EBENSFELD

Verkehr bleibt Thema in Gemeinde Ebensfeld

Verkehr bleibt Thema in Gemeinde Ebensfeld
Insgesamt auf einem guten Weg scheinen die Planungen zur Neunutzung des durch Abbrucharbeiten freigewordenen hinteren Teils des früheren „Neuner-Anwesens“. Ob irgendwann der Wunsch des Bürgermeister, einen Durchgang zum Kirchplatz (re.) zu schaffen, in Erfüllung geht, steht noch ... Foto: Mario Deller

Dass 2022 und darüber hinaus etliche Herausforderungen anstehen, die es vom Markt Ebensfeld anzugehen gilt, wurde bei der Bürgerversammlung in der Pater-Lunkenbein-Halle offenbar. Wenngleich manchem Thema eine – mitunter auch langfristige – Brisanz inne wohnt, bemühte sich Bürgermeister Bernhard Storath in seinen Ausführungen um Sachlichkeit und blieb optimistisch.

Mit knapp 30 Zuhörerinnen und Zuhörern wurde der Bürgerversammlung – Corona-bedingt als zentrale Veranstaltung für alle Ortsteile – eine nicht gerade berauschende Resonanz zuteil. Zum Auftakt blickte der Bürgermeister zurück auf in 2020 beziehungsweise 2021 umgesetzte Maßnahmen. Gegenstand seiner Ausführungen waren etwa die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED, die Generalsanierung des „Hauses der Bäuerin“ in Birkach oder die auf den Weg gebrachte Städtebauförderung in Ebensfeld.

Eine viel höhere Relevanz kam den vor Projekten zu, die angegangen werden müssen: Zur neuen Nutzung des früheren „Neuner-Anwesens“ in Ebensfeld solle in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen ein Konzept auf den Weg gebracht werden. Ein Investor wolle dort eine Tagespflege mit ambulanter Pflege betreiben.

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Bei seiner Rückschau auf erfolgreich umgesetzte Maßnahmen wurde auch die Generalsanierung des „Hauses der Bäuerin“ in Bi... Foto: Mario Deller

Auch die Sanierung der früheren Gaststätte „Zur Jägersruh“ in Döringstadt zur Schaffung eines Gemeinschaftshauses beziehungsweise eines Feuerwehr-Stellplatzes stand auf der Tagesordnung. „Kosten 2,4 Millionen Euro, Zuschuss 1,7 Millionen Euro“ war auf der Leinwand zu lesen.

Der sich daraus ergebende Eigenanteil der Kommune stelle auch die Obergrenze dar, so der Bürgermeister: „Mehr können wir uns nicht leisten.“ Wenn die Zuschussgeber sich einig seien und die fachliche Gebäudeuntersuchung abgeschlossen sein wird, erfolge eine endgültige Entscheidung, ergänzte er.

Radweg von Kleukheim nach Scheßlitz wird weiter ausgebaut

Beim Neubau des Geh- und Radwegs von Kleukheim und Scheßlitz sei für 2022 der weitere Bauabschnitt Abzweigung Oberoberndorf vorgesehen. Bei der restlichen Umsetzung des Projekts, bei dem nach Auffassung des Bürgermeisters die Nachbarkommune Scheßlitz den schwierigeren Part zu schultern hätte, sei der Grunderwerb eine schwere Herausforderung.

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Um staatlichen Zuschuss zu erhalten, müsste die sanierungsbedürftige Himmelreichstraße vollausgebaut werden – und die Hö... Foto: Mario Deller

Noch immer keine Bauabnahme erfolgt ist für die Bahnunterführung Ziegelstraße in Ebensfeld, sprach der Bürgermeister ein anderes Thema an. Er thematisierte vor allem die Unfallgefahr im Winter für den Fall, dass sich in der Unterführung Glatteis bilden könne.

Die technische Inbetriebnahme des schnellen Internets in der Gemeinde ist abgeschlossen. Dieses wichtige Thema wird Gegenstand eines Pressetermins Ende des Monats sein, kündigte Storath an, der seinem Unmut Luft machte über die Rahmenbedingungen zur Sanierung der Himmelreichstraße. Zuschüsse gebe es nämlich nur bei Vollausbau – und wenn die erlaubte Höchstgeschwindigkeit wieder auf 50 Stundenkilometer heraufgesetzt wird. „Hallo? Gehts noch? Überall tendieren die Orte zu Tempo 30, das verstehe ich nicht“, meinte der Bürgermeister kopfschüttelnd. „Da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen“, gab er sich indes kämpferisch.

In Coronazeiten halte die Gemeinde gut zusammen, so seine Einschätzung. Der Bürgermeister sprach anerkennende Worte in Richtung derer, die durch ihr Engagement das Vereinsleben „über Wasser gehalten haben“.

Gemeinde mit knapp unter vier Millionen Euro verschuldet

Des weiteren nannte Storath aufschlussreiche Zahlen zur Situation der Marktgemeinde. So lag die Pro-Kopf-Verschuldung zum 31. Dezember des Vorjahres bei 714 Euro, somit etwas über dem bayerischen Landesdurchschnitt von 671 Euro. Der Schuldenstand der Kommune betrug zum 31. Dezember insgesamt 3,998 Millionen Euro (Ende 2019: 4,413 Millionen Euro).

Die Einwohnerzahl blieb mit 5861 gegenüber Ende 2019 konstant, ein „Einbruch“ war zu verzeichnen bei den Geburtenzahlen. Anno 2020 erblickten im Gemeindegebiet lediglich 37 neue Erdenbürger das Licht der Welt, 2019 waren es noch 57. Konstant gehalten werden konnten die Wassergebühren mit 1,69 Euro pro Kubikmeter und die Grundsteuer-Hebesätze A und B mit jeweils 340 Prozent.

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Insgesamt verbreitete Bürgermeister Storath zuversichtliche Stimmung. Doch das ist nicht immer einfach, wenn es um Herau... Foto: Mario Deller

Am Ende blickte der Bürgermeister, der die bisherige Zusammenarbeit mit dem im Frühjahr neu gewählten Gemeinderat als gut bezeichnete, zuversichtlich in die Zukunft: „Es bleibt spannend.“

Anlieger bei Messenfeld sollte vermessen werden

Der Messenfelder Martin Meixner hatte einen Antrag eingereicht, der ebenfalls diskutiert wurde. Ein Anliegerweg an einer Straße westlich von Messenfeld ist nach den Ausführungen Meixners nicht vermessen, werde aber von Verkehrsteilnehmern als Verbindungsstrecke nach Eggenbach genutzt. Falls es keine Möglichkeit gebe, diese Strecke für den Durchgangsverkehr zu sperren, müsse der Weg vermessen werden, so Meixner. „Eine viele einfachere Möglichkeit wäre, eine Schranke an der Flurgrenze zwischen Erlhof und Messenfeld anzubringen“, heißt es im eingereichten Antrag.

Bürgermeister Storath sprach einerseits das „Gewohnheitsrecht“ an, äußerte aber Verständnis für das Anliegen und sagte zu, den Punkt im Gemeinderat zu behandeln.

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Betreffend der angestrebten Sanierung der früheren Gaststätte „Jägersruh“ in Döringstadt zum Zwecke der Neunutzung als G... Foto: Mario Deller

Vor dem Hintergrund, dass mit „Ebensfeld Nord-III“ eine Gewerbegebietserweiterung geplant ist, befürchtete ein Zuhörer eine erhebliche Zunahme des Verkehrsaufkommens. Der Bürgermeister hob hierzu hervor, dass die Schaffung einer Ortsumgehung wohl Jahrzehnte beanspruche.

„Es wird aber nicht so sein, dass sich künftig 8000 Fahrzeuge durch den Ort quälen“, so die Meinung Storaths im Hinblick auf diese kursierende Zahl. Das heikle Thema Verkehr werde die Kommune nicht los lassen, so der Bürgermeister weiter. „Wir sollten hier aber immer auf der sachlichen Ebene bleiben“, meinte er.

Notfallplan für möglichen großen Stromausfall angemahnt

Eine Bürgerin hielt ein Plädoyer für einen Notfallplan der Kommune im Falle eines „Blackouts“, sprich eines größeren oder längeren Stromausfalls. Bürgermeister Storath räumte ein, dass es einen solchen speziell auf dem Markt Ebensfeld abgestimmten „Notfallplan“ nicht gebe, er werde aber das Gespräch mit Kreisbrandmeister Dorsch suchen. Dritter Bürgermeister Anton Schatz wies hier auch auf die Verhaltensregeln des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz hin. Diese seien aber nicht ausreichend, fand die Zuhörerin.

Eine bessere Kommunikation mit den Bürgern gewünscht hätte sich ein Pferdsfelder bei einer Maßnahme am örtlichen Weiher. „Wir schauen uns es mal an“, versprach der Bürgermeister nach einiger Diskussion.

 

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