Geflecht statt eines „gurgelnden Schlunds“

Mit lautem Gurgeln endet die Wasserrinne am Marktplatz. Nicht unbedingt mit idyllischem Plätschern: Das weiß jeder, der das runde Endstück schon einmal passiert hat. Auch die Aufmachung des Wassereinlaufs, das findet die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen, lässt zu wünschen übrig. Sie regte bei der Stadtratssitzung eine Aufwertung an. Und stieß auf einstimmige Unterstützung: Der Stadtentwicklungsausschuss soll sich mit der Thematik befassen.

Die Grünen-Meinung zum Rinnen-Abschluss war im Antrag klar formuliert: „Seit der Einrichtung der Fußgängerzone ist der Einlauf der Wasserrinne ein Provisorium, welches den Charme eines gurgelnden Schlundes versprüht. Betrachter stoßen sich regelmäßig an der Fantasielosigkeit dieses Details unserer Stadt. Mit relativ geringem Aufwand wäre das Defizit zu beseitigen.“

Bernhard Christoph (Bündnis90/Die Grünen) war es nicht wichtig, eine sofort umsetzbare Variante anzubieten. Vielmehr wollte er die Diskussion um eine entsprechende Aufwertung in den Gang bringen. Ein erster Vorschlag seiner Fraktion: Ein Geflecht aus dauerhaftem Material wird angebracht, zum Beispiel in Form eines größeren Korbes oder einer geflochtenen Schale. Der Fantasie wären hier wenig Grenzen gesetzt, meinen die Grünen. Das Geflecht kann angeschraubt werden und wäre bei Bedarf leicht zu entfernen. Das Wasser kann zwischen den natürlichen Öffnungen abfließen. Sogar von einer kleinen Flechtkuppel sprach Christoph. Die Variante würde auch ausgezeichnet mit dem Leitthema der Stadt, dem Geflecht, verbunden werden, erklärte der Grünen-Stadtrat. Philipp Molendo (Junge Bürger) nahm den Faden auf. Er wollte in eine Aufwertung das Umfeld, sprich den Kinderspielplatz, mit einbezogen wissen. Gibt es vielleicht eines Tages einen Wasserspielplatz am Marktplatz? Es werden sicherlich interessante Vorschläge kommen.