LICHTENFELS

Klinikverbund Regiomed: Zum Medizinstudium nach Split

Bei der feierlichen Verabschiedung auf Kloster Banz: die Studenten mit Verantwortlichen aus Split, der Medical School Regiomed, von Regiomed selbst und dem Regiomed-Aufsichtsrat. Foto: Birgit Schwabe/Regiomed

Um dem drohenden Ärztemangel aktiv entgegenzuwirken, haben der Gesundheitsverbund Regiomed zusammen mit der staatlichen Universität Split (Kroatien) im Jahr 2016 die Medical School Regiomed gegründet. Damit wurde die Möglichkeit geschaffen, vor Ort in Oberfranken und Südthüringen den klinischen Abschnitt des Medizinstudiums zu absolvieren.

Wie der Klinikverbund mitteilt, konnten nun erneut 30 Studenten aus Deutschland für den präklinischen Abschnitt des Humanmedizinstudiums nach Split entsandt werden. Dies ist bereits der dritte Regiomed-Jahrgang. Nach zwei interessanten Einführungstagen mit Besichtigung des Klinikums Coburg und des neuen Klinikums Lichtenfels ermöglichte Regiomed einen Erste-Hilfe-Lehrgang und eine Vorbereitung auf das Studieren auf Englisch. Am Sonntag wurden die Studenten offiziell im Kaisersaal auf Kloster Banz verabschiedet.

Prof. Dr. Johannes Brachmann, Dekan der Medical School und medizinischer Geschäftsführer bei Regiomed, führte durch das Programm. Aufsichtsratsvorsitzender Christian Meißner zollte dem Projekt und den Studenten seinen höchsten Respekt und überbrachte die Grüße des Aufsichtsrats, der fest hinter dem Projekt steht. „Der Ärztemangel, der die Region in den nächsten Jahren noch viel härter treffen wird, kann nur durch innovative und mutige Schritte gelöst werden“, so Meißner und dankte in seiner Rede auch der Regierung von Oberfranken für die finanzielle Unterstützung.

Prof. Dragan Primorac, ehemaliger kroatischer Wissenschaftsminister und einer der Initiatoren der Kooperation, meinte: „Die beste Möglichkeit, die Zukunft zu verändern, ist, sie selbst zu gestalten.“ Dieser Satz galt sowohl den Studenten als auch der Regiomed-Geschäftsführung für den Mut, eine solch weitreichende Kooperation zur Begegnung des regionalen Ärztemangels einzugehen. Dr. Lothar Schmittdiel, Vorsitzender des Vereins „Freunde der Medical School Regiomed“, kündigte in seiner Rede das am 13. Januar 2019 stattfindende Benefizkonzert in der Kirche zu Bad Rodach an.

Für die Studenten beginnt am 1. Oktober 2018 der Alltag zwischen Lehrsaal, Bibliothek und Labor in der Unesco-Weltkulturerbestadt Split. Der Coburger Landrat Michael Busch wünschte den Studenten und sich: „Genießen Sie das Land und die dalmatische Küste, aber kommen Sie wieder zu uns zurück.“

Medical School Regiomed

In dem sechsjährigen Studienprogramm der Universität Split und des Regiomed-Verbundes verbringen die Studierenden die ersten drei Jahre an der Universität Split in Kroatien und erwerben dort die vorklinischen Grundlagen, bevor sie im vierten Studienjahr an die Regiomed-Kliniken in Oberfranken und Südthüringen zurückkehren, um den klinischen Abschnitt abzuschließen. Dieses bilinguale Studienmodell ermöglicht jährlich 30 Studierenden das Studium der Humanmedizin. Eine enge Bindung an die Kliniken der Region soll dafür sorgen, dass sich am Ende der Studienzeit viele Absolventen für eine Anstellung bei Regiomed entscheiden.

Schlagworte