebastian Straubel, Bundestagsabgeordneter Hans Michelbach, Gesundheitsministerin Melanie Huml und der frühere Landtagsabgeordnete Jürgen W. Heike (v. li.). Foto: Mathias Mathes

Sebastian Straubel ist neuer Coburger Landrat. Der 35-Jährige schrieb mit seinem Sieg in der Stichwahl über den Sozialdemokraten Martin Stingl Geschichte. Im Landkreis Coburg ist er der erste von der CSU gestellte Landrat seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

Damit geht eine über 70-jährige Ära von SPD-Landräten mit Straubels Vorgänger Michael Busch zu Ende. Dass Busch trotz eines lokal schlechten Wahlergebnisses im vergangenen Herbst über die Oberfranken-Liste der SPD doch noch in den bayerischen Landtag eingezogen war, hatte die Landratswahl erst erforderlich gemacht.

Geringe Wahlbeteiligung

Als am Sonntagabend die ersten Wahlergebnisse aus den 17 Städten und Gemeinden des Landkreises im Coburger Landratsamt eintrafen, stand schnell fest, dass Straubel einen deutlichen Sieg einfahren würde. In fast allen Kommunen erhielt er die meisten Stimmen, was sich bereits gegen 18.30 Uhr klar abzeichnete. Allein in Neustadt bei Coburg, wo Stingl das Amt des Dritten Bürgermeisters ausübt, entschieden sich mehr Wähler für den SPD-Bewerber. Am Ende holte Straubel 62,45 Prozent der im Kreis abgegebenen Stimmen. Gleichermaßen nachdenklich stimmte Wahlsieger wie Verlierer die geringe Wahlbeteiligung von nur rund 41 Prozent.

Nachdem der Jubel über den Wahlsieg abgeklungen war, gab sich der neue Landrat sachlich: „Jetzt geht es in die politische Arbeit.“ Der Wahlkampf sei fair und unaufgeregt gewesen, da stehe einem konstruktiven Dialog mit allen Fraktionen des Kreistags nicht im Weg, betonte Straubel. „Es wird funktionieren“, zeigte er sich zuversichtlich. Mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Landratsamts werde er sich unverzüglich austauschen. Vereidigt wird Straubel bei der nächsten Sitzung des Kreistags am 21. Februar. Gewählt ist er bis 2026. Seit 2014 war er Bürgermeister der Gemeinde Lautertal. Das heißt, dort müssen die Bürger und Bürgerinnen demnächst einen neuen Bürgermeister wählen.

Straubel ist seit 2001 CSU-Mitglied. Vor seiner Wahl zum Bürgermeister arbeitete er als Rundfunkjournalist bei Radio 1 in Coburg.

Fairer Verlierer

Stingl erwies sich als fairer Verlierer. Er ließ es sich nicht nehmen, dem neu gewählten Landrat als erster zu gratulieren. „Es war klar, dass es schwer wird, nach dem ersten Wahlgang aufzuholen“, sagte Stingl. Schon da hatte Straubel etwa doppelt so viele Stimmen auf sich vereint wie „zweiter Sieger“ Stingl. Der verwies ebenfalls auf den von sachlichen Argumenten geprägten Wahlkampf. Es sei daher davon auszugehen, dass die Debattenkultur im Kreistag weiterhin sachorientiert sein werde.

Der neue Landrat und der Kreistag, der im Rahmen der Kommunalwahlen im nächsten Jahr neu gewählt wird, haben dicke Bretter zu bohren. Da ist etwa die Frage offen, ob eine weitere Stromtrasse durch das Coburger Land unvermeidlich ist. Im Wahlkampf haben sich alle Landratskandidaten gegen ein solches Vorhaben gestellt. Beschäftigen muss sich Straubel zudem mit der Zukunft des Coburger Klinikums. Neubau oder Sanierung des Bestands lautet hier die Frage.

Am Sonntagabend wurde der noch junge Landrat aber erst einmal gefeiert. „Eine großartige Leistung nach Jahrzehnten der SPD-Vorherrschaft“, bescheinigte ihm die bayerischen Gesundheitsministerin und Parteifreundin Melanie Huml.

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