LICHTENFELS

„Eine Sternstunde für Lichtenfels“

Im „B 85 Gewerbegebiet Seubelsdorf“ wird Concept Laser 100 Millionen Euro investieren. Foto: Grafik: Stadt Lichtenfels

„Die Freien Wähler fordern seit zehn Jahren eine Werbetafel für ein Gewerbegebiet an der Autobahn. Das können wir uns nun sparen!“ Die euphorischen Worte von Stefan Hofmann, Vorsitzender der FW-Fraktion, spiegeln die Begeisterung wieder, die am Montag im Stadtrat herrschte. Der Grund: Die Schneyer Firma Concept Laser mit ihrem Gründer Frank Herzog plant, im Gewerbegebiet Seubelsdorf 100 Millionen Euro zu investieren und einen 3D-Campus zu bauen.

Um das Vorhaben zu ermöglichen, musste der Stadtrat einer Änderung des bestehenden Bebauungsplanes zustimmen, was er auch einstimmig tat. „Das ist eine Sternstunde für Lichtenfels!“, kommentierte Dritter Bürgermeister Winfried Weinbeer (FW). Und Robert Gack (CSU) bemerkte: „In meinen 27 Jahren im Stadtrat mussten wir nie einen Beschluss fassen, der so eindeutig war.“

Besonders groß war die Begeisterung über den Entschluss des High-Tech-Unternehmens, die kompletten rund 117 000 Quadratmeter des Seubelsdorfer Gewerbegebiets zu erwerben, bei Erstem Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD): „Die Entscheidung von Frank Herzog und Concept Laser bedeutet einen riesigen Impuls für die Stadt und die gesamte Region!“

Das Gewerbegebiet an der Autobahn sei für ihn immer eine Herzensangelegenheit gewesen, betonte das Stadtoberhaupt. Seit seinem Amtsantritt im Mai 2014 hätten sein Team und er Gespräche und Verhandlungen mit zahlreichen Behörden, Grundstückseigentümern und Unternehmen geführt, um das Projekt zu realisieren. Als sich Unternehmensgründer und Geschäftsführer Frank Herzog bei ihm am 15. März meldet und mitteilte, dass Concept Laser dringend neue Flächen für den Bau einer Fertigung mit Entwicklungscampus benötige, hätten er und die Stadtverwaltung alles in Bewegung gesetzt, um dies auf dem Seubelsdorfer Areal zu ermöglichen. Bereits am 17. März habe es Grundstücksverhandlungen gegeben, die erfolgreich verlaufen seien. „Ohne mein Team vom ,Arbeitskreis Wohnen und Gewerbe‘ wäre dieser Erfolg nicht möglich gewesen“, so der Rathauschef.

Engagiert stellte Concept Laser-Geschäftsführer Frank Herzog sein Anliegen vor. Er erinnerte an den Bau des ersten 3D-Metall-Druckers in 1998, die Unternehmensgründung vor 17 Jahren in Schney und das enorme Wachstum der Firma seit 2010.

„Wir haben den 3D-Metall-Druck erfunden, weltweit geltende Patente in Lichtenfels entwickelt und sind das einzige Unternehmen, das diese verwenden darf“, sagte Herzog. Die Vorteile lägen auf der Hand: Der 3D-Metall-Druck vereinfache die Herstellung von Maschinenteilen, beispielsweise für die Luftfahrt- oder Weltraumtechnik, aber auch für medizinische Implantate.

Partnerschaft mit General Electric

Die sehr guten Perspektiven für dieses Verfahren sorgten dafür, dass sich Concept Laser einen Partner habe suchen müssen, um wachsen zu können. Die Wahl sei auf den US-Konzern General Electric gefallen, so Herzog. Im Oktober 2016 seien 75 Prozent des Unternehmens von den Amerikanern übernommen worden, die restlichen 25 Prozent blieben in Lichtenfels. Herzog: „Bei den Verhandlungen lag unser Fokus auf dem Erhalt der Arbeitsplätze und des Standortes. Hinzu kommt, dass 100 Millionen in Lichtenfels investiert werden.“

Dieses Geld fließe nun nach Seubelsdorf, und zwar in Infrastruktur und Personal. Auf dem Gelände soll ein 34 000 Quadratmeter großer Gebäudekomplex entstehen, ein 3D-Campus mit Produktionsgebäude. Die Glas-Konstruktion werde sich harmonisch in den „Gottesgarten“ einfügen, betonte Herzog. Ende September sollen die Bauarbeiten beginnen, noch 2018 die ersten Maschinen entstehen.

Diese Investition sorge natürlich auch für Arbeitsplätze, so Herzog weiter. Beschäftigte Concept Laser Ende 2016 noch 202 Mitarbeiter, sind für Ende 2017 bereits 400 Beschäftigte geplant. 2018 sollen weitere 100 Mitarbeiter hinzukommen, bis zum Jahr 2022 sei eine Belegschaft von 800 Beschäftigten anvisiert.

Philipp Molendo (JB), Dr. Arnt-Uwe Schille, Monika Faber (beide SPD), Bernhard Christoph (Grüne) Roland Lowig (WLJ) und Frank Rubner (CSU) betonten die Bedeutung der Investition für die Korbstadt, die dafür sorgen könnte, dass Lichtenfels vielleicht einmal als „3D-Metall-Druck-Stadt“ (Frank Rubner) bezeichnet wird.

Aus dem Stadtrat

Bürgermeister Andreas Hügerich gab folgende Vergaben bekannt, die in der vergangenen nichtöffentlichen Stadtratssitzung beschlossen worden waren:

• Zimmereiarbeiten am Stadtwerke-Neubau an die Firma Hoba Abbund GmbH Stammbach für rund 25 777 Euro;

• Stahlbauarbeiten am Stadtwerke-Neubau an die Firma SSB Stark Stahlbau GmbH Coburg für rund 331 263 Euro;

• Gerüstarbeiten am Stadtwerke-Neubau an die Firma Walter Ermler GmbH-Gerüstbau Coburg für rund 13 584 Euro;

• Baumeisterarbeiten am Stadtwerke-Neubau an die Firma Raab Baugesellschaft mbH & Co. KG Ebensfeld für rund 645 756 Euro.