SCHNEY

Klangerlebnis in Schney: Eine musikalische Freudenbotschaft

Der Chor der Hamline-Universität unter der Leitung von George S.T. Chu überzeugte bei seinem Konzert in der Sankt Maria Kirche in Schney mit einem vielfältigen Programm. Foto: Alfred Thieret

Ein Klangerlebnis besonderer Art war ein Konzert des A-Cappella-Chors der Hamline Universität, der auf seiner Europa-Tour am Mittwoch auch in Schney gastierte. Pfarrerin Tanja Vincent hieß die 32 Mitglieder des Chores mit ihrem Leiter George S. T. Chu in der voll besetzten Sankt-Maria-Kirche herzlich willkommen und dankte den Bürgern für die bereitwillige Aufnahme der Gäste.

Die in Saint Paul, der mit rund 300 000 Einwohnern zweitgrößten Stadt des US-Bundesstaates Minnesota, angesiedelte Universität wurde 1854 als Privatuniversität gegründet und ist durch ihren hervorragenden Chor mit seiner 90-jährigen Tradition weithin bekannt.

Brauch zum Neujahrstag

Die Sänger begannen das Konzert eindrucksvoll mit einer traditionellen irischen Hymne aus dem 8. Jahrhundert „Be thou my Vision, o Lord of my heart“, einem tief religiösen Lied, in dem das große Vertrauen zu Gott zum Ausdruck kommt, verbunden mit der Bitte um seinen Schutz. Während die Männer das Lied vor dem Altar stehend anstimmten, setzten die auf der Empore stehenden Sängerinnen das Lied einfühlsam fort. Mit dem fröhlich gesungenen britischen Volkslied„A New Year carol“, nahm der nun vor dem Altar vereinte Chor auf einen alten Brauch am Neujahrstag Bezug. Dabei entnehmen Kinder Wasser von einem Brunnen und spritzen es mit einem Zweig von einem immergrünen Baum auf Passanten, während sie in der Erwartung auf ein kleines Geschenk dieses Lied singen.

Mit dem Carol „In the bleak midwinter“ erzählten die Sänger sehr schön die Weihnachtsgeschichte, wie sie sich vor über 2000 Jahren in einem Stall in Bethlehem zutrug. Die Antwort auf die am Schluss gestellte Frage „Was kann ich dem Jesuskind geben, da ich weder ein Schäfer noch ein Weiser bin“, lautet: „Ich gebe ihm mein Herz“.

Auch der melodische, sanft und mit hellen Sopranstimmen sehr harmonisch gesungene Choral „Lux Aurumque (Light of gold) hatte weihnachtlichen Bezug, indem er den Gesang von Engeln anspricht: „And the angels sing softly to the new-born baby“. Mit großem Enthusiasmus sang der Chor das traditionelle amerikanische Lied „Mine eyes have seen the glory of the coming of the Lord“, dem die Musik von „John Brown?s body“ zugrunde liegt und das die Vorhersagen zum Jüngsten Gericht mit dem amerikanischen Bürgerkrieg verbindet.

Nach zwei spanischen Liedern kündigte der Chorleiter mit der Ansage „Ein Wort für die ganze Welt“ ein Lied mit einem vielfältigen „Alleluia“ an. Dann marschierten die Sänger, während sie das Lied „Pilgrim?s farewell“ sangen, zum hinteren Teil des Kirchenschiffs und stellten sich – Frauen und Männer getrennt – gegenüber an die Seitenwände. Hier sangen sie zunächst das Lied „The hills are alive“ aus dem Film „The sound of music“, der auf dem gleichnamigen Musical über die Trapp-Familie basiert. Das folgende schottische Volkslied „Loch Lomond“ handelte von der Gegend um den größten schottischen See und hatte einen traurigen Inhalt.

Arie von Bach als Krönung

Zum Abschluss trat der Chorleiter George S. T. Chu als Solist mit der Arie „Bist du bei mir, geh ich mit Freuden“ von Johann Sebastian Bach in Erscheinung, während der Chor mit der Motette „Jesus, meine Freude“ ebenfalls ein Werk von Johann Sebastian Bach vortrug. Mit einer weiteren Zugabe erfreute der Chor die Zuhörer mit dem wundervollen Weihnachtslied „Stille Nacht“.

Der bestens von seinem Leiter George Chu eingestimmte Chor, der durch seine große Musikalität und Harmonie sowie seine ausgezeichneten Solisten eine überzeugende Leistung bot, wurde mit lang anhaltendem Beifall vom begeisterten Publikum verabschiedet.