VIERZEHNHEILIGEN

Vierzehnheiligen: Gemeinschaft erleben trotz Corona an Ostern

Vierzehnheiligen: Gemeinschaft erleben trotz Corona an Ostern
Vor der Basilika wird in der Osternacht das Feuer entfacht und geweiht. Dabei werden auch die Zettel aus der Klagemauer verbrannt. Damit soll die Hoffnung zum Ausdruck gebracht werden, dass Gott das Dunkel in den Herzen in sein Licht, die Klage und Trauer in Zuversicht verwandelt... Foto: Promedia

Ein weiteres Osterfest unter Corona-Bedingungen steht bevor, und erneut wird vieles, das die Gläubigen gewohnt sind, nicht möglich sein. Nach den Beschlüssen der Bund-Länder-Konferenz sah es zunächst so aus, ob Gottesdienste von Gründonnerstag bis Ostermontag nur virtuell stattfinden dürften und Präsenzgottesdienste wie im vergangen Jahr nicht möglich sind. Doch viele Christen wollen Ostern feiern und sehnen sich nach gewohnten Ritualen. Gemeinsam die Auferstehung Jesu feiern, das gibt Hoffnung. Guardian Pater Maximilian erklärt im Gespräch, wie das wichtigste und höchste Fest des Christentums im „fränkischen Betlehem“ gefeiert wird.

„Gott wäre nicht böse, wenn wir nur am Online-Gottesdienst teilnehmen.“
Pater Maximilian, Guardian des Franziskanerklosters

„Die Schutz- und Hygienekonzepte der Kirchen haben offenbar überzeugt: Abstand, Desinfektion, regelmäßiges Lüften und Maskenpflicht. Die Gottesdienstbesucher liegen uns am Herzen, sie wollen wir nicht gefährden“, betont der Guardian. „Wir feiern die Gottesdienste wie immer, achten aber sehr genau, dass unser Schutz- und Hygienekonzept eingehalten wird.

Vierzehnheiligen: Gemeinschaft erleben trotz Corona an Ostern
Immer wieder suchen Gläubige die Klagemauer auf. Die Zettel, die seit Aschermittwoch geschrieben und in die Ritzen zwisc... Foto: Gerd Klemenz

Und dass die ansteigende Sieben-Tage-Inzidenz in den nächsten Tagen nicht alle Pläne über den Haufen wirft.“ Kontaktbeschränkungen, Masken und Abstand seien sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen, um eine Infektion mit dem Corona-Virus weitgehend zu verhindern. „Helfen Sie durch Rücksicht, Vorsicht und Umsicht mit, dass wir miteinander Oster feiern können, ohne die Gesundheit der anderen zu gefährden“, appelliert der Franziskaner. Wer sich vor einer Ansteckung fürchte, könne zuhause bleiben und die Fernseh-Gottesdienste genießen.

„Gott wäre nicht böse, wenn wir nur am Online-Gottesdienst teilnehmen“, ist sich Pater Maximilian sicher. „Gott hat ein weites Herz und will, dass es uns gut geht. Natürlich ist es inniger, live an einem Gottesdienst teilzunehmen und nicht nur daheim vor dem Fernseher einen zu verfolgen.“ In der Osternacht werden die Gläubigen mit dem Osterwasser besprengt und empfangen die Kommunion. „Wir wollen durch unsere Teilnahme an der Liturgie nicht Gott beeindrucken, sondern tun das im Wesentlichen für uns, weil es uns ein echtes Bedürfnis ist, Gott für das Geschenk des Lebens zu danken und das in Gemeinschaft zu feiern“, betont der Pater. Die Fernseh-Gottesdienste seien so professionell und kreativ gestaltet, dass die Mitfeier daheim zu einem echten Erlebnis werden könne, bei dem jeder sich in die Gemeinschaft der Kirche hineingenommen fühle.

Bitte um Vorsicht und Einhaltung der Hygieneregeln zum Schutz anderer

Das Gottesdienstangebot auf dem „heiligen Berg“ bestehe für alle, die Ostern in Präsenzgottesdiensten feiern wollen. Wegen der nächtlichen Ausgangssperre wurde die Feier der Osternacht von 21 auf 19.30 Uhr vorverlegt. In der Basilika stehen maximal 160 Plätze zur Verfügung, es gelten die seit Wochen praktizierten und bewährten Regeln: Abstand, daher Sitzplatzmarkierung beachten, FFP2-Maske tragen, Hände beim Betreten der Kirche desinfizieren. „Wir haben von einer Anmeldepflicht abgesehen, weil wir davon ausgehen, dass sich in der derzeitigen Lage die Zahl der Kirchenbesucher in Grenzen hält.

Vierzehnheiligen: Gemeinschaft erleben trotz Corona an Ostern
Nachdem die Osterkerze am Osterfeuer entzündet war, wird es in einer feierlichen Prozession in die dunkle Kirche getrage... Foto: Promedia

Sollten doch viele kommen, werden wir den Gottesdienst akustisch nach außen übertragen“, erklärt der Franziskanerpater. Die Basilika ist auch außerhalb der Gottesdienste als Ort des Gebetes und der Besinnung täglich von 7.30 bis 17 Uhr geöffnet. „Wir bieten in der Karwoche in geschütztem Rahmen Beichtgelegenheit und Einzelgespräche an, ebenso steht, solange es möglich ist, unser Gottesdienstangebot. Hausbesuche sind derzeit nur in begründeten Fällen auf Anfrage angebracht und sinnvoll. Wir freuen uns aber heute schon, wenn wir uns wieder ohne Maske und wie früher uneingeschränkt begegnen dürfen“, erklärt der Guardian.

Vierzehnheiligen: Gemeinschaft erleben trotz Corona an Ostern
Vor der Klagemauer befindet sich in der Wallfahrtsbasilika das heilige Grab. Foto: Promedia

„Ostern begründet unsere Hoffnung, dass auch wir nach unserem Tod auferstehen und bei Gott weiterleben dürfen. An Ostern feiern wir unsere Beheimatung in Gott“, erklärt er. Schon der Apostel Paulus schreibe im 1. Korintherbrief: „Wenn aber verkündet wird, dass Christus von den Toten auferweckt worden ist, wie können dann einige von euch sagen: Eine Auferstehung der Toten gibt es nicht? Wenn es keine Auferstehung der Toten gibt, ist auch Christus nicht auferweckt worden. Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube nutzlos.“ Wer also nicht an die Auferstehung der Toten glaube, dem könne auch der Osterhase nicht weiterhelfen, erläutert Franziskanerpater Maximilian, warum Ostern das wichtigste und höchste Fest des Christentums ist.

Das Wunder des Lebens als Versprechen der Auferstehung

„An Ostern feiern wir das neue Leben, das uns in Jesus Christus als dem Auferstandenen geschenkt ist“, betont er. Die wärmende Frühlingssonne und das Aufblühen der Natur seien wunderbare Bilder und Vorboten, die verstehen helfen, wie neues Leben immer wieder durch Gottes Zutun möglich werde. Das Osterei gelte seit jeher als Symbol für die Auferstehung und stehe für die Wiedergeburt, da aus dem Ei neues Leben schlüpft.

Vierzehnheiligen: Gemeinschaft erleben trotz Corona an Ostern
Guardian Pater Maximilian erklärt, wie das wichtigste und höchste Fest des Christentums im „fränkischen Betlehem“ gefeie... Foto: Gerd Klemenz

Das Verstecken und Suchen der Ostereier – ursprünglich ein heidnischer Brauch – weise auf die Überraschung hin, die Ostern bereithält: „Das neue Leben außerhalb der Dimensionen von Raum und Zeit ist so wunderbar, dass wir es uns selbst in unseren kühnsten Fantasien gar nicht vorstellen und ausmalen können.“ Ostern heiße, das Beste kommt erst noch. „Wenn wir nach unserem Tod einmal auferstehen dürfen, ist die Freude noch viel größer als beim Entdecken des versteckten Osternestes oder dem Genießen der leckeren Ostergaben“, so Pater Maximilian.

 

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