COBURG

Landestheater Coburg: Wie lebt es sich nach dem Happy End?

Auch der Erzähler selbst taucht im Märchen „Into the woods” auf. Schauspieler Niklaus Scheibli wird in dieser Rolle zu s... Foto: Sebastian Buff

Mit einem interessanten Musiktheater-Angebot lässt das Landestheater Coburg das Jahr 2018 ausklingen. In Bamberg werden erst im Januar neue Produktionen vorgestellt. Das Musical „Into the Woods“ aus dem Jahr 1987 ist gerade in der Weihnachtszeit, in der viele Märchen an den Theatern gespielt werden, ein besonderes Highlight, weil es eine sehr erwachsene Märchengeschichte erzählt. Der Ballettabend „First Steps“ verspricht, neue Ideen im Bereich Tanz erleben zu können.

„Into the woods“

Aschenputtel will zum Ball, das Bäckersehepaar wünscht sich ein Kind, Hans möchte, dass seine Kuh wieder Milch gibt. In Stephen Sondheims „Into the woods“ treffen die Zuschauer auf bekannte Figuren aus dem Märchenreich. Neben Aschenputtel und Hans – dem Jungen, der allerhand Abenteuer erlebt, als er eine gigantische, magische Bohnenranke emporklettert – sind auch Rapunzel, Rotkäppchen, eine Hexe, Riesen und Prinzen in die Geschichte verwickelt.

Viele Figuren und Handlungselemente wird der Zuschauer gerade im ersten Akt wiedererkennen. Mit dem Bäckersehepaar, das unter einem Fluch leidet, werden zwei neue Figuren eingefügt, die mit dem Märchen von Rapunzel verknüpft sind, da sich der Bäcker als deren Bruder herausstellt. Im Wald – einem geheimnisvollen, dunklen Ort – treffen die Figuren aufeinander und verfolgen ihre Wünsche. Am Ende des ersten Aktes scheinen sich alle Wünsche erfüllt zu haben. Doch was kommt nach dem Happy End? Sind alle glücklich bis an ihr Lebensende?

Auch in diesem Märchen mussten die Helden Hindernisse überwinden oder benötigten den ein oder anderen Zauber, um an ihr Ziel zu kommen. Sie haben gelogen und gestohlen und auf dem Weg zum Glück einige Kollateralschäden hinterlassen. Hans hat sogar den Tod eines Riesen verschuldet. Wer sind also die Guten, wer die Bösen? Heiligt der Zweck die Mittel?

Im zweiten Teil passiert also das Leben, die Figuren müssen für ihr Handeln die Verantwortung übernehmen. „Into the woods“ ist ein außergewöhnliches Märchen, das zum Nachdenken anregt, aber auch hervorragend unterhält. James Lapine schrieb die Story, Stephen Sondheim die Musik und die Liedtexte. Am Coburger Landestheater wird Joan Anton Rechi die Regie führen, während Tara Yipp für die Choreographie verantwortlich ist und Roland Fister die musikalische Leitung innehat.

Premiere: Samstag, 8. Dezember, um 19.30 Uhr im Großen Haus des Landestheaters Coburg.

„First steps“

Die ersten Schritte als Choreograf sind eine Herausforderung, gilt es doch, ganz eigene Vorstellungen zu entwickeln und sie anschließend umzusetzen. Wie vermittelt man anderen Tänzern, was man sich vorgestellt hat? Möchte man mit dem Tanz eine Geschichte erzählen oder lieber Assoziationen wecken und alles abstrakt halten? Dabei heißt es nicht nur, einem einzigen Tänzer Bewegung und Ausdruck aufzuzeigen. Der Tänzer kann auch in Beziehung zu anderen Tänzern stehen, muss sich in einem Raum bewegen und eventuell mit Requisiten agieren. Dazu kommt noch die Musik, wobei auch die nicht obligatorisch ist. Zum Tanzkonzept gehören natürlich auch das passende Bühnenbild und die Kostüme.

Mit dem Format „First Steps“ bietet das Landestheater Coburg den Tänzern des Ballettensembles die Möglichkeit, ihre ersten Schritte als Choreografen zu machen. Dabei bestimmen sie Tanz, Bühnenbild und Kostüme selbst. Für das Publikum bedeutet es eine großartige Gelegenheit, neue Impulse im Bereich Tanz zu erleben.

Premiere: Freitag, 14. Dezember, um 20 Uhr in der Reithalle des Landestheaters Coburg.

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