LICHTENFELS

Lichtenfels wird bunt

Im Mai: die Wildblumenwiese im Mai im Garten des Stadtrats in Klosterlangheim Foto: red

Lichtenfels wird bunt. Der Stadtrat will Lichtenfels zum Blühen bringen und stimmte vor gut einer Woche dem Projekt „Blumenwiese“ zu. Der Antrag, eingereicht von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, hat die Anlegung von Wildblumenwiesen auf ausgewählten städtischen Flächen zum Ziel. Die Idee ist nicht neu und bereits seit 2010 in Lauf a. d. Pegnitz erfolgreich umgesetzt. Ab Frühjahr 2015 soll das Projekt nun auch in Lichtenfels starten.

Nichts zu verlieren

„Wir können nicht verlieren“, erklärt Stadtrat Bernhard Christoph. Die städtischen Arbeiter müssten momentan viel mähen, damit das Gras das ganze Jahr über kurz bleibt. Das koste Zeit, Arbeitskraft und Geld. Falls man das Gras jedoch natürlich hochwachsen ließe, könnten sich mit der Zeit Blumenwiesen entwickeln und Arbeit eingespart werden.

Diese Wildblumenwiesen würden auf Verkehrsinseln oder Begleitflächen wachsen, die nicht zwingend kurz gehalten werden müssen, das heißt gefährliche Stellen, bei denen das hohe Gras die Sicht verdecken könnte, bleiben natürlich kurz.

Maximal zweimal jährlich müssten diese Blumenwiesen dann nur noch gemäht werden. Das entlaste zusätzlich die städtischen Gärtner, betont der grüne Stadtrat. Außerdem würde die Stadt insgesamt bunter werden. Die Hoffnung dabei ist, dass Besucher und Bürger Lichtenfels als eine offene und freundliche Stadt wahrnehmen.

Zu der Sorge mancher Kritiker, von den Blumenwiesen angelockte Bienen oder Wespen könnten Passanten stechen, sagt Bernhard Christoph folgendes:

„Wir sollten keine Angst vor Insekten haben. Wir sollten eher Angst davor haben, dass es bald keine Insekten mehr geben wird.“ Bienen beispielsweise seien existenziell für das Ökosystem und bereits heute gebe es zu wenige Blüten, die sie Bestäuben könnten. Das wiederum führe zu einer Dezimierung von Bienen, was wiederum dem Ökosystem schadet.

Das Ziel sei aber, die ökologische Vielfalt zu erhalten. Jeder könne einen Beitrag dazu leisten, die Kommune sowie einzelne Personen im Garten.

„Wir sollten keine Angst

vor Insekten haben.

Wir sollten eher Angst davor haben, dass es bald keine Insekten mehr geben wird.“

Bernhard Christoph Lichtenfelser Stadtrat

Die Stadt solle mit einem Beispiel voran gehen, fordert Christoph, natürlich auch weil diese die großen Flächen besitze und deshalb mehr Möglichkeiten habe. Er selbst hat seit Jahren in seinem Garten eine Wildblumenwiese, auf der im Frühjahr bunte Wiesenblumen blühen. Diese wird immer erst im Juli mit einer Sense abgemäht. Damit habe er bisher nur gute Erfahrungen gemacht, erzählt der Klosterlangheimer.

Das Projekt „Blumenwiese“ ist flexibel und nutzt Flächen, die die Stadtverwaltung für sinnvoll hält. „Wir können das ein Jahr auf Probe machen. Und wenn manche Flächen nicht funktionieren, dann mähen wir das einfach wieder kurz.“ Man riskiere nichts und könne nur an Erfahrung gewinnen. Den Winter über werde man sich Gedanken zur Umsetzung des Projekts machen und im Frühling nächsten Jahres mit größeren Flächen anfangen, beispielsweise zwischen den Parkplätzen der Herzog-Otto Mittelschule.

„Im Kleinen kann man sehr viel Bewegen – als Kommune und Person“, beteuert Bernhard Christoph und wiederholt: „Die Stadt kann nicht verlieren.“

Bernhard Christoph zeigt, wie hoch das Gras und die Wildblumen bei ihm im Garten werden können. Nur im Juli wird alles einmalig abgemäht.