Mainblick: Lernen fürs Leben

Mainblick: Kann denn Techno Sünde sein?

Gestern hat mein Sohn den Unterricht nicht besucht. Dafür habe ich ihn gelobt. Er hat für die Rettung unseres Klimas demonstriert. Die Freitags-Demonstrationen der Schüler nach dem Vorbild der Schwedin Greta Thunberg zeigen auch in der Region Wirkung.

Wenn es schon die Politiker aus Rücksicht auf Wirtschaftsinteressen nicht schaffen, das Notwendigste durchzusetzen, um wenigstens die Minimalziele des Pariser Klimaschutzabkommens einzuhalten, macht eben die Jugend Druck. Angesichts dieses Engagements geht einem als Vater doch das Herz auf! Schließlich betrifft es ja ihre Zukunft.

Und die Schule macht mit. Bietet an, dass der Unterricht samstags nachgeholt werden kann. Und das ausgerechnet in Coburg. Da sind uns die Herzogtümler doch mal einen Schritt voraus.

Als Voraussetzung für die Demo-Erlaubnis sollen die Schüler in einem Brief begründen, warum sie auf die Straße gehen wollen. Darin formuliert mein Sohn nicht nur die Sorge um seine Zukunft und die seiner Mitschüler, sondern fragt auch, ob es ausreiche, unter dem Label der „Umweltschule“ noch zwei Abfalleimer für die Mülltrennung aufzustellen.

So lernen die Schüler, dass Wissensvermittlung allein nicht ausreicht, um die Zukunft zu sichern, sondern, dass es auf das Engagement jedes Einzelnen ankommt. Und dass jeder Beitrag zählt. Lernen fürs Leben eben.