SCHWABTHAL

SV Schwabthal: Höhenflug der Kickerinnen

Alles für den Klassenerhalt in der Bayernliga: Es wird fleißig trainiert bei dem Damenteam des Schwabthaler Sportvereins. Foto: Red

Bayernliga-Teams aus dem Stammgebiet des Spielkreises Coburg/Kronach/Lichtenfels, das galt am Obermain als Männer-Domäne: zum Beispiel beim VFL Frohnlach, dem SC Weismain oder FC Lichtenfels. Jetzt hat es ein kleiner Dorfverein aus dem Landkreis Lichtenfels geschafft, eine Damenmannschaft auf dieser Ebene ins Rennen zu schicken. Der Schwabthaler Sportverein ist nach der SpVgg Eicha (aktuell Bezirksoberliga) und dem SV Reitsch (Aufsteiger in die Landesliga/Nord) erst die dritte Damen-Mannschaft aus dem Spielkreis Coburg/Kronach/Lichtenfels, die dieses „Kunststück“ fertig gebracht hat.

„Wir freuen uns über die Meisterschaft und den Aufstieg in die Bayernliga. Rückblickend auf die letzten beiden Saisonjahre war es ein verdienter erster Platz. Somit dürfen wir auch zurecht die Meisterschaft und den Aufstieg in die Bayernliga feiern. Dennoch wäre uns ein ,Ausspielen' auf dem Platz lieber gewesen. Der Garant für die Meisterschaft war der Zusammenhalt der Mannschaft auf und neben dem Platz. Verletzungsbedingte Ausfälle wurden gut kompensiert. Das eine oder andere Spiel mit dem dazugehörigen oder erarbeitetem Glück gewonnen“, erklärte Theresia Vogt, die Erfolgstrainerin.

„An den Aufstieg hat man immer geglaubt, jedoch wäre zu diesem Zeitpunkt auch alles andere möglich gewesen, da noch etliche Spiele zu bestreiten waren. Danach kam die Pandemie, und niemand wusste wie und wann es weitergeht. Ja, und als es dann feststand, war die Freude natürlich riesengroß“, fügt sie an. Der verdiente Lohn der vergangenen Jahre - als das Damenteam des Schwabthaler SV immer vordere Plätze in der Landesliga Nord belegte - war die Meisterschaft in dieser von 2019 bis 2021 andauernden, ungewöhnlichen Saison und damit der erstmalige Aufstieg zur Bayernliga.

Eine bodenständige Kapitänin

Maßgeblich mit 15 Saisontreffern war die Kapitänin Lisa Kestler daran beteiligt. Sie hält die Mannschaft durch ihre Bodenständigkeit auf und neben dem Platz zusammen. Aber der eigentlich Star beim SSV ist die Mannschaft. Obwohl die Serie nicht zu Ende gespielt werden konnte, freuen sich alle Beteiligten sehr über diesen grandiosen Erfolg und auf das „Abenteuer“ Bayernliga.

Das Liga-Neuland betreten die SSV-Kickerinnen erstmals am kommenden Samstag, zuhause auf dem Sportgelände in End gegen TUS Bad Aibling um 15 Uhr. Aufgrund suboptimaler Vorbereitung „sind wir etwas unsicher“, sagt Sven Stöckert, Co-Trainer, „aber anderseits sind wir auch selbstbewusst“.

Tatsächlich hat die Truppe von Trainer Georg Hoydem (Nachfolger von Theresia Vogt) und seinem künftigen Assistenten Sven Stöckert in den vergangenen Wochen nur drei Testspiel bestreiten können. Das letzte Punktspiel fand im Oktober 2020 statt. Trotz dieser Einschränkung sei „die Vorbereitung gut verlaufen. Im Training stand neben Fitness, Ballgefühl auch Torschussübungen an, ebenso wurden Spielzüge einstudiert“, so der Co-Trainer. Der Kader für die Bayernliga ist sehr knapp besetzt, leider haben einige Leistungsträger wegen der Corona-Pandemie aufgehört.

Erfolgreiche Jugendarbeit zahlt sich aus

Neu dazu gekommen sind aus der eigenen Jugend Emely Huber (Sturm) und Johanna Stöckert (Mittelfeld) sowie die 20-jährige Stürmerin Hannah Moncken vom FSV Unterleiterbach. Die Nachwuchsarbeit bei den SSV-Damen zahlt sich seit Jahren aus. Aktuell befinden sich fünf Eigengewächse in der 1. Damenmannschaft. „Ist man einmal in Schwabthal, will man nicht mehr weg“, so die Aussagen.

Der Zusammenhalt und die Gemeinschaft werden beim SSV schon immer ganz groß geschrieben und das nicht nur bei den Damen, sondern im ganzen Verein. Es hat sich herumgesprochen, dass der Verein den Frauenfußball unterstützt. Die Damen waren von Anfang an voll akzeptiert. Obwohl man den Spielerinnen kein Geld zahle, schließen sich immer wieder Spielerinnen an.

Die meisten SSV Damen sind aus der unmittelbaren Umgebung (Stadtgebiet, Wiesen, Döringstadt, Lichtenfels, Oberküps), drei haben ein etwas längere Anfahrt. „Für uns ist die Bayernliga eine große Herausforderung. Sie ist schon wesentlich stärker. Es wird für uns schon schwer, bei vier Absteigern, in der Bayernliga zu bestehen. Wir müssen versuchen, in jedem Spiel unser eigenes Potenzial voll abzurufen“, weiß die Mannschaft.

In der Bayernliga ist der zeitliche Aufwand für die Spielerinnen wesentlich größer. Es stehen teils weite Auswärtsfahrten bis ins fast 330 Kilometer entfernte Bad Aibling oder ins 300 Kilometer entfernte Ruderting (niederbayerischen Landkreis Passau) an. Für die langen Auswärtsfahrten werde Busse eingesetzt.

Im Frühsommer des Jahres 1993, sah es eine fußballbegeisterte Clique um Simone Dinkel, Daniela Stöckert, Sabine Kargoll und Kerstin Stern nicht ein, warum nur die männlichen Schwabthaler den Fußball-Sport ausübten. Sie gründeten eine Damenfußballmannschaft in Schwabthal. Und so kam es dann auch – der Frauenfußball im SSV wurde aus der Taufe gehoben, nachdem eine Mannschaft gebildet werden konnte. Es dauert

Aufstiegsjubel beim SSV mit der Erfolgstrainerin Theresia Vogt (hi. li.) und Co-Trainer Georg Hoydem (hi. re.). Foto: Red

schließlich bis zur Saison 2003/04 als die Kreisliga Meisterschaft gefeiert werden konnte.

In der Saison 2008/09 wurde man Meister in der Bezirksliga/West, was den Aufstieg in die Bezirksoberliga (BOL) und damit in die höchste Spielklasse des Frauenfußballs in Oberfranken bedeutete.

„Wie war der Verein damals stolz, dass die blau-weißen Vereinsfarben nun auch über die Grenzen des heimisch

en Spielkreises Coburg/Lichtenfels hinaus getragen wurden“, erinnert sich Vorsitzender Ägidius Dillinger.

Ein richtiger Werbeträger

„Als kleiner Dorfverein machen wir jetzt Werbung in ganz Bayern. Wir sind ein Aushängeschild für unsere Region“, fügte er an.

Nach dem Aufstieg in die BOL wurde die Damenmannschaft nach der zweiten Saison ungeschlagen Meister und stieg am Ende der Saison 2010/11 erstmals in die Landesliga/Nord auf. Nach der Meisterschaft in der BOL in den Saisons 2012/13 und 2013/14 wagte man 2015/16 abermals den Aufstieg in die Landesliga/Nord.

Nach dem Aufstieg 2016 zählt das Team aus dem Bad Staffelsteiner Ortsteil stets zu den besten fünf der Liga, in der Saison 2019/21 gelang nun erstmals der Aufstieg in die Bayernliga. (red)

„Bayernliga, wir kommen“, heißt es vor Schwabthal. Foto: red

Die Spieltermine

Saisonstart ist am 4. September, 15 Uhr, mit einem Heimspiel gegen TUS Bad Aibling. Weitere Termine sind: 12. September, 12.45 Uhr, beim FC Stern München; 18. September, 15 Uhr, Heimspiel gegen FC Ingolstadt II; 26. September, 15 Uhr, beim TSV Schwaben Augsburg; 2. Oktober, 15 Uhr, Heimspiel gegen SC Regensburg; 9. Oktober, 16 Uhr, beim FC Ruderting; 16. Oktober, 16 Uhr, beim FC Ezelsdorf; 23. Oktober, 15 Uhr, Heimspiel gegen SV Frenzdorf; 31. Oktober, 14 Uhr, beim TSV Theuern; 6. November, 14 Uhr, Heimspiel gegen SpVgg Greuther Fürth; 13. November, 16.30 Uhr, beim 1. FFC Hof.Bild 075: Beide Damenfußballmannschaft des Schwabthaler Sportvereins im Aufstiegsjahr der 1. Mannschaft in die Damen Bayernliga.
 

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