BAD STAFFELSTEIN

Stadtrat: Keltenbox kommt nach Romansthal

Das Gelände schräg oberhalb des Skilifts in Romansthal soll der Standort für die Keltenbox, ein Informationszentrum für Gäste und Einheimische, sein. Bisher ist hier ein Wanderparkplatz. Foto: Monika Schütz

Als Standort für die Keltenbox, ein Informationszentrum über die Ausgrabungen am Zangentor und das Leben der Kelten auf dem Staffelberg, hat der Stadtrat am Dienstagabend ein Gelände beim Wanderparklatz bei Romansthal mit elf zu acht Stimmen beschlossen. Als Vorteile nannte Bürgermeister Mario Schönwald die Nähe zum Ausgrabungsort, dass man dort in einem Zuge die Parkplatzsituation verbessern und öffentliche Toiletten einrichten könne. Für den zweiten möglichen Standort oberhalb der Autobahnbrücke beim Friedhof in Bad Staffelstein sprächen die herrliche Sicht auf den Staffelberg und die Nähe zur Stadt, die vielleicht das Interesse von Touristen wecken könnte.

Aus Sicht der Verwaltung überwiegen die Vorteile des Standortes oberhalb von Romansthal gegenüber dem Alternativstandort an der Autobahn und auch die Bürger Romansthals stehe dieser Lösung offen gegenüber, so der Rathauschef. Damit einhergehen müsste eine „Bereinigung“ der aktuellen Parksituation bei Romansthal und die Schaffung eines dynamischen Verkehrsleitsystems.

Sandra Nossek: Kein Beitrag zur Belebung der Innenstadt

Für Romansthal sprach sich Christian Ziegler (Junge Bürger) aus, da dort die Parkplatzsituation verbessert werden könne. Das wäre eine Entlastung für die Romansthaler. „Mir gefällt der Name Keltenbox immer noch nicht“, bemängelte Walter Mackert (CSU). Wenn ein Parkleitsystem eingerichtet werde, damit auch an den Wochenenden ein geregelter Verkehr möglich werde, sei der Standort in Romansthal sinnvoll. Gegen Romansthal sprach sich Winfried Ernst (Freie Wähler) aus: „Selbst mit einem Parkleitsystem werden die Autos hochfahren – es wird dort noch mehr Chaos geben.“ Auch die Verkehrssituation rund um das sanierte Schul- und Bethaus würde noch gefährlicher. „Man müsste zusätzliche Parkplätze schaffen, in diesem besonderen Schutzgebiet?

Zwischen dem zweiten und dritten Gleis des Bahnhofs Bad Staffelstein gibt es bisher nur Treppen: nun soll ein Aufzug den... Foto: Monika Schütz

Keinen Quadratmeter mehr“, lehnte Werner Freitag (Grüne/SBUN) den Standort ab. In seiner Fraktion sei die Meinung dazu allerdings nicht einheitlich. Er schlug einen Standort unterhalb des Kriegerdenkmals vor. Die Parkplatzsituation in Romansthal müsse dringend bereinigt werden, auch wenn die Keltenbox nicht dort gebaut werde. Auch Sandra Nossek (Grüne/SBUN) sah beide Standorte nicht als optimal. Mit der Keltenbox würden Schulklassen angesprochen, die mit dem Bus dorthin fahren. Um Besucher in die Stadt zu locken, sei der Standort ungeeignet. „Für mich ist das nicht nachvollziehbar - wollen wir nicht erst mal klären, was da alles geschieht?“, kritisierte Stefan Dinkel (CSU). Er warnte vor den Unterhaltskosten.

Bedenken gab's auch wegen der Erschließungskosten, die die Stadt Bad Staffelstein tragen soll, während das Landratsamt den Bau und die Ausstattung der Keltenbox finanziert. „Auf einmal spielt das Geld keine Rolle mehr?“, wunderte sich Winfried Ernst.

„Lasst uns doch jetzt unsere Chance nutzen: Wenn wir es vernünftig machen, kann was Attraktives draus entstehen.“
Hans-Josef Stich, Stadtrat (CSU)

„Die Romansthaler erhoffen sich eine Entspannung der Verkehrslage“, warb Bürgermeister Mario Schönwald für den Standort am Wanderparkplatz. „Lasst uns doch jetzt unsere Chance nutzen: Wenn wir es vernünftig machen, kann was Attraktives draus entstehen“, appellierte Hans-Josef Stich (CSU).

Bei der Abstimmung scheiden sich die Geister quer durch die Fraktionen

Für den Standort Romansthal stimmten die drei Bürgermeister Mario Schönwald, Holger Then und Dieter Leicht sowie die Stadträte Bärbel Köcheler, Wolfgang Herold, Walter Mackert, Christina Gründel, Christian Ziegler, Rosi Jörig, Hans Josef Stich und Werner Freitag. Dagegen stimmten Stefan Dinkel, Manuel Schrüfer, Erwin Richter, Sandra Nossek, Rica Kohmann, Volker Ernst, Winfried Ernst und Ottmar Kerner.

Aus dem Stadtrat

Bürgermeister Mario Schönwald hat, um Energie einzusparen, einiges an Maßnahmen in die Wege geleitet: die Beleuchtungen des Bad Staffelsteiner Rathauses und der Stublanger Kirche werden ausgeschaltet, Computer im Rathaus und in städtischen Einrichtungen sollen – soweit noch nicht geschehen – auf Steckdosenleisten gelegt werden, um sie einfacher vom Stand-By zu trennen. Heizungen werden optimiert und jeder Ortsbauftragte werde angeschrieben, in den Gemeindehäusern Energie einzusparen. Von einer Absenkung der Wassertemperatur im Aqua Riese Bad riet der Bürgermeister ab: „Damit verprellen wir höchstens die Leute.“

Die Parkgebühren am Parkplatz Vierzehnheiligen erhöhen sich zum 1. September: Für Autos von 1,50 auf 3 Euro, für Krafträder von einem auf 2 Euro, für Busse von 3,50 auf 7 Euro und für Wohnmobile auf 10 Euro pro Tag an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen.

 

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