Prozess um Messerstecherei: Geduldsprobe für den Richter

FORCHHEIM/LICHTENFELS

Vorwurf der Staatsanwaltschaft: Autorennen mit mehr als 240 „Sachen“

Er soll sich ein illegales Autorennen auf der Bundesautobahn 73 geliefert haben, bei dem mehr als 240 „Sachen“ erreicht wurden – und findet sich nun vor dem Richter wieder: Ein 36-jähriger Porschefahrer aus dem Landkreis muss sich seit kurzem vor dem Amtsgericht Forchheim verantworten.

Laut Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war dieser am 31. März vergangenen Jahres mit seinem Porsche 911 Carrera 4S auf der A 73 zwischen den Anschlussstellen Forchheim-Nord und dem Parkplatz Regnitztal bei Eggolsheim in Richtung Suhl unterwegs.

Sich und andere gefährdet

Nach Ende der Baustelle habe dann das Rennen zwischen ihm und dem Kontrahenten begonnen, den die Polizei bislang nicht ermitteln konnte. Es sei zu einem „nicht erlaubten Geschwindigkeitswettbewerb“ gekommen.

Beide hätten, so der Staatsanwalt, kräftig Gas gegeben, der Angeklagte aus dem Landkreis habe sogar rechts überholt. Immer wieder hätten sie sich knapp überholt, seien dicht aufgefahren und hätten dabei über längere Distanz mehr als 240 Kilometer pro Stunde auf dem Tacho gehabt. Das Wettrennen dauerte laut Erkenntnissen der Polizei bis etwa 1000 Meter vor der Anschlussstelle Buttenheim. Dumm nur, dass der 36-Jährige während des illegalen Rennens auch eine Polizeistreife überholte.

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft für das verbotene Kraftfahrzeugrennen einen Strafbefehl erlassen, der eine Geldstrafe in Höhe von 100 Tagessätzen zu je 100 Euro vorsah (insgesamt 10 000 Euro), den Entzug der Fahrerlaubnis und eine Sperre von zwölf Monaten. Da dieser nicht akzeptiert wurde, wird nun verhandelt.

Im weiteren Verlauf des Prozesses soll der Sachbearbeiter des Falls vor dem Amtsgericht aussagen. Ebenso wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben. Die Fortsetzung des Prozesses ist für den Sommer angedacht. (mdr)