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Traktor aus Köln bei Fahrzeugsegnung in Vierzehnheiligen

Traktor aus Köln bei Fahrzeugsegnung in Vierzehnheiligen
Ein Oldtimer Traktor mit eine Kölner Kfz-Zulassung: Da staunte selbst Pater Bernhard bei der Segnung nicht schlecht. Foto: Red

Mit einer Andacht zu Ehren des heiligen Christophorus feierten zahlreiche Gläubige, unter Einhaltung des Hygienekonzepts, in der Basilika Vierzehnheiligen den Schutzpatron der Reisenden und der Autofahrer sowie der Schiffer und Flößer, bevor ihre Fahrzeuge auf dem gut gefüllten Basilikavorplatz gesegnet wurden.

Beim Namen Christophorus denken viele an das Bild eines Mannes, der ein Kind auf den Schultern trägt. Mit einem Stab in der Hand durchschreitet er einen Fluss. So ist er auf Autoplaketten und Schlüsselanhängern dargestellt. Sein Bild findet sich an Toren, Türmen und in Kirchen. Er gehört zu den 14 Nothelfern, Schutz und Fürbitte man in besonderen Nöten anzurufen pflegt.

Traktor aus Köln bei Fahrzeugsegnung in Vierzehnheiligen
Pater Maximilian segnete eine große Gruppe Radfahrer, die mit ihren Rädern und Pedelecs zur Fahrzeugsegnung nach Vierze... Foto: Red

Christophorus als Mensch, der sich immer wieder auf die Suche macht

Zunächst ging Pater Maximilian in der Andacht auf die Legende des „Christusträgers“ ein. Dabei wurde schnell klar, dass Christophorus ein Mensch ist, der immer wieder aufbricht und sich auf die Suche macht. Er sucht nach einem Sinn und einem letzten Ziel für sein Leben. Viele Menschen und Generationen haben durch die Jahrhunderte in Christophorus und seiner Geschichte ein Vorbild, einen Wegweiser, ein Programm für ihr Leben gesehen. Die Christophoruslegende ist ein Bild menschlichen Lebens und zeigt die Suche nach dem Sinn, nach dem Großen, nach Gott.

Traktor aus Köln bei Fahrzeugsegnung in Vierzehnheiligen
Pater Bernhard segnet neben den zahlreichen Fahrzeugen natürlich auch die dazu gehörigen Fahrer. Foto: Red

„Sie erfordert viel Kraft und Geduld, den Weg zu gehen“, sagte Pater Mximilian. Die Legende schildere, wie der Weg oft ganz anders verläuft, gar nicht geradlinig, sondern oft quer zu den Erwartungen. Es gebe Umwege und Irrwege auf dem Weg vom Ufer dieses Lebens zum Ufer des ewigen Lebens, erklärte der Franziskanerpater. „Die Christophoruslegende erinnert daran, das Suchen nicht zu früh aufzugeben, sondern Ausdauer zu haben, immer weiter zu suchen und zu warten.“ Das Lebensbeispiel des heiligen Christophorus wolle zu einer Sehnsucht locken, die weiter sucht nach echter Freude, bleibendem Glück und tragendem Grund, zu einer Sehnsucht, die den Menschen über sich selbst hinaus führe zu Gott.

„Immer wenn wir ein neues Auto kauften, wird es anschließend auch gesegnet.“
Gerhard Wagner, Autofahrer aus dem Landkreis Bamberg
Traktor aus Köln bei Fahrzeugsegnung in Vierzehnheiligen
Ein alter Brauch: Pater Maximilian segnet nach der Andacht neben dem Fahrzeug natürlich auch den Fahrer auf dem Basilika... Foto: Red

Nach der Andacht lud Franziskanerpater Maximilian die Gläubigen zur Fahrzeugsegnung ein. Neben Autos, Traktoren, Motorräder standen auch zahlreiche Fahrräder auf dem Platz vor der Basilika. Geduldig machten sich die Pater Bernhard und Maximilian auf den Weg, um zunächst Fahrzeug und anschließend Fahrer einzeln zu segnen. Für das Ehepaar Wagner aus dem Bamberger Landkreis ist diese Fahrzeugsegnung wichtig. „Immer wenn wir ein neues Auto kauften, wird es anschließend auch gesegnet“, sagte Gerhard Wagner. Im Auto habe er auch eine Christophorus-Plakette: „Beides gibt uns ein gutes Gefühl wenn wir unterwegs sind, obwohl eine Segnung nicht vor Unfällen oder Verkehrsvergehen schützt.“

Dagmar Seidl und Erwin Zahner waren aus Bad Staffelstein mit einem Eicher ED 26 den „heiligen Berg“ hoch getuckert, um an der Fahrzeugsegnung teilzunehmen. Da staunte sogar Pater Bernhard bei der Segnung nicht schlecht, als er das Kennzeichen sah. Der Oldtimer aus den 1950-er Jahren hatte eine Kölner Kfz-Zulassung. Dagmar Seidl erzählte schließlich, dass das schöne Stück ihrem Schwager gehört, der in Köln wohnt, und dass es ihm sehr wichtig sei, dass der Traktor in Vierzehnheiligen gesegnet wird. „Für eine Fahrt in die Stadt am Rhein bräuchte man etwa 14 Tage bei einer Geschwindigkeit von etwa 20 Stundenkilometern“, rechnet sie vor. Den Eicher-Traktor habe er übers Internet zum Restaurieren gekauft und nun erstrahle er nach mühevoller Arbeit wieder wie neu.

Etliche Gläubige aus dem oberen Bamberger Landkreis, die auch gerne an der Fahrzeugsegnung teilgenommen hätten, waren sehr enttäuscht, dass die Sperrschranke oberhalb der Basilika nicht geöffnet war. (red)

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