LICHTENFELS/DACHAU

Privaten Wirtschaftsschule: Auf den Spuren nationalsozialistischer Gewalt

Ein Teil der Gruppe vor dem internationalen Mahnmal in der Gedenkstätte mit dem Referenten der Max-Mannheimer Stiftung Foto: red

Fast schon traditionell kann man die Studienfahrt der Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Privaten Wirtschaftsschule Lichtenfels nach München und Dachau nennen: So fuhren auch in diesem Jahr sieben Schülerinnen und zehn Schüler zusammen mit ihren Lehrkräften Dana Riedel und Wolfgang Reiner mit dem Zug in die Landeshauptstadt. Es ging zum NS-Dokumentationszentrum in der Barer Straße. Das Zentrum wurde an dem Platz errichtet, an dem sich in den Zwanzigern und Dreißigern die Parteizentrale der NSDAP befunden hat. Mit Hilfe multimedialer Technik wird hier der Aufstieg, aber auch letztendlich die Niederschlagung der NS-Diktatur anschaulich dargestellt, und das geschieht so gut, dass die veranschlagte Zeit vor Ort fast zu kurz erschien.

Danach ging es durch die Straßen der Innenstadt zur Feldherrnhalle, wo sich die Schülerinnen und Schüler die Geschehnisse des 9. November 1923 kaum vorstellen konnten, da der Odeonsplatz heute ja einer der belebtesten Plätze der Metropole München ist. Hier soll alles – die Diktatur, die Massenvernichtung und der desaströse Zweite Weltkrieg – seine Anfänge gehabt haben?

Am zweiten Tag brachen die Schülerinnen und Schüler sehr früh auf, da für diesen Tag ein Besuch der Bavaria Filmstadt am entgegengesetzten Ende Münchens anstand. Gebucht war eine große Tour durch die Welt des Films. Die Tour begann mit einem einzigartigen Erlebnis im 3D-Kino der Studios, wo die Besucher in einem besonders gestalteten Kino mit beweglichen Sitzreihen jede gezeigte Bewegung und Aktion des Films miterleben durften. Danach ging es durch diverse Studios vorbei an den Kulissen kürzlich oder auch schon früher entstandener Spielfilme, wie zum Beispiel König Ludwig II., Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, die „Unendliche Geschichte“ und Asterix und Obelix. Neben den Filmproduktionen lernte die Gruppe auch das Studio kennen, in dem das ARD-Wetter produziert wird und man durfte live dabei sein.

Zu diesem Zweck schlüpfte einer der Begleiter in die Rolle des „ARD-Wetterfrosches“. Dass dies gar nicht so einfach ist, war eine Erkenntnis. Zum anderen bereitete es den Schülerinnen und Schülern natürlich ein tierisches Vergnügen, wie sich ihr Lehrer da vorne mehr oder weniger „blamierte“. Nachdem man sich durch die Kulisse des „Bootes“ gezwängt hatte, ging es ins „Bullyversum“ zu den Highlights der Produktionen von Michael Bully Herbig.

Am dritten Tag ging es dann wieder zurück zum eigentlichen Zweck der Fahrt, die Spurensuche der NS-Vergangenheit: Der Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen KZ Dachau stand an.

Das erste KZ in Deutschland

Dachau war zwar kein Vernichtungslager wie zum Beispiel Auschwitz. Aber die Tatsache, dass es das erste KZ war und schon kurz nach der sogenannten Reichstagsbrand-Verordnung – im März 1933 – eröffnet und während der ganzen zwölf Jahre NS- Diktatur in „Betrieb“ war, verleiht der Gedenkstätte eine besondere Wichtigkeit in der Geschichte der Massenvernichtung durch die Nationalsozialisten. Ein Dokumentationsfilm stimmte auf den Rundgang ein, auf dem die Gruppe sehr viel über die bewusst angewandte Zweideutigkeit der NS-Sprache erfahren konnte. Sichtlich beeindruckt kehrte man zum Jugendgästehaus zurück und dort standen noch Detailerfahrungen an. Schülerinnen und Schüler lernten anhand von Schicksalen einzelner Lagerinsassen diverse Anwendungsformen der „Foltermethoden“ der SS- Schergen kennen. Das hinterließ auch bewegende Eindrücke.