LICHTENFELS

Schützenfest: Heuer ohne „Ladies' Night“

Eine feste Größe auch auf dem Schützenfest: der Autoscooter. „Es gibt keinen Festplatz ohne“, sagt Platzmeister Dieter Brandmeier. Foto: Andreas Welz

Als voriges Jahr am Schützenfest-Mittwoch die Blaskapelle Modschiedel in der Stadthalle spielte – „35 hoch motivierte Leute“, sagt Festwirt Daniel Ivascenko –, verloren sich zehn Besucher in der großen Stadthalle. Am Tag darauf sei der Zuspruch nicht besser gewesen, und auch bei der „Ladies' Night“ kämen Jahr für Jahr weniger Besucherinnen. Die Freitage und Samstage aber liefen gut, da füllten 16- bis 25-Jährige die Halle und genossen die Partystimmung mit Rock- und Pop-Coverbands.

Die Konsequenz ist klar – und das ist wohl die größte Neuigkeit, die die Veranstalter bei der Pressekonferenz zum Schützenfest der Königlich Privilegierten Scharfschützengesellschaft mitteilten: Heuer wird es in der Festhalle nur an den Wochenenden Programm geben. „Darauf legen wir unseren Schwerpunkt, der Rest läuft im Biergarten“, sagt Ivascenko. Die Stadthalle zu bespielen, sei schon immer schwer gewesen, ergänzt Schützenmeister Erwin Kalb. Insgesamt gesehen könnten sich die Schützen aber über steigende Besucherzahlen freuen. Er dankt explizit den heimischen Unternehmen: Inzwischen würden viele an den beiden Tagen der Betriebe ihre Mitarbeiter aufs Schützenfest einladen. „Das ist auch nicht selbstverständlich.“

Im Programm für den Schützengarten gibt es nur wenig Änderungen. Neu ist, dass am Samstag, 14. Juli, nachmittags das Jugendblasorchester der Leuchsentaler Blasmusik spielt. Voriges Jahr hatte Erwin Kalb das „Blue Moon Orchestra“ nach Lichtenfels geholt. Das kam allerdings nicht so gut an. Deshalb wollen die Schützen heuer etwas Anderes probieren und den Nachwuchs unterstützen. „Die freuen sich, dass sie mal was Moderneres spielen können als mit den Leuchsentalern“, bemerkt der Schützenmeister und schmunzelt.

Kostenloses Kasperltheater

Neu ist außerdem das Gastspiel der Puppenbühne Herrnleben am Dienstag, 17. Juli. Mit ihrem Kasperltheater geben die Bamberger am „Tag der Familie“ drei Aufführungen; der Eintritt ist frei.

Gut angekommen ist im vergangenen Jahr offensichtlich die „Nacht der 1000 Lichter“ mit Musikfeuerwerk, denn das wird es heuer auch geben, allerdings ohne Kerzen, dafür aber mit anderen Lichtideen. Kalb: „Die Besucher sollen sich einfach überraschen lassen.“

Schon dabei, sich zu etablieren, sind der Tag der offenen Tür „Ziel im Visier“ mit Schnupperschießen für Jugendliche und Erwachsene, der wieder am Samstag, 21. Juli, ab 14.30 Uhr stattfindet, und der Auftritt der „Keep Swinging Dixie Band“ am selben Tag von 14 bis 17 Uhr im Schützengarten. Beim Wirtschaftsschießen mit Promischießen wird wieder gespendet: Dieses Jahr können der Kindergarten „Vogelnest“ und der Hort „Sankt Christophorus“ mit jeweils 500 Euro rechnen. Gefeiert wird von Freitag, 13. Juli, bis Sonntag, 22. Juli. Der sportliche Teil des Schützenfests ist aber schon angelaufen: Am Montag haben die Schießzeiten für die verschiedenen Wettbewerbe begonnen. „Wir haben eine der modernsten Schießanlagen und eines der meistbesuchten Schützenfeste überhaupt“, stellte Kalb zufrieden fest. Etwa 350 Teilnehmer werden wieder antreten, davon 200 von auswärts. Solche Zahlen zeigen schon, was für eine Arbeit hinter dieser Großveranstaltung steckt. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass die Lichtenfelser bei zehn Festzügen anderer Vereine mitlaufen, damit sie umgekehrt auch viele Teilnehmer bei ihrem Festzug am Sonntag, 15. Juli, begrüßen können.

„Wir haben eine der modernsten Schießanlagen und eines der meistbesuchten Schützenfeste überhaupt.“
Erwin Kalb, Schützenmeister

Und so haben sich zu diesem 500 Schützen aus 18 Vereinen, eine Abordnung der Landkreisjägerschaft, Vertreter von fünf benachbarten Vereinen, acht Musikkapellen und zwei Böllergruppen angemeldet – insgesamt um die 1000 Personen, freut sich Platzmeister Dieter Brandmeier. Und steuert noch mehr Zahlen bei: 46 Schaustellergeschäfte werden den Festplatz füllen, davon elf Fahr- und zwei Aktivitätsgeschäfte. Neu dabei sind das „Night Style“, ein Hochfahrgeschäft mit beliebig vielen horizontalen, vertikalen und diagonalen Überschlägen, und das „Aqua-Velis“, ein Laufgeschäft mit Wassereffekten, sowie für die Kleineren „Discoboote“, die in einem Bassin mit Wasser schwimmen und mit denen man wie im Autoscooter fahren kann. Autoscooter gibt's natürlich auch – kein Festplatz ohne. Und kein Lichtenfelser Schützenfest ohne Bayernwippe, tritt der Platzmeister entsprechenden Gerüchten entgegen.

Bier kostet 30 Cent mehr

Da bleibt nur noch eine Frage offen: die nach dem Bierpreis. Und der ist dieses Jahr auch neu: Um 30 Cent haben die Veranstalter den Preis für die Maß erhöht; sie kostet jetzt 7,80 Euro. Wie der Schützenmeister betonte, ist das immer noch deutlich weniger, als zum Beispiel in Erlangen bei der Bergkirchweih verlangt wird. Dass dem so ist, liege daran, dass das Schützenfest ehrenamtlich organisiert wird. Die Erhöhung fange die allgemeine Preissteigerung auf. Dafür bleiben die Preise am Hauptimbissstand stabil, äußerte Betreiber Gerd-Heinrich Grebner.

Gefeiert wird an den Abenden meistens bis 23, manchmal auch bis 24 Uhr. „Dann ist wirklich Schluss“, betonte Kalb. Schließlich liege den Schützen ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn am Herzen. Der Sicherheitsdienst der Firma Herok werde für Ruhe sorgen – und auch Taschenkontrollen vornehmen. Große Taschen und Rucksäcke sollten also besser zuhause bleiben. Der Schützenmeister dankte auch der Stadtverwaltung, der Polizei, Feuerwehr und dem Roten Kreuz für die gute Zusammenarbeit beim gemeinsam erarbeiteten Sicherheitskonzept.

Tischreservierungen: www.volksfest-bayern.de, Biermarken-Kauf: ab sofort im Daniels-Food-Store im LIFE-Center, ab 12. Juli täglich von 10 bis 18 Uhr im Schützenhaus, unter Tel. 0170-3431447 oder per E-Mail an d.ivascenko@parti-gmbh.de.

Programm des Schützen- und Volksfests vom 13. bis 22. Juli

Freitag, 13. Juli: 19 Uhr, Standkonzert am Marktplatz mit der Stadtkapelle Teuschnitz, 19.30 Uhr, Brauerei- und Schützenauszug zum Festplatz, Bieranstich mit Bürgermeister Andreas Hügerich, bis 24 Uhr Stadtkapelle Teuschnitz im Schützengarten und „Surprise“ in der Festhalle, Feuerwerk.

Samstag, 14. Juli: 14 bis 16.30 Uhr, Jugendblasorchester der Leuchsentaler Blasmusik, 18.30 bis 24 Uhr, Blaskapelle Schwürbitz im Schützengarten, ab 20 Uhr, „Rebel“ in der Festhalle.

Sonntag, 15. Juli: 10 Uhr, Standkonzert vor dem Rathaus mit der Blaskapelle Schwürbitz, 10.30 Uhr, Schützenauszug in die Festhalle mit anschließender Frühschoppenmusik der Blaskapelle Schwürbitz und Mittagessen, 11.30 bis 14 Uhr, Frühschoppenkonzert mit dem Musikverein Hochstadt im Schützengarten, dort von 15 bis 18.30 Uhr Musikverein Burgkunstadt und von 19 bis 23 Uhr Kehlbachtaler Blasmusik.

Montag, 16. Juli: 13.30 Uhr, Tag des Heilpädagogischen Zentrums, 19 bis 23 Uhr Abend der Jäger und Schützen mit dem Musikverein Hochstadt.

Dienstag, 17. Juli: 13 bis 20 Uhr, Familientag, 14, 15 und 16 Uhr, lustig-spannende Abenteuer mit dem „Bamberger Kasperl“ im Biergarten, 18 bis 23 Uhr Leuchsentaler Blasmusik.

Mittwoch, 18. Juli: Tag der Betriebe I., 19 bis 23 Uhr „Midnight Ladies“.

Donnerstag, 19. Juli: Tag der Kinder, 13.45 Uhr, Kinderfestzug, anschließend Spiele und Unterhaltung auf dem Festplatz, bis 18 Uhr Musikvereinigung Ebensfeld im Biergarten, 18.30 bis 23 Uhr Tag der Betriebe II. mit „Radspitz“.

Freitag, 20. Juli: 18.30 bis 24 Uhr, Musikverein Isling im Biergarten, ab 20 Uhr „Fristlos“ in der Festhalle, „Nacht der 1000 Lichter“ mit Musik-Feuerwerk am Festplatz.

Samstag, 21. Juli: 14 bis 17 Uhr, „Keep Swinging Dixie Band“, 18.30 bis 24 Uhr Stadtkapelle Teuschnitz, beides im Biergarten, ab 20 Uhr „Partyfranken“.

Sonntag, 22. Juli: 9.30 Uhr, Schützenfest-Gottesdienst mit dem evangelischen Schausteller-Pfarrer Johannes Bräuchle aus Stuttgart, 10.15 bis 13.30 Uhr Frühschoppenkonzert mit dem Musikverein Uetzing, 14 bis 18.30 Uhr Leuchsentaler Blasmusik, 19 bis 23 Uhr, Blaskapelle Modschiedel, alles im Festgarten. Etwa 18 Uhr, Königsproklamation im Schützenhaus.