LICHTENFELS

Dörfer haben Identität bewahrt

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Der bekannte Alleinunterhalter Peter Hofmann scharte die Sänger Herbert Pantel, Klemens Hofmann, Stefan Hofmann und Hein... Foto: Alfred Thieret

Mit einer Ausstellung über Kösten hatte die Reihe „Forum Stadtteile“ im März 2005 im Stadtmuseum ihren Anfang genommen. Seither wurden in regelmäßigen Abständen viele weitere Stadtteile präsentiert.

Am Sonntag stellten sich nun mehrere kleine Orte des Banzer Stiftslands – Gnellenroth, Hainach, Schönsreuth, Stetten, Tiefenroth und Weingarten – vor. Bei der Vernissage hob Bürgermeister Andreas Hügerich hervor, dass im Zuge der Gemeindegebietsreform viele Dörfer in die Kreisstadt eingemeindet wurden. Die einzelnen Ortsteile hätten aber trotzdem ihre Identität bewahrt, was auch zur Vielfältigkeit der Stadt beitrage.

Viele Bürger und vor allem die Vereine hätten sich eingebracht, um diese Ausstellung in die Tat umzusetzen, wofür er sich bei den Hauptakteuren mit einer Flasche Sekt bedankte.

Postkarten und Fotos

In der Ausstellung wird vor allem die jüngere Geschichte der Orte und der Vereine, vornehmlich des 20. Jahrhunderts, anhand von Postkarten, alten und neuen Fotos, Urkunden und Gegenständen wie Vereinsfahnen, Krügen und Pokalen dargestellt. Im Eingangsbereich ist eine sehr schöne Krippe des im vergangenen Jahr verstorbenen Stettener Bürgers Josef Menzel zu bewundern.

Die einzelnen Orte stellten sich auch persönlich vor. Stetten, mit 178 Einwohnern größter Ort des Stiftslands, machte den Anfang. Werner Leicht informierte als Vorsitzender über den Radfahrvereins Concordia, der vor allem durch die von Günther Lamm geführte Radsportabteilung von sich reden macht und mit Ursula Schedel sogar eine Weltmeisterin in seinen Reihen hat. Er vergaß auch nicht das alljährliche weithin bekannte Sommerfest im August zu erwähnen.

Im Gründungsjahr des RVC Stetten 1923 konnte die heute noch sehr aktive Feuerwehr bereits ihr 50-jähriges Bestehen und 1998 das 125-jährige Gründungsfest feiern, wie der Vorsitzende Georg Brahmann berichtete. Otmar Hagel stellte den 1903 gegründeten Kriegerverein und Ute Hollfelder den 1990 aus der Taufe gehobenen Obst- und Gartenbauverein vor.

Stadtrat Siegbert Koch aus Schönsreuth berichtete über die beiden Ortsvereine, Feuerwehr und Gartenbauverein, die im Juli auch gemeinsam das beliebte Sommerfest ausrichten. Der Gesangverein musste mangels Mitglieder leider vor einigen Jahren aufgelöst werden.

Hans-Georg Warmuth führte aus, dass die Ortschaft Tiefenroth eine gut aufgestellte Feuerwehr und eine funktionierende Jagdgenossenschaft habe, die Kreisbäuerin (seine Frau Marion) stelle und auch eine Korbstadtkönigin (seine Tochter Corinna) hervorgebracht habe. Zudem erwähnte er das alljährliche Dorffest.

Herrliche Aussicht

Gnellenroth habe zwar keine Vereine, zeichne sich aber durch eine herrliche Aussicht aus, schwärmte Ralf Wölfel. Er stellte das 1728 als Sommerresidenz der Banzer Mönche erbaute Haus Nummer 8 besonders heraus.

Hainach liege zwischen Stetten, Schönsreuth und Weingarten und bestehe im Wesentlichen aus einem einzigen Gebäude, dem Hainachhof, erklärte Jasmin Dean.

Der dominierende Verein von Weingarten sei die Feuerwehr, erläuterte Stadtrat Eduard Meixner aus Stetten, neben der Stadtarchivarin Christine Wittenbauer der Hauptorganisator der Ausstellung. Er verwies dabei auf eine alte Handpumpe als eines der schönsten Ausstellungsstücke.

Motor der Ausstellung

Auch die musikalische Unterhaltung kam nicht zu kurz. So formierten sich die Brüder Eduard und Raimund Meixner mit Jürgen Thorandt zu einem Dreigesang und berichteten vom Leben auf dem Bauernhof nach Art der Biermösl Blosn. Mit einem weiteren Lied stimmten sie auf die ruhige Zeit ein. Der bekannte Alleinunterhalter Peter Hofmann aus Schönsreuth hatte Heinz Anders, Stefan Hofmann, Klemens Hofmann und Herbert Pantel um sich geschart und intonierte mit ihnen ein Loblied auf den Ort, die sogenannte Schönsreuther Hymne. Ferner brachten sie das lustige „Fröschlied“ in Anspielung auf die Schönsreuther Frösche zu Gehör.

Abschließend bedankte sich die Stadtarchivarin Christine Wittenbauer bei allen Beteiligten, insbesondere bei Eduard Meixner, dem Motor der Ausstellung.

Demnächst wird auch ein Heft zur Schau erscheinen. Die Ausstellung ist noch bis 15. Januar zu den üblichen Öffnungszeiten des Museums zu sehen.

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Die beiden Schönsreuther Heinz Anders und Peter Hofmann (v. re.) betrachten eine Wandtafel mit Fotos von ihrem Heimatort.